Schweiz
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Zu Züchtigung von Ehefrauen aufgerufen – Krienser Moschee stellt Imam frei



In diesem Gebäude in Kriens befindet sich die Moschee Dar Assalam. (Archivbild)

Die Moschee in Kriens befindet sich im obersten Stock. Bild: KEYSTONE

Der Moscheeverein in Kriens trennt sich von seinem Imam, der Gewalt gegen Frauen gepredigt haben soll. Die Dachorganisation islamische Gemeinde Luzern (IGL) reagiert mit Empfehlungen auf den Vorfall und sieht durch ihn gleichzeitig ein strukturelles Problem bestätigt.

Dar Assalam oder Haus des Friedens heisst es beim Eingang zu den Gebetsräumlichkeiten, die im Obergeschoss eines Industriegebäudes in der Gemeinde Kriens untergebracht sind. Hier soll im August ein 38-jähriger Imam aus dem Irak anlässlich eines Freitagsgebets den Gläubigen geraten haben, ihre Ehefrauen mit leichten Schlägen zu disziplinieren.

Am Mittwoch lud die IGL zur Medienorientierung in jene mit Teppich ausgelegten Räumlichkeiten, die rund 160 Personen fassen. Zum Freitagsgebet treffen sich hier jeweils Gläubige aus dem arabischen Raum, von Marokko über Algerien und Tunesien bis Libyen, Syrien, Ägypten oder Jemen.

IGL-Präsident Petrit Alimi sagte, er habe aus den Medien von dem Vorwürfen erfahren, von den Anwesenden war bei der Predigt niemand dabei. Man habe sich mit dem Imam unterhalten, er bestreite den Aufruf zur Gewalt. Es sei nun an der Staatsanwaltschaft, zu ermitteln.

Imam-Import

Die IGL lehne jede Art von Gewalt ab. Es sei nicht Sinn einer Predigt, Gewalt und Ängste zu schüren, sagte Alimi und zitierte die Worte des Propheten, wonach der beste unter den Männern jener sei, der sich am besten gegenüber seiner Frau benehme.

Es könne vorkommen, dass Imame aus anderen Kulturkreisen eine andere Interpretation verfolgten. Und hier liege ein strukturelles Problem vor. Weil nämlich in der Schweiz ein Ausbildungsangebot für Imame fehle, seien die Gemeinden auf den «Import» angewiesen. Gleichzeitig fehlten den Gemeinden oft die finanziellen Mittel zur Entlöhnung. Diese stammten von den Mitgliedern und müssten bereits Kosten für Infrastruktur decken. Grundsätzlich herrsche ein Imam-Mangel.

Eine grosse Herausforderung sei zudem der innerislamische Dialog. Von den 20'000 Muslimen im Kanton Luzern sind rund 10 Prozent aktive Gläubige. Die grössten Gemeinden sind die bosnischen, türkischen und albanischen.

Die IGL empfehle, künftig alle Predigten aufzuzeichnen und die Aufnahmen ein Jahr lang aufzubewahren. Zudem sollen die Gemeinden Personen einführen, die ständig bei Predigten dabei seien und einschreiten könnten. Der Moscheeverein Dar Assalam wolle diese Empfehlungen umsetzen.

Imam freigestellt

Der Vorstand des betroffenen Vereins fehlte aus beruflichen Gründen an der Medienkonferenz. In einer schriftlichen Stellungnahme hielt er fest, er habe sich nach einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen, den Imam freizustellen, nachdem dieser von der Polizei festgenommen und verhört worden war. Seine Stelle wird ausgeschrieben.

In der Moschee dürfe kein Hass, keine Hetze und keine Gewalt verbreitet werden. Es würden keine radikalen Prediger noch radikale Reden akzeptiert. Der Verein respektiere die Verfassungen der Schweiz und des Kantons Luzern. Er betonte aber auch, dass für den Iman noch immer die Unschuldsvermutung gelte.

Der Vorbeter war in der Vergangenheit in Zusammenhang mit Terroristen gebracht und freigesprochen worden. Davon hätte der Vereinsvorstand Kenntnis gehabt und sich mit Mitgliedern und Behörden abgesprochen. Wie lange der Imam bereits in Kriens tätig war, konnte keiner der Anwesenden genau sagen.

Muhamed Sabanovic, der als Projektleiter die Entwicklung des IGL begleitet, gab zu bedenken, dass die Gläubigen denkende Menschen seien und den Worte einer Predigt nicht blindlings folgen würden.

Professionalisierung

IGL-Präsident Alimi verwies zudem auf die Vereinsstrukturen, die auf Freiwilligenarbeit basierten. Man befinde sich in einem Prozess der Professionalisierung und benötige dafür Unterstützung der Behörden. Die IGL wolle sich von der Dachorganisation der Vereine zum Mitgliederverein entwickeln und so das Sprachrohr sämtlicher Muslime werden.

