Schweiz
Konsum - Detailhandel

Manor schliesst wohl drei Filialen – rund 100 Angestellte betroffen

Manor schliesst drei Warenhäuser – rund 100 Angestellte betroffen

Manor setzt die Schere an seinem Filialnetz an: Das Unternehmen schliesst die drei Warenhäuser in Delsberg, Wohlen AG und Sargans SG voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027. Davon wären 100 Angestellte betroffen.
17.03.2026, 11:1617.03.2026, 13:04

Manor würde in diesem Fall aktiv bei der Suche nach Anschlusslösungen innerhalb und ausserhalb des Unternehmens unterstützen, teilte die Warenhausgruppe am Dienstag in einem Communiqué mit. Es gebe eine Konsultationsphase mit den Angestelltenvertretungen. Von der Schliessung in Sargans sei nicht nur das Warenhaus betroffen, sondern auch der Lebensmittelsupermarkt und das Manora Restaurant, hiess es weiter.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS MANOR AUF ENDE 2020 AN DER BAHNHOFSTRASSE AUSZIEHEN MUSS --- Das Warenhaus Manor, aufgenommen am Donnerstag, 24. April 2014, an der Bahnhofstrasse in Zuerich. Die Warenhau ...
Manor schliesst voraussichtlich die Warenhäuser in Delémont, Wohlen und Sargans.Bild: KEYSTONE

Grund der Schliessungen sei, dass für die Liegenschaften in Delsberg, Sargans und Wohlen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erforderlich seien, um bauliche Vorgaben zu erfüllen und den Betrieb langfristig sicherzustellen. Das wäre wirtschaftlich nicht verhältnismässig, schrieb Manor weiter. Die Eigentümer würden alternative Nutzungen prüfen.

Ein Manora Restaurant geht an Coop

Darüber hinaus beabsichtigt Manor, das Manora Restaurant in Haag SG voraussichtlich Mitte 2027 an Coop zu übergeben. Sämtliche Mitarbeiter dieses Restaurants würden im Zuge einer Betriebsübernahme Vertragsangebote von Coop zu mindestens gleichwertigen Konditionen erhalten, hiess es.

Bereits im vergangenen August hatte Manor Einschnitte angekündigt, da sich der Konzern bei seinen Lebensmittel-Läden künftig auf die Westschweiz und das Tessin konzentrieren will. So sollen die drei Food-Supermarkt-Standorte in Rapperswil SG, Emmen LU und Basel von Coop übernommen werden.

200 Millionen Investitionen an grossen Standorten

Bei anderen Warenhäusern will Manor Geld in die Hand nehmen. Über die kommenden drei Jahre würden rund 200 Millionen Franken investiert.

Der Fokus der Investitionen liege dabei insbesondere auf den grossen Standorten mit vielen Kunden, hiess es weiter. In diesem Jahr würden die Warenhäuser in Emmen, Luzern und Pfäffikon SZ modernisiert, nachdem man in Basel, Lausanne, Vevey VD, Lugano TI und Genf die Modeabteilungen umgebaut habe. (dab/awp/sda)

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s_rosenthaler
17.03.2026 11:41registriert März 2014
Wirklich schade für Sargans. Das Manor ist eines der letzten grösseren Einkaufsangebote im Zentrum, bequem zu Fuss erreichbar – ein echter Verlust für den Alltag.

Die Begründung mit «nicht verhältnismässigen Investitionen» greift zu kurz. Gemäss Geoportal gehört die Liegenschaft Manor selbst. Wer Gebäude über Jahre vernachlässigt, darf sich über hohe Sanierungskosten nicht wundern.

Am Ende trifft es wie so oft die Mitarbeitenden – über alle drei Standorte rund 100 Personen. Betriebswirtschaftlich verständlich, für Region und Betroffene aber ein klarer Rückschritt.
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kuhrix
17.03.2026 12:00registriert Juni 2014
Sehr schade. Manor ist zwar etwas teuer, aber eine schöne Ergänzung zum sonstigen Einheitsbrei. Gerade für den schnellen Mittag gibt es tolle Optionen. In Sargans zentral, bequem ohne Auto zu erreichen und mit Auto genügend kostenlose Parkplätze. Verstehe nicht wieso man nicht mehr ins Gebäude investiert hat. Was kommt jetzt? Entweder der nächste seelenlose Betonklotz mit Wohnungen oder ein Aldi?
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Rumpelstilz aka Motzbrocken
17.03.2026 12:42registriert November 2023
Hauptsache Shine und Temu dürfen jeden Dreck hier verkaufen. Ist ja schon was herrliches, solche internationalen Handelsverträge. Der chinesische Plan ging auf: Zuerst die Werkbank der Welt werden, Auslagerungen von Stellen und KnowHow durch uns. Sobald die sich alles Gekrallt
haben (mit unserer Hilfe) bieten sie Handelsverträge an die solchen Shine
Mist ermöglicht. Damit werden auch noch die letzten Detailhändler hier vernichtet.
Wir sind wie Heroinsüchtige. Auf anderen Gütern. Halleluja, gelobte Globalisierung.
KI gibt uns den Rest.
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