Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Salat- und Fruechtetheke fuer den Take-Away im COOP Pronto Tankstellenshop in Zuerich-Seebach, aufgenommen am 12. Oktober 2007. Eine Angestellte nimmt aus einer Kiste Flaschen und fuellt die Regale auf. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

The salad and fruits bar for take-away in the COOP Pronto gas station shop in Zurich-Seebach, Switzerland, pictured on October 12, 2007. An employee takes bottles out of a box and restocks the beverages shelves. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Angestellte beim Coop erhalten nächstes Jahr leicht mehr Lohn.
Bild: KEYSTONE

Coop erhöht für 2016 den Mindestlohn auf 3'900 Franken: Die Gewerkschaften sind dennoch unzufrieden



Der zweitgrösste Schweizer Detailhändler Coop hebt 2016 die Mindestlöhne für Ungelernte um 1.3 Prozent an. Zudem soll es individuelle Lohnerhöhungen geben. Die Gewerkschaften Unia und Syna sind damit nicht zufrieden. Die Lohnverhandlungen seien gescheitert.

Konkret erhalten Coop-Angestellte ohne Grundausbildung 50 Franken mehr Lohn im Monat, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Damit beträgt der Bruttomindestlohn 3900 Franken bei 13 Monatslöhnen und einer 41-Stundenwoche.

Auch für Angestellte im Mindeststundenlohn gibt es mehr: 21.95 statt wie bisher 21.65 Franken. Gemäss dem als Genossenschaft organisierten Unternehmen ist das die fünfte Mindestlohnerhöhung in zehn Jahren.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer zweijährigen Ausbildung oder mehr erhalten weiterhin mindestens zwischen 4000 und 4200 Franken brutto im Monat. Lohnerhöhungen gibt es individuell, wo es angebracht ist. Generelle Lohnanpassungen gewährt Coop nicht.

Keine Rücksicht auf höhere Mieten und Krankenkassenprämien

Das weckt den Unmut der Gewerkschaften. Unia moniert, Coop verweigere trotz Umsatzsteigerung um 1.4 Prozent und Gewinnanstieg um 1.7 Prozent im Jahr 2014 breitere Lohnanpassungen. Den höheren Mindestlohn begrüsst die Gewerkschaft zwar. Gerade die Belastung durch mehr Arbeit am Abend und die Erfahrung langjähriger Berufsleute sollten aber honoriert werden.

Generelle Lohnerhöhungen seien für Coop-Angestellte mit tieferen und mittleren Löhnen bei steigenden Mieten und Krankenkassenprämien wichtig.

Syna teilte mit, die Lohnverhandlungen seien aufgrund des viel zu tiefen Angebots von Coop gescheitert. Die Gewerkschaft lehne das Angebot ab. Die Erhöhung von 50 Franken bei den Mindestlöhnen sei keine Lohn- sondern eine Imagemassnahme. Zudem ziehe Coop damit lediglich wieder mit Konkurrentin Migros gleich.

Die Lohnverhandlungen bei Migros sind noch im Gange. Zahlen dürften erst Ende Monat erwartet werden. Auch die Detailhändler ALDI und Lidl haben die Löhne für 2016 noch nicht bekanntgegeben.

Eine Mann bezahlt am 20. Januar 2005 an einer Kasse im Migros Limmatplatz in Zuerich seine Einkaeufe. Migros zaehlt zu den groessten Anbietern in der Schweiz. Das Verkaufsnetz umfasst insgesamt 587 Standorte.  (KEYSTONE/Martin Ruetschi)    === ,  ===

3'900 Franken: In der Migros gilt dieser Mindestlohn bereits seit 2015.
Bild: KEYSTONE

Die wenigsten Angestellten könnten profitieren. Einmal mehr werde auf steigende Lebenshaltungskosten in der Tieflohnbranche Detailhandel keine Rücksicht genommen. Syna prüfe den Geschäftsbericht und gebe hinterher eine weitere Beurteilung der diesjährigen Lohnrunde ab.

Auch die Angestelltenorganisation Kaufmännischer Verband stimmt in die Kritik ein. Die Lohnverhandlungen hätten keine Einigung gebracht und Coop habe die Sozialpartner vor vollendete Tatsachen gestellt. Dabei wäre angesichts der Geschäftszahlen Spielraum vorhanden gewesen. Im Detailhandel mit seinen traditionell tiefen Löhnen bestehe Nachholbedarf. (sda/cma)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Money Matter

«Arbeitgeber bankrott – sind die ausstehenden Sozialversicherungs-Beiträge verloren?»

Kevin (32): «Mein Arbeitgeber ist bankrott. Er schuldet mir noch Sozialversicherungsbeiträge. Muss ich mir diese ans Bein streichen?»

Lieber Kevin

Im Fall von Firmenpleiten sind untere und mittlere Löhne in der Schweiz relativ gut abgesichert. Bei einer Pleite des Arbeitgebers wird der ausstehende Bruttolohn als sogenannte Insolvenzentschädigung (IE) von der Arbeitslosenversicherung vergütet. In der Entschädigung eingeschlossen sind auch die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge. Die IE entrichtet die Anteile von Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden direkt an die AHV/IV/EO und die ALV sowie an die zuständige Pensionskasse.

Maximal …

Artikel lesen
Link zum Artikel