Migros nimmt L'Oréal, Garnier und Gillette vorübergehend aus dem Sortiment
Ein Blick in die Migros in La Chaux-de-Fonds zeigt das Ausmass: Viele Regale sind nahezu leer. Es gibt (fast) keine Shampoos oder Haarmasken der Marken L'Oréal, Garnier, Head & Shoulders und Pantene mehr. Das Gleiche gilt für Gillette-Rasierer. Auf den Preisschildern steht oft «Lieferunterbruch». Auch andere Filialen in der Romandie sind betroffen.
Streit um Preise
Die Engpässe hängen mit Verhandlungen zwischen Migros und den Konzernen Procter & Gamble (zu denen Head & Shoulders, Pantene und Gillette gehören) sowie L'Oréal zusammen. Migros will neue Verträge erst abschliessen, wenn klar ist, dass die Preise nicht weiter steigen.
Seit 2025 ist nämlich eine zentrale Abteilung für die Tarifverträge der gesamten Migros-Gruppe zuständig, was zuvor nicht der Fall war, so die Pressesprecherin weiter.
Daher will der orange Riese vor der Unterzeichnung neuer Verträge mit bestimmten internationalen Marken sicherstellen, dass die Preise nicht steigen werden.
Ein zentraler Streitpunkt sind die Gewinnmargen: Die grossen Marken erzielen laut Migros Margen von rund 15 bis 20 Prozent. Migros selbst arbeite hingegen mit weniger als 2 Prozent und schütte weder Dividenden noch Boni aus. Einsparungen würden direkt an die Kundschaft weitergegeben.
Ungewiss, wann Produkte zurückkehren
Wann die betroffenen Produkte wieder verfügbar sind, ist offen. Das hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.
Einige Filialen haben noch Restbestände, weshalb die Produkte nicht komplett verschwunden sind.
Als Alternative empfiehlt Migros seine Eigenmarken. Ob diese nun stärker nachgefragt werden, kommentiert das Unternehmen nicht.
Wer aktuell auf bestimmte Markenprodukte angewiesen ist, braucht Geduld – oder muss vorübergehend auf andere Anbieter ausweichen.
