«The Socceritos»: Granit Xhaka ist jetzt Schauspieler
Normalerweise gehört Granit Xhaka auf die Bühne des Fussballs. Nun gibt er kurz vor der WM sein Debüt als Schauspieler. Für den Kurzfilm «The Socceritos» stand er zusammen mit der mittlerweile 87-jährigen Film-Legende Terence Hill vor der Kamera. Entstanden ist ein knapp 20-minütiger Kurzfilm, der Lust auf die WM machen soll. Und viele Referenzen an die altehrwürdigen Western aufweist. Neben Hill, Xhaka sind auch Zéki Amdouni und Ana Maria Markovic dabei.
Wie schlägt sich Xhaka als Schauspieler? Sagen wir mal so: Ordentlich fürs Debüt. Auf den Fussball übertragen würde es aber noch nicht ganz für den WM-Titel reichen. Für die viertägigen Dreharbeiten im spanischen Almeria hat er extra seine Ferien unterbrochen. «Es war mega heiss, aber hat ganz viel Spass gemacht, die Gruppe war herausragend», sagt Xhaka am Mittwoch bei der Premiere zu CH Media.
«98 Prozent der Experten waren sich einig»
Der Schweizer Nati-Captain hat eine herausragende Saison hinter sich. Nach dem Wechsel von Leverkusen zurück in die Premier League führte er den Aufsteiger Sunderland direkt in die Europa League. «98 Prozent der Experten waren sich einig, dass Sunderland direkt wieder absteigt», sagt Xhaka im Kinosaal Corso zum geladenen Publikum, «und nun enden wir in der Europa League, erstmals nach 53 Jahren für Sunderland – das ist eine kleine Sensation.» Ein 3:1 gegen Chelsea im letzten Saisonspiel besiegelte den siebten Tabellenrang.
Im Gespräch mit CH Media blickt er auf die Saison in Sunderland zurück: «Es ist sehr schwierig, mit Worten zu beschreiben, welch Freude die Gesichter der Fans ausdrückten. In Sunderland leben sehr viele Menschen für den Fussball. Was wir ihnen nun an Freude geben konnten, das ist unglaublich. Eigentlich war am Ende auch nicht ausschlaggebend, ob es noch für die Europa League gereicht hat. Das war natürlich die Krönung. Aber unser Ziel Nummer 1 war der Ligaerhalt.»
Von Beginn an schlossen die Fans Xhaka in ihr Herz. Etwas, das den 33-Jährigen ziemlich berührte. «Die Liebe, die ich vom Klub und von den Fans und von der Stadt bekommen habe, das habe ich so noch nie erlebt in meiner Karriere.»
Auch die öffentliche Wahrnehmung von Xhaka, die in England ja nicht immer nur positiv war, hat sich radikal verändert. Nun erhält er die Anerkennung für seine Leistungen, die ihm zu Arsenal-Zeiten auch schon mal verwerht blieb.
Kann die Schweiz Weltmeister werden?
Kürzlich hat das Fachportal «The Athletic» eine Ranglist mit den 189 Transfers für die Saison 2025/26 erstellt. Xhaka ist die Nummer 1. Begründung: «Xhaka hat dem Verein, ja der ganzen Stadt, eine neue Kultur eingeflüsst.» Was bedeuten ihm solche Worte? «Das macht mich schon stolz. Unter diesen Transfers sind Spieler dabei, die einen ganz anderen Marktwert hatten als ich, dreimal oder viermal mehr gekostet haben. Einmal mehr zeigt mir das: Alle Arbeit, die ich tagtäglich investiere, hat sich gelohnt. Und nach Sunderland zu gehen, war die richtige Entscheidung, die ich mit Familie und Umfeld getroffen habe.»
Als sich die Film-Premiere in Zürich dem Ende zuneigt, ruft ein Gast aus dem Publikum: «Hol eus d'WM, Granit!» Die Schweiz als Weltmeister? Kann das tatsächlich passieren? Xhaka sagt zu CH Media: «Es ist alles möglich im Fussball. Es gibt kein grosser Favorit an der WM. Es geht am Ende um ein einzelnes Spiel, wo viel möglich ist. Wir haben eine gute Mannschaft. Wir glauben an uns. Klar, es müsste viel passen, damit man Weltmeister wird. Aber ohne Glauben, ohne Träumen müssen wir gar nicht an die WM gehen.» (aargauerzeitung.ch)

