bedeckt, wenig Regen
DE | FR
Schweiz
Leben

Bundeslager der Pfadi im Goms: Das musst du zum BuLa wissen

Das bisher grösste Lager der Schweiz: Alles zum BuLa 2022

14 Jahre ist es her, als Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der ganzen Schweiz gemeinsam für zwei Wochen ihre Zelte aufschlugen. Am 23. Juli geht das nächste BuLa über die Bühne. Es wird das grösste aller bisherigen Zeiten sein.
26.06.2022, 17:5426.06.2022, 18:08
Lara Knuchel
Folge mir
Mehr «Schweiz»

Es ist eindrücklich – auch wenn man selbst mit der Pfadi nichts am Hut hat: Ende Juli entsteht im Goms, Wallis, eine riesige Zeltstadt, die von zehntausenden von Kindern und Jugendlichen während zwei Wochen bewohnt wird. Organisiert von der Pfadibewegung Schweiz wird das extra errichtete Zeltlager gar zur temporär grössten «Stadt» im Wallis.

Alles, was du über den Mega-Event im Juli wissen musst:

Was ist das BuLa?

Das Bundeslager der Pfadfinder, auch BuLa genannt, findet in etwa alle 14 Jahre statt. Es ist das gemeinsame Lager der Pfadibewegung Schweiz. Ursprünglich war es für letzten Sommer geplant, aufgrund der Pandemie hat man es auf 2022 verschoben.

Pfadfinder, Pfadi. Kinder und Jugendliche, fotografiert im Sommerlager am 9. Juli 2021 in Giswil, Kanton Obwalden. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Bild: keystone

Im BuLa treffen sich Pfadfindergruppen aus der ganzen Schweiz. Die diesjährige Ausgabe findet unter dem Namen und dem Motto «mova» (für «Bewegung») statt. Da das Bundeslager in diesem Jahr von etwa 35'000 Kindern, Jugendlichen und Helfenden besucht wird, wird es das grösste Lager der Schweiz der bisherigen Zeiten. Die letzte Ausführung im Jahr 2008 hatten rund 25'000 Pfadis besucht.

Wo und wann findet es statt?

Das BuLa findet vom 23. Juli bis am 6. August im Goms im Wallis statt. Die Zeltstadt wird auf dem Boden der Gemeinden Goms und Obergoms errichtet. Hunderte Zelte werden auf einer Länge von etwa drei Kilometern aufgestellt. Der gesamte Lagerplatz ist 120 Hektare gross – das sind etwa 170 Fussballfelder.

Wer nimmt alles am BuLa teil?

Etwa 800 Pfadigruppen aus der ganzen Schweiz werden sich Ende Juli im Goms treffen. Das sind insgesamt rund 30'000 Jugendliche und Kinder aus der Schweiz. Ausserdem werden um die 5000 Helfende, sogenannte Rover, mit dabei sein. Hinzu kommen noch schätzungsweise 300 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Grossbritannien, Schweden, Tschechien, Polen, Serbien, Finnland, USA, Belgien und Italien.

Während zwei Wochen entsteht somit quasi eine neue grösste «Stadt» im Wallis – normalerweise ist das Sion mit knapp 35'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Wie verläuft die Organisation?

Die Durchführung des BuLa fordert enorme Logistik und Organisation. Die Vorbereitungen dazu sind schon seit Ende Juni in vollem Gange. So werden beispielsweise auf dem Lagerplatz rund 700 Toiletten und 130 Duschen installiert.

Auch für die Sicherheit ist bei den Pfadis gesorgt: 40 ausgebildete Feuerwehrleute werden aus den eigenen Reihen gestellt. Zusätzlich wird sogar die Armee mit 120 Personen anwesend sein. Und 40 Agentinnen und Agenten der Kantonspolizei stehen rund um das Bundeslager im Einsatz. Auch auf medizinische Notfälle ist man vorbereitet: Es wurden zwei Ambulanzen angemietet, Sanitätsdienste aus anderen Kantonen und der Armee stehen im Notfall zur Verfügung.

Doch nicht nur das Errichten und Betreiben der Zeltstadt erfordern eine gute Organisation, auch die Anreise stellt gewisse Ortschaften im Wallis vor eine grosse Herausforderung.

Die MGBahn, Postauto und die SBB befördern allein am Anreisetag knapp 20'000 Pfadis zum Bahnhof Ulrichen. Ins Goms kommen die BuLa-Teilnehmenden über Göschenen, Airolo und Meiringen. Der absolute Hotspot wird allerdings der Bahnhof Brig sein: Hier steigen allein am 23. Juli, wenn das Lager beginnt, etwa 10'550 Pfadis aus den Zügen der SBB.