Seit 2005 ist die IGL im Auftrag der Vereine Ansprech- und Dialogpartner der Luzerner Muslime für Behörden, Kirchen und der Öffentlichkeit. (aeg/sda)

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62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mügäli 16.10.2019 18:25
    Highlight Highlight Eigentlich wäre ja die Entscheidung gut allerdings habe ich gerade die Erklärung der Verantwortlichen im TV gesehen. Sie stellen sich nicht gegen diese frauenfeindliche Haltung (mit keinem Wort) sondern stützen ihre Entscheidung einzig auf unsere Gesetze. Heisst für mich, sie Befürworten das Gepredigte ..
  • Satan Claws 16.10.2019 16:52
    Highlight Highlight Hier ist kein Platz für Kinderschänder, Hassprediger, Heuchler, Steuerhinterzieher und Asoziale, nur wer schaut dann zu unseren "relligionsunabhängigen" Gottedhäusern?
  • Rabbi Jussuf 16.10.2019 16:12
    Highlight Highlight "Und hier liege ein strukturelles Problem vor. Weil nämlich in der Schweiz ein Ausbildungsangebot für Imame fehle, seien die Gemeinden auf den «Import» angewiesen."

    Gleich wird der Schwarze Peter dem Staat zugeschoben. Eine typische Verfahrensweise. Dass sie vielleicht selber schuld sein könnten, wenn sie ihre Imame und Prediger nicht im Griff haben, darauf kommen sie nie im Leben.
    Wenn sie eine Ausbildung in der Schweiz wollen, sollen sie das bitte selber organisieren. Das ist keine staatliche Aufgabe!
    Auch hier zeigt sich doch die Inkompabilität solcher Vereine mit der Schweizer Verfassung.
    • Knäckebrot 17.10.2019 12:05
      Highlight Highlight Zudem, wenn man davon ausgeht, dass eine Imam-Ausbildung in der CH div. brisante Sichtweisen verhindern würde, heisst das, dass man davon ausgeht, dass diese einfach alles eins zu eins übernehmen würden, was sie dort lernen würden.

      Die denken wohl, dass eine Imamausbildung in der CH so eine Qualität und Autorität habe, dass die Imame, die von dort kommen, nicht auf die Idee kämen, dass evt. ihre Kollegen aus der Azhar und der Uni in Mekka kompetentere Auslegungen machen könnten.
    • Rabbi Jussuf 17.10.2019 15:25
      Highlight Highlight Eine Imamausbildung braucht es im Islam im Prinzip gar nicht. Es reicht, wenn der Vorbeter die Rituale kennt.
  • Knety 16.10.2019 15:01
    Highlight Highlight Das hat bestimmt nichts mit dem Islam zu tun.
  • Nüübächler 16.10.2019 14:26
    Highlight Highlight Warum sollte ein Iman etwas anderes sagen als im Koran steht?
    Hat nun jemand das Gefühl der Iman sei nun anderer Meinung als vorher?
    • Tjuck 17.10.2019 14:35
      Highlight Highlight Es soll auch Christen geben, die nicht alles blindlings umsetzen, was in der Bibel steht. Zum Glück!
    • Nüübächler 17.10.2019 17:35
      Highlight Highlight Und das wäre?
  • Kanischti 16.10.2019 14:23
    Highlight Highlight Ich musste den Satz mehrmals lesen, bevor ich wirklich verstanden habe: Der IGL hatte aus den Medien über die Vorwürfe erfahren. Das heisst, der Verein weiss nicht was seine Imame in den Moscheen predigen.
    Und falls die Vorwürfe an den Vorbeter stimmen sollten: Warum hat sich nach seiner Predigt keiner seiner Zuhörer beim Verein beschwert? Waren alle mit ihm einig? Niemand von denen will wissen, wie lange der schon da vorbetet?
    Indem wir (Politik/Regierung/Behörden) da einfach nur zuschauen, lassen wir zu dass sich Parallelgesellschaften bilden.
    Ich will das auf keinen Fall!
  • Unicron 16.10.2019 12:49
    Highlight Highlight Wenn ein Imam zu Schlägen aufruft wird die ganze Religion in einen Topf geworfen.
    Wenn aber Katholische Prister tausende kleine Kinder misbrauchen sagt niemand dass alle Katholiken Kinderschänder sind.
    Oder wieviele Trans oder Homosexuelle werden jeden Tag in westlichen Ländern von Leuten verprügelt oder gar umgebracht, welche sich auf ihren christlichen Gott berufen?
    Ich will damit weder den Islam beschönigen noch die Christen verteufeln (bin Atheist), aber es ist interessant wie ein Moslem immer gleich als Botschafter für die ganze Religion gilt, wärend ein Christ ein Einzeltäter bleibt.
    • Rabbi Jussuf 16.10.2019 13:29
      Highlight Highlight Deine zwei Beispiele unterscheiden sich grundlegend:
      Der Missbrauch von Kindern wird von der Bibel oder von der Kirche weder angeraten noch befohlen oder zu einer Regel erhoben, eher das Gegenteil ist der Fall.
      Was allerdings der Religion/Kirche geschuldet ist, ist der Umgang mit den Tätern!

