Schweiz
Krankenkasse

Comparis: Mehrheit in der Schweiz findet Krankenkassenprämien tragbar

Umfrage: Eine «klare Mehrheit» findet Krankenkassenprämien «tragbar»

Eine Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
12.02.2026, 03:4212.02.2026, 05:53
Florence Vuichard / ch media

Die Krankenkassenprämien, respektive deren jährliche Erhöhungen, sind ein Dauerärgernis in der Bevölkerung. Kein Wunder, figurieren sie regelmässig ganz zuoberst in den unterschiedlichsten Sorgenbarometern. Doch offenbar erachtet eine «klare Mehrheit» die Prämienlast eigentlich als «tragbar». Das ergibt eine neue, repräsentative Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis bei über 1000 erwachsenen Personen in der ganzen Schweiz.

Konkret geben knapp 59 Prozent an, dass die Krankenkassenprämien «fest im Budget» eingeplant seien. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In der Deutschschweiz sind es mit 63 Prozent knapp zwei Drittel, die «kein Problem» hätten, ihre Prämien zu bezahlen. In der Romandie sinkt dieser Anteil auf 51 Prozent, im Tessin gar auf 40 Prozent.

«In der Westschweiz und im Tessin leiden mehr Versicherte unter hohen Prämien, weil dort die Prämien höher sind und weil weniger Versicherte mit Hausarzt- und anderen alternativen Versicherungsmodellen Prämien sparen», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte bei Comparis.

Schweizweit haben je rund 16 Prozent «teilweise» oder «oft» Mühe, das Geld für die obligatorische Krankenversicherung aufzutreiben. 9 Prozent bezahlen die Prämien nicht selber.

Alles aus einer Hand: Die Krankenkassen wollen künftig wieder geeint auftreten.
Die Prämienlast ist für eine Mehrheit der Versicherten «tragbar».Bild: Christian Beutler / Keystone

Wenig überraschend leiden Personen mit hohen Einkommen weniger unter der Prämienlast als jene mit kleineren Budgets. «Tragbar» sind die Prämien auch für solche, die Prämienverbilligungen erhalten. Das sind immerhin 32 Prozent aller Versicherten.

Überraschender hingegen ist, dass auch Haushalte mit hohen Einkommen von Prämienverbilligungen profitieren. 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte mit einem Einkommen von über 8000 Franken erhielten Prämienverbilligungen, heisst es bei Comparis. Schneuwly vermutet, dass es sich hier vor allem um Familien mit Kindern handelt.

Dennoch kritisiert der Comparis-Experte das heutige System:

«Da für Prämienverbilligungen, Kita-Beiträge oder subventionierte Wohnungen das steuerbare Einkommen massgebend ist, stellt sich die Frage, ob damit die finanziellen Anreize für Teilzeitarbeit bei der jungen Mittelschicht nicht zu gross sind.»

Oder anders gesagt: «Wer mit einem Vollzeitpensum ohne staatliche Unterstützung nicht über die Runden kommt, soll unterstützt werden. Dass Leute mit Teilzeitarbeit, Prämienverbilligungen und anderen einkommensabhängigen Vergünstigungen mehr im Portemonnaie haben, ist ein Systemfehler unseres Sozialstaats.» (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
214 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Rethinking
12.02.2026 06:07registriert Oktober 2018
Die Aussage im Titel ist meines Erachtens klar falsch und irreführend…

Der Artikel sagt aus, dass die Krankenkassenprämien noch tragbar sind…

Dies bedeutet jedoch nicht dass sie finden (der Meinung/ Überzeugung sind) das sie tragbar sind…

Ich kann die Prämien zwar zahlen, bin jedoch überhaupt nicht damit einverstanden resp. mit der Abzocke im Gesundheitswesen
23916
Melden
Zum Kommentar
avatar
Urmel aus dem Eis
12.02.2026 06:26registriert Oktober 2021
Nur weil ein Großteil seine Pämien budgetiert und sie noch zahlen kann heisst das ja nicht dass man deshalb nicht auf anderes verzichten muss. Ich kann sie auch zahlen aber nur weil ich muss. Es gibt ja keine Wahl. Zu hoch sind sie allemal! Mit solchen Aussagen redet man weitere Erhöhungen schön.
1354
Melden
Zum Kommentar
avatar
cereza
12.02.2026 06:03registriert Februar 2023
Bei einer Umfrage von Comparis überrascht dieses Ergebnis nicht. Genauso wenig die Hetze gegen Menschen die Teilzeit arbeiten. Wer in diesem Land Teilzeit arbeitet, hat in der Regel Betreuungspflichten oder macht ne Weiterbildung.
11019
Melden
Zum Kommentar
214
Seltene Erden in Schweizer Gewässern gefunden – was das bedeutet
Seltene Erden sind für viele technische Anwendungen unverzichtbar, gelangen jedoch auch in die Gewässer und können sich negativ auf die dortigen Lebewesen auswirken.
Seltene Erden sind aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Diese Gruppe von 17 Metallen mit ähnlichen, chemischen Eigenschaften findet man in Smartphones, Bildschirmen, Elektromotoren, LED-Leuchten, Windkraftanlagen und medizinischen Kontrastmitteln. Sie kommen in der ganzen Erdkruste vor, ihr Abbau lohnt sich allerdings aus geologischen und wirtschaftlichen Gründen nicht an vielen Orten dieser Erde und ist in undemokratischen Ländern wie China oft mit Umweltproblemen verknüpft.
Zur Story