Den einen kommen die Massnahmen viel zu spät. Hätte die Landesregierung im Oktober statt den Slowdown einen befristeten Lockdown beschlossen, wären womöglich weniger Menschen gestorben – und auf Weihnachten hin könnte man wieder lockern.
Den anderen gehen sie viel zu weit. Sie halten es für unnötig, öffentliche Veranstaltungen zu verbieten und am Sonntag Läden und die Gastronomie zu schliessen. Das gefährde Arbeitsplätze und Existenzen.
Kritisieren kann man auch, dass der Bundesrat die Kantone überrumpelt und das Heft in die Hand nimmt, ohne die ausserordentliche Lage auszurufen – inkonsequent.
Alles wahr. Aber auch alles sehr leicht gesagt. Wer möchte jetzt Bundesrat sein und Entscheide verantworten müssen, bei denen es um Leben und Tod geht? Der Bundesrat ist die letzte Instanz. Er kann niemandem die Schuld geben, wenn es schief geht.
Der Bundesrat hat einen mutigen Sonderweg eingeschlagen, den er nun neu austariert. Er ringt um den Schweizer Weg. In einer föderalen Demokratie geht das nicht ohne Widersprüche, nicht ohne ein gewisses Hin und Her. Dass der Bundesrat wieder stärker führt, entspricht einem auch Bedürfnis der Bevölkerung und der Kantone nach klareren Regeln. Das braucht es jetzt.
(aargauerzeitung.ch)
Und dennoch eine Anmerkung, die eher ein Wermutstropfen statt ein Kritikpunkt ist: Mir tuen die Romands leid, die die letzten Wochen strikte Massnahmen hatten und die Zahlen erfolgreich runtergedrückt haben. Das sie jetzt vom Bundesrat ebenfalls die Massnahmen aufgedrückt bekommen, schmerzt etwas.
Im Moment denken viele sie wüssten alles besser.
Fakt ist aber, die Menschen welche in Spitälern arbeiten sind am Anschlag und werden diese Belastung nicht mehr beliebig lange weiter durchhalten.
Wenn diese Ausfallen weil sie nicht mehr können, dann haben alle welche medizinische Hilfe benötigen ein Problem.
Das wird einfach oft ausgeblendet.
Danke an alle welche im Gesundheitsbereich einen aus besonderen Effort leisten. 👍
Versuchen wir das Gesundheitssystem zu entlasten.