      Eine Frau zu schlagen nur schon bei der Befürchtung sie könne widerspenstig sein, steht als klare Handlungsanweisung im Koran, ist also direkt religiös bedingt UND betrifft alle Muslime.

      Die Homosexualität und sonstiges wird hingegen in beiden Religionen mehr oder weniger explizit verdammt.
    • Nüübächler 16.10.2019 14:08
      Highlight Highlight Es gibt einen wichtugen Unterschied, in der Bibel steht nirgends man soll Kinder schänden und Schwule verprügeln. Es kann sich dabei also niemand auf den Glauben berufen. Wenn nun ein Kind geschändet wird hat das mit dem kath. Glauben nichts zu tun, es ist ein Problem des Täters. Wogegen im Koran ganz klar an einigen Stellen zu Gewalt aufgerufen wird.
    • Rabbi Jussuf 16.10.2019 15:50
      Highlight Highlight Nüübächler
      Nicht ganz. Der sexuelle Missbrauch in der kath. Kirche ist zwar nicht dem Glauben geschuldet, aber der Institution > Zölibat. Der Missbrauch ist also eine indirekte Folge der katholisch-kirchlichen Regeln. Ein weiterer Faktor ist eher allgemein in religiöser Praxis zu suchen: die abgeschlossenen Gesellschaften, wie sie auch in anderen Religionen und Sekten zu finden sind.
      Hingegen ist der Umgang mit den Tätern wieder voll dem Glauben zuzurechnen. Das ergibt dann die unglaublich langwierigen Offenlegungen und, wenn überhaupt, eine Überführung eines Täters an die weltliche Justiz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum44 16.10.2019 10:34
    Highlight Highlight Nichts widert mich so sehr an wie Leute, die ihr Leben nach einem Märchen ausrichten. Wenn dann noch Dritte damit beeinträchtigt werden, sollten die Strafen drakonisch sein.
    • Satan Claws 16.10.2019 21:35
      Highlight Highlight Um Dritte zu beeinträchtigen braucht man keine Fantasyromane. Märchen an sich sind auch nichts schlimmes, nur wahr sind sie nicht.
  • Rabbi Jussuf 16.10.2019 10:01
    Highlight Highlight Verständliche Reaktion des Vereins. Man will schliesslich nicht ins Rampenlicht gezerrt werden. Dass aber ein Umdenken stattgefunden hätte, kann bezweifelt werden, da sie ja so sehr auf der "Unschuldsvermutung" beharren. Die wissen doch selber am Besten, was der Imam dort gepredigt hatte. Fazit: Das Verhalten des Vereins ist reiner Opportunismus.
  • Sam12 16.10.2019 09:46
    Highlight Highlight Starke Reaktion, richtige Entscheidung. Chapeau!
  • Kiro Striked 16.10.2019 09:45
    Highlight Highlight Die Hauptfrage bleibt aber....

    Wie kann ich es ohne Schläge schaffen, dass sich meine Ehefrau gefälligst an meine, mir von Gott äh.. Sorry... Allah persönlich überreichte Herrschaft zuhause hält, Wie Kann ich sie Dazu bringen Meinungslos und regungslos einfach zu spuren, und das ohne Gewalt?

    Eine Freundin von mir war kurze Zeit mit einem Türken zusammen, wenn Sie nicht gemacht hatte was er wollte, hats geknallt, das sei normal im Islam, er sei der König zuhause und sie habe zu machen ohne zu hinterfragen.

    (Ich hoffe man erkennt die Ironie im ersten Teil des Kommentars)
  • Diavolino666 16.10.2019 09:44
    Highlight Highlight Hat er sicher im Koran falsch verstanden...
    • Tjuck 17.10.2019 14:38
      Highlight Highlight Es gibt keine heiligen Bücher. Keine.
    • Diavolino666 17.10.2019 17:54
      Highlight Highlight Meine Rede 😉
  • Dunkleosteus6765 16.10.2019 09:42
    Highlight Highlight Ein Imam wird von einer islamischen Gemeinde freigestellt, weil er das predigt, was im Koran steht? Die Ironie tut weh.

    Und noch etwas: Der Islam (und auch das Christentum, bevor mir jemand aufs Dach steigt) stehen im Konflikt mit der schweizer Verfassung und Gesetzen. Die Begründung des Vereins ist also ein bisschen "Häh?".
    • Jojoeffekt 16.10.2019 09:52
      Highlight Highlight Das Verhalten des Vereins ist vorbildlich. Es zeigt, dass sie Verfassung und Recht der Schweiz hoch gewichten und ihre Religion modern interpretieren. Die Kommunikation scheint offen und direkt zu sein. Ich sehe da gar kein "häh".
    • Garp 16.10.2019 09:58
      Highlight Highlight Das ist nicht richtig. Die Bibel und der Koran stehen z.T. im Konflikt mit der Verfassung. Nur die Extremen nehmen das alles wortwörtlich.
    • Findolfin 16.10.2019 10:04
      Highlight Highlight Ja, aber die christlichen Prediger haben es verstanden, dass gewisse Passagen aus der Bibel nicht mehr zeitgemäss sind und lehren das nicht mehr.
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