Nur ein Gepäckstück erlaubt

BuLa-Teilnehmende dürfen dabei übrigens nicht mehr als ein Gepäckstück mit sich haben. Dies, um die Ein- und Durchgänge in den Zügen und Postautos nicht zu versperren. Eine individuelle Anreise sowie die Anfahrt mit dem Auto sind nicht möglich.

Pfadfinder besteigen am Samstag, 2. August 2008 den Sonderzug in Ziegelbruecke, nachdem das Bundeslager der Pfadfinder in der Linthebene "Contura" zu Ende gegangen ist. Ein Grossteil der run ...
Auch beim letzten Bundeslager der Pfadfinder 2008 bedurfte es guter Organisation. Auf dem Bild zu sehen ist einer von 21 extra eingesetzten Sonderzügen, hier beim Bahnhof Ziegelbrücke.Bild: keystone

An zehn Tagen sind während den zwei Wochen Besuchende zugelassen. Spontane Besuche sind allerdings nicht möglich, wer die Besuchstage nutzen will, muss sich anmelden. Die Lagerleitung rechnet mit rund 28’000 Angehörigen und Pfadi-Freundinnen und -freunden, die während dieser Zeit ins Goms reisen und die Zeltstadt besichtigen werden.

Wie wird das BuLa finanziert?

Insgesamt kostet das BuLa ganze 25 Millionen Franken. Die Hälfte davon wird finanziert durch Lagerbeiträge. Ein Viertel kommt aus Erträgen von Verkäufen vor Ort sowie aus Merchandising zusammen. Das letzte Viertel wird durch die Sponsoren und durch Spenden bezahlt. Die Hauptpartnerinnen des Bundeslagers der Pfadi sind die Migros Wallis, die Post und die Mobiliar.

Das letzte BuLa

Das letzte BuLa fand 2008 unter dem Namen «Contura» bei Benken im Kanton St.Gallen statt. Damals waren es noch rund 10'000 Personen weniger, als dieses Jahr ins Goms reisen werden.

Die Bilder: Das Pfadi-Bundeslager in der Schweiz, 2008

1 / 9
Das Pfadi-Bundeslager in der Schweiz, 2008
Luftaufnahme eines Unterlagers. 23'000 Pfadis und 500 ausländische Gäste führten zusammen mit 2000 Helferinnen und Helfern in 8 Unterlagern das alle 14 Jahre stattfindende Bundeslager der Schweizer Pfadfinder durch. (KEYSTONE/Eddy Risch)
quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So schön kann Camping sein
1 / 62
So schön kann Camping sein
Auf diversen Bildsharing-Websites wie Instagram, Flickr oder Imgur posten Camper teils schlicht atemberaubende, teils atemberaubend bearbeitete Reisebilder von überall auf der Welt. Wir haben für euch 60 der besten davon zusammengestellt. Bild: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wieso lernen Schweizer nicht, wie man ein Lagerfeuer löscht?
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
57 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Händlmair
26.06.2022 18:18registriert Oktober 2017
Was mir an der Pfadi sehr gefällt ist, dass im Gegensatz zur Jungschar, Cevi, Jungwacht oder Blauring, die Pfadi religiös und politisch unabhängig sind.
22921
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tepalus
26.06.2022 19:03registriert Oktober 2016
Habe das BuLa 2008 als Teilnehmer erlebt. Dieses Jahr bin ich nur am Weekend davor als Koch dabei.

Viel Spass an alle Pfadis, die hin gehen und einen riesigen Danke an die Helfer und die Leitenden, ohne die das ganze nicht möglich wäre.

Mit Freud debii. Mis Bescht. Allzeit bereit. Zäme wyter. Bewusst handle. ⚜
1224
Melden
Zum Kommentar
avatar
Aber ähm…
26.06.2022 19:12registriert August 2019
In 28 Tagen geht es los! 😀

Mein 3. BuLa. Diesmal als alter Hase. 😀 Aber: Einmal Pfadi immer Pfadi.
1022
Melden
Zum Kommentar
57
In diese Länder lieferte die Schweiz am meisten Kriegsmaterial – 5 Grafiken
58 Länder hat die Schweiz 2023 mit Kriegsmaterial beliefert. In einem Krieg dürfen sich diese nicht befinden – darum fehlen die Ukraine und Russland in der Liste. Allerdings kann das Material über Umwege illegal dorthin gelangen.

Schweizer Unternehmen haben 2023 gestützt auf Bewilligungen des SECO für 696,8 Millionen Franken Kriegsmaterial in 58 Länder exportiert. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Abnahme um rund 27 Prozent. Damals wurde Kriegsmaterial für 955 Millionen Franken exportiert.

Zur Story