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Stadt Luzern erhält pro Woche drei Meldungen von Belästigungen

Stadt Luzern erhält pro Woche drei Meldungen von Belästigungen

04.02.2026, 15:1904.02.2026, 15:19

Über die städtische Online-Plattform «Luzern schaut hin» wurden 2025 insgesamt 150 Fälle von sexistischen und queerfeindlichen Belästigungen und Übergriffen gemeldet. Das entspricht rund drei Fällen pro Woche. 2024 waren es 267 Fälle gewesen.

Damals schuf die Stadt Luzern die Online-Meldestelle neu. Sie soll zur Sensibilisierung für Sexismus und sexualisierte Gewalt beitragen sowie die Zivilcourage fördern, wie die Stadt am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb.

Übergriffige Situationen seien für eine grosse Mehrheit der Frauen und Personen, die nicht den normativen Geschlechtervorstellungen entsprechen, eine Lebensrealität. Das verdeutlichten die Zahlen gemäss Communiqué.

Der Rückgang der Meldungen lasse sich wohl auf die intensive Nutzung bei der Lancierung 2024 zurückführen, hiess es im ebenfalls publizierten Auswertungsbericht. Dabei wurden vermutlich auch Vorfälle gemeldet, die länger zurücklagen.

86 Prozent der Tatpersonen männlich

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, waren 65 Prozent der Personen, die 2025 eine Meldung machten, weiblich. 51 Prozent der Meldenden waren unter 25 Jahre alt.

Hingegen waren 86 Prozent der gemeldeten Tatpersonen männlich. Das sind gleich viele wie im Vorjahr.

Der Anteil der Meldungen, die von non-binären oder diversen Betroffenen gemacht wurde, verdoppelte sich prozentual gesehen auf fast zehn Prozent.

Das Geschlecht wurde am häufigsten als mutmassliches Motiv für die Belästigung genannt, nämlich in 43 Prozent der Fälle.

Die Belästigungen aufgrund der sexuellen Orientierung sowie der Geschlechtsidentität nahmen anteilsmässig deutlich zu: von 10 auf 19 Prozent respektive von 3 auf 10 Prozent.

Am häufigsten wurde eine verbale Belästigung gemeldet, gefolgt von Anstarren und Geräuschen, meist Nachpfeifen. Dies entspricht in etwa der Verteilung von 2024.

Eine Mehrheit von 60 Prozent der gemeldeten Belästigungen fand auf öffentlichen Plätzen, auf der Strasse oder im öffentlichen Verkehr statt.

Wie die Stadt im Bericht festhielt, erhebt sie mit den erhobenen Zahlen keinen Anspruch auf Repräsentativität. (hkl/sda)

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