Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Markus Spillmann, Chefredaktor Neue Zuercher Zeitung, und Markus Somm, Chefredaktor Basler Zeitung, sprechen an der Medienkonferenz des Verbandes Schweizer Medien im Rahmen des Schweizer Medienkongresses, am Freitag, 12. September 2014, in Interlaken. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Markus Somm (links) mit dem abgesetzten NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann am Verleger-Kongress 2014. Bild: KEYSTONE

Gerüchte um NZZ

Markus Somm soll Chefredaktor werden – Kader droht mit Kündigung

Der Verwaltungsrat der «Neuen Zürcher Zeitung» will Markus Somm als Nachfolger von Chefredaktor Markus Spillmann. Für diesen Fall haben mehrere führende Journalisten in der Redaktion mit ihrer Kündigung gedroht, darunter Inland-Chef René Zeller.



Ein Artikel der

Der NZZ-Verwaltungsrat hat sich für «Basler Zeitung»-Chefredaktor Markus Somm als Nachfolger des geschassten NZZ-Chefs Markus Spillmann ausgesprochen. Mehrere Quellen bestätigen diesen Entscheid gegenüber der Zeitung Schweiz am Sonntag.

Über diese Personalie hat NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod bisher weder Redaktion noch Öffentlichkeit informiert. Weil diese Woche jedoch Gerüchte über Somm kursierten, formiert sich in der NZZ-Redaktion bereits Widerstand. Mehrere Kadermitarbeiter drohen offen mit der Kündigung.

Somm als NZZ-Chefredaktor dürfte auch bei Aktionären und Lesern zu einem Proteststurm führen. Am Dienstag tagt der Verwaltungsrat erneut. Zur Verwaltungsratssitzung aufgeboten sind auch die Ressortleiter.

Machtverlust

Unklar ist, ob der Somm-Coup wegen des redaktionsinternen Drucks doch noch scheitert. Die «Schweiz am Sonntag» berichtet weiter, wie diese Woche die Entmachtung des bisherigen NZZ-Chefredaktors Markus Spillmann ablief. Spillmann hätte in der von NZZ-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod gewälzten Neustrukturierung der publizistischen Leitung im Geschäftsbereich NZZ einen empfindlichen Machtverlust hinnehmen müssen.

Blocher sieht «keinen Sinn» in Beteiligung an NZZ

Nach dem Abgang des Chefredaktors der «Neuen Zürcher Zeitung» vergangene Woche widmet sich die Sonntagspresse der Zukunft des Unternehmens. Ein jüngst in Medienberichten kolportiertes NZZ-Engagement vom Mitbesitzer der «Basler Zeitung», Christoph Blocher, stellte dieser in Abrede. Er habe keinen Appetit auf die NZZ, sagte Blocher in einem Interview, das in der «SonntagsZeitung» und im «Matin Dimanche» erschien. «Das würde auch keinen Sinn machen.» Denn um Aktionär bei der NZZ zu sein müsse man freisinnig sein. Er habe aber nicht vor, die Partei zu wechseln. Auch einen Deal zwischen der BaZ und der NZZ schliesse er «eindeutig» aus. «Die Medienvielfalt-Holding wurde ja extra gegründet, um die BaZ verlagsunabhängig zu halten», sagte Blocher. «Es gibt keine Verhandlungen, in keiner Art und Weise», sagte Blocher dazu auch in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». (sda)

Als gesichert gilt neben der Entmachtung als Chefredaktor die Entfernung aus der Unternehmensleitung. Unsicher ist, ob Spillmann den Posten als Leiter Publizistik hätte behalten können.

Am vergangenen Sonntagabend informierte Jornod den völlig überrumpelten Markus Spillmann telefonisch über seine bevorstehende Absetzung als Chefredaktor. Spätestens am Montag, als der NZZ-Verwaltungsrat zu seiner zweitägigen Sitzung zusammentraf, erfuhr Spillmann auch, dass Somm sein Nachfolger werden soll.

Spillmann wagte den Machtkampf

Laut übereinstimmenden Quellen wagte Spillmann den Machtkampf und drohte mit seiner Kündigung, sollte Somm zum Chefredaktor gewählt werden. Doch Spillmann überschätzte seinen Rückhalt. Einstimmig stellte sich der NZZ-Verwaltungsrat hinter die Umbaupläne ihres Präsidenten.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON NZZ CHEFREDAKTOR SPILLMANN --- Markus Spillmann, Chefredaktor Neue Zuercher Zeitung, spricht an der Medienkonferenz des Verbandes Schweizer Medien im Rahmen des Schweizer Medienkongresses, am Freitag, 12. September 2014, in Interlaken. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Spillmann konnte nicht auf die Unterstützung des NZZ-VR rechnen. Bild: KEYSTONE

Eine Mehrheit entschied sich auch für Somm statt Spillmann als Chefredaktor. An der Mitarbeiterinformation am vergangenen Dienstag verschwieg Jornod der versammelten Redaktion, dass der Verwaltungsrat zu diesem Zeitpunkt Somm bereits durchgewinkt hatte. Stattdessen sagte er, die Suche nach einem Nachfolger sei erst angelaufen.

