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Konsum - Detailhandel

Migros nimmt L’Oréal, Garnier und Gillette zeitweise aus dem Sortiment

Eine Frau begutachtet am 9. Maerz 2005 in der Migros-Filiale in Embrach ein Produkt. Das orange M prangt auf der Wand hinter ihr. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
In einigen Migros-Filialen fehlen Hygieneartikel bekannter Marken.Bild: KEYSTONE

Migros nimmt L'Oréal, Garnier und Gillette vorübergehend aus dem Sortiment

In einigen Migros-Filialen fehlen derzeit zahlreiche Produkte bekannter Marken: Shampoos und Haarmasken von L’Oréal, Garnier, Head & Shoulders oder Pantene sowie Rasierer von Gillette sind teilweise kaum noch erhältlich. Grund dafür sind laufende Preisverhandlungen mit den internationalen Konzernen. Wie lange die Situation anhält, ist unklar.
27.04.2026, 15:0227.04.2026, 15:02
Alyssa Garcia / watson.ch/fr

Ein Blick in die Migros in La Chaux-de-Fonds zeigt das Ausmass: Viele Regale sind nahezu leer. Es gibt (fast) keine Shampoos oder Haarmasken der Marken L'Oréal, Garnier, Head & Shoulders und Pantene mehr. Das Gleiche gilt für Gillette-Rasierer. Auf den Preisschildern steht oft «Lieferunterbruch». Auch andere Filialen in der Romandie sind betroffen.

leere regale bei migros 27. april 2026 watson.ch/fr/
Die Garnier-Regale sind fast leer.Bild: watson
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Es gibt nicht mehr viele Gillette-Rasierer.Bild: watson
leere regale bei migros 27. april 2026 watson.ch/fr/
Das Gleiche gilt für die Shampoos von Pantene.Bild: watson

Streit um Preise

Die Engpässe hängen mit Verhandlungen zwischen Migros und den Konzernen Procter & Gamble (zu denen Head & Shoulders, Pantene und Gillette gehören) sowie L'Oréal zusammen. Migros will neue Verträge erst abschliessen, wenn klar ist, dass die Preise nicht weiter steigen.

«Ziel ist es, faire Preise zu sichern und zusätzliche Preiserhöhungen für die Kundschaft zu verhindern.»
Migros

Seit 2025 ist nämlich eine zentrale Abteilung für die Tarifverträge der gesamten Migros-Gruppe zuständig, was zuvor nicht der Fall war, so die Pressesprecherin weiter.

Daher will der orange Riese vor der Unterzeichnung neuer Verträge mit bestimmten internationalen Marken sicherstellen, dass die Preise nicht steigen werden.

Ein zentraler Streitpunkt sind die Gewinnmargen: Die grossen Marken erzielen laut Migros Margen von rund 15 bis 20 Prozent. Migros selbst arbeite hingegen mit weniger als 2 Prozent und schütte weder Dividenden noch Boni aus. Einsparungen würden direkt an die Kundschaft weitergegeben.

«Die laufenden Verhandlungen ermöglichen Preissenkungen bei über 1000 Produkten. Dadurch sparen die Kunden jährlich rund 500 Millionen Franken.»

Ungewiss, wann Produkte zurückkehren

Wann die betroffenen Produkte wieder verfügbar sind, ist offen. Das hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.

«Die Möglichkeit und der Zeitpunkt, Waren wieder zu bestellen, hängen vom Verlauf und vom Ausgang dieser Verhandlungen ab.»
Migros

Einige Filialen haben noch Restbestände, weshalb die Produkte nicht komplett verschwunden sind.

Als Alternative empfiehlt Migros seine Eigenmarken. Ob diese nun stärker nachgefragt werden, kommentiert das Unternehmen nicht.

Wer aktuell auf bestimmte Markenprodukte angewiesen ist, braucht Geduld – oder muss vorübergehend auf andere Anbieter ausweichen.

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Migros-Produkte mit Lieferunterbruch
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Migros-Produkte mit Lieferunterbruch

Von Kellog's,

quelle: benjamin weinmann
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Die beliebtesten Kommentare
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Fritz_Forelle
27.04.2026 15:59registriert März 2022
«Ziel ist es, faire Preise zu sichern und zusätzliche Preiserhöhungen für die Kundschaft zu verhindern.»

Für mich der Lacher des Tages.
Alles für den Kunden! 🤡
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