Migros-Chef bekräftigt Existenzberechtigung von Denner
Migros-Chef Mario Irminger hat trotz der Tiefpreisstrategie der Migros die Existenzberechtigung der Tochter Denner bekräftigt. «Es hat Raum für einen Nahversorger, welcher nahe bei den Kunden positioniert ist», sagte der Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes am Freitag anlässlich des Swiss Media Forum in Luzern.
Gleichzeitig treibt Irminger den Umbau des orangen Riesen voran. «Wir wollen schlanker, effizienter und wettbewerbsfähiger werden.»
Im Zentrum steht die Fokussierung auf die strategischen Geschäftsfelder Food-Retail, Non-Food-Retail, Finanzen und Gesundheit. Von allem andern, was nicht zu diesen vier Hauptgeschäftsfeldern gehöre, habe man sich getrennt, erklärte Irminger.
Für Irminger ist die Migros in der heutigen Konstellation nicht zu klein, um gegen die grossen, europaweit tätigen Mitbewerber wie Lidl oder Aldi zu bestehen. Zentral seien Kooperationen, beispielsweise im Einkauf, so der Migros-Chef.
Festhalten an Genossenschaftsmodell
Zentraler Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit im Detailhandel sind die Preise. Migros habe 500 Millionen in Preissenkungen investiert.
Zur Revitalisierung der Migros gehören nicht nur die Preise, sondern auch die Struktur. Darüber, wie er sich die künftige Zielstruktur konkret vorstelle, wollte er sich nicht im Detail äussern. Eine Aktiengesellschaft werde man aber sicher nicht werden. Die Migros bleibe dem Genossenschaftsgedanke verpflichtet.
Irminger beschwor vor der versammelten Medien- und Kommunikationsbranche die Besonderheit der Migros. «Wir sind mehr als ein normales Unternehmen. Die Migros ist ein Stück Schweiz.» Das Unternehmen habe eine grosse Relevanz im Leben der Schweizerinnen und Schweizer. Dazu gehöre auch, dass die Migros einen Teil der erwirtschafteten Erträge an die Gesellschaft zurückgebe, so Irminger.
Die Migros ist für Irminger ein systemrelevanter Akteur in der Schweiz. «Diese Verantwortung nehmen wir wahr.» (sda/awp)