Um die Gerüchte zu Somm zu zerstreuen, wurde eine Namensliste mit möglichen Spillmann-Nachfolgern in Umlauf gebracht. Trotzdem hielten sich die Somm-Gerüchte hartnäckig.

Mit Kündigung gedroht

Präventiv haben deshalb vergangene Woche mehrere NZZ-Kader, darunter Inlandchef René Zeller, mit der Kündigung gedroht, sollte ihnen Somm vor die Nase gesetzt werden. Die Redaktion pocht auf die Redaktionsstatuten, die besagen, dass sie bei einem Chefredaktorenwechsel angehört werden muss.

Am Dienstag ist eine Sitzung des Verwaltungsrats mit den Ressortleitern angesetzt. Thema wird Somm sein. Mehrere Quellen in der NZZ hoffen, dass der Druck aus Redaktion und Öffentlichkeit Somm als NZZ-Chefredaktor noch verhindern kann. (Nordwestschweiz)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • quintessenz 15.12.2014 11:56
    Highlight Highlight Komisch. Theoretisch ist das Rassismus. Da kommt einer mit einer anderen Ansicht und schon stellen alle Linken quer! Fähigkeitszeugnis hin oder her. Schwach.
  • Zarzis 14.12.2014 20:48
    Highlight Highlight Ich bin Überascht das einige Hr. Somm so grosse Qualitäten zusprechen. Habe 2-3 mal Versucht seine Kommentare in der BAZ zu lesen. Also dass entsprach nicht meinem Qualitätsverständnis eines Kommentars. Ein Chefredakteur sollte meiner meinung nach Stammtisch Parolen wie: Gutmenschen, Salon-Sozialisten und was alles für Frasen in einem Kommentar nicht verwenden. Denn es blieb mir der sehr starke Eindruck, es habe gerade Mörgeli auf etwas Illegalem, seinen Hetze losgelasen. Also einen Chefredakteurs nicht Würdig und einer einer Zeitung wie die NZZ schon mal gar nicht! http://ü
  • Maya Eldorado 14.12.2014 19:52
    Highlight Highlight Gut, kommt Herr Somm nach Zürich, wird seine Stelle in Basel frei. Da werden viele Basler aufatmen - vorerst wenigstens.
    Ich bin gespannt, wen da Blocher für diese Stelle aus seiner Trickkiste hervorzaubern wird.
    Die nächste Baustelle wird dann Bern sein. Da fehlt noch ein "rechter" Chefredakteur.
    • blueberry muffin 15.12.2014 01:38
      Highlight Highlight Wie wärs mit Köppel?
    • Maya Eldorado 15.12.2014 12:20
      Highlight Highlight Ich habe soeben in den Nachrichten gehört, dass uns der Somm in Basel erhalten bleibt.
      Wie wär's dann mit Köppel bei der NZZ?
      Diese Rochanden sind so was von blöd. Es geht nur noch um Geld und Strategien - keine guten Zukunftsaussichten.
  • EinePrieseR 14.12.2014 19:50
    Highlight Highlight Bin begeisterter NZZ-am-Sonntag-Leser, seit ich mein Baz-Abo wegen Somm gekündigt habe. Zwischen den zwei Zeitungen liegen Welten. Hoffe nicht mir schon wieder eine neue Zeitung suchen zu müssen...
  • Stefooo 14.12.2014 15:23
    Highlight Highlight Was passiert wenn Herr Somm am Ruder ist sieht man eindrücklich an der Baz. Oberflächliche Artikel ohne Spirit, dafür werden laufend Leute und Institutionen an den Pranger gestellt ohne dass sorgfältig recherchiert wurde. Hauptsache es tönt nach Sensation und die Leser können sich empören, was sich so unmoralisches in der Stadt abspielt. Adieu gute NZZ? Hoffentlich nicht.
  • Zeit_Genosse 14.12.2014 15:01
    Highlight Highlight Der Somm macht für die NZZ nur dann Sinn, wenn als Mitgift die BAZ zur NZZ kommt. Dann hätte der Blocher gleich 2 mal gewonnen und die NZZ zwei neue Probleme.
  • metall 14.12.2014 12:46
    Highlight Highlight Was nervt Ihr euch? Das Blatt war ja schon immer eine rechte Sauce. Wer will schon Information mit einer Gesinnung?
  • Thomas F. 14.12.2014 11:57
    Highlight Highlight Ich lese gerne die NZZ, insbesondere die Auslandberichte. Sollte tatsächlich Somm zum CR ernannt werden, hat die NZZ auch mich als Leser und Abozahler verloren.
  • rolf@rolfkurath.ch 14.12.2014 11:51
    Highlight Highlight NZZ, watson und WOZ sind für mich heute unverzichtbar. NZZ mit Somm will ich nicht. Alternativen für meine beiden NZZ-Abo's finde ich in Deutschland.
    • blueberry muffin 15.12.2014 01:43
      Highlight Highlight WOZ und NZZ? Das