Keller-Sutter privat: «Kann nicht Ski fahren»
Bundesrätin Karin Keller-Sutter ist eine vielbeschäftigte Frau. Als Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) hat sie in einer geopolitischen Zeit, die dem Finanzplatz Schweiz einiges abverlangt, alle Hände voll zu tun. Trotz allem führt auch sie ein Privatleben – und über das hat sie im SRF-Podcast «Persönlich» gesprochen.
Vorweg: Wirklich ruhig bleibt das Privatleben einer Bundesrätin nie. So telefoniere sie auch in den Ferien täglich mit dem Büro und beantworte Mails. Das sei schliesslich auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden:
Abschalten könne sie zwischendurch trotzdem. Besonders gut gelinge ihr das, wenn sie sich bewegen könne und den ganzen Tag draussen sei – am Meer oder anderswo. Auch lese sie sehr gerne.
Doch auch unter der Woche bewegt sich Keller-Sutter regelmässig: Jeden Montag steht die 62-Jährige im Boxkeller und unterzieht sich dort dem vom Trainer auferlegten Drill der Schlagkombinationen. Da könne es dann sein, dass man eine halbe Stunde lang das Gleiche mache und Kombinationen abrufe: «Ich schätze das, weil ich da komplett abschalten kann.»
Im Gegensatz zum zweiten Gast der Persönlich-Episode, keinem geringeren als Ski-Star Marco Odermatt, könne Keller-Sutter jedoch nicht Ski fahren. «Katastrophe», merkt Odi scherzhaft an. Ihre Eltern hätten nie frei gehabt, darum hätte sie auch nie Zeit gehabt, um den Sport richtig zu erlernen.
Hartes 2025 hinter sich
Dass man als Bundesratsmitglied mit Herausforderungen konfrontiert ist, ist klar. Doch vergangenes Jahr war Karin Keller-Sutter Bundespräsidentin – und gerade dieses Jahr war besonders anspruchsvoll. Von US-Zollverhandlungen über Diskussionen um ein Entlastungspaket bis zum Verlust ihres ältesten Bruders im Herbst. Wie sie das meistern konnte?
Sie habe gelernt, viel auszuhalten und mental stark zu sein: «Ich kann mich relativ schnell wieder motivieren und Abstand gewinnen.» Einen Schritt zurück machen zeige einem, was im Leben wichtig sei – nämlich Beziehungen, Austausch und Liebe. Der schönste Moment im vergangenen Jahr sei ihre Begegnung mit Papst Leo XIV. gewesen.
Keller-Sutter steht hinter ihrer Anzeige
Auch wenn sie als Bundesrätin eine extrem öffentliche Person sei, ziehe auch sie Grenzen. Sie hatte gegen einen Nutzer der Social-Media-Plattform X Anzeige eingereicht, nachdem dieser den Chatbot Grok aufgefordert hatte, sie sexistisch zu beschimpfen. Eine entsprechende Untersuchung wurde durch die Berner Staatsanwaltschaft eröffnet.
Sie glaube weiterhin, der Fall sei strafrechtlich relevant. Und:
Wenn der sogenannte Mainstream heute sei, dass man keinen Respekt gegenüber einander habe, nehme sie dies zwar zur Kenntnis, kämpfe aber dagegen. Sie glaube, die Mehrheit der Bevölkerung habe weiterhin Werte und wolle diese auch vertreten.
(cpf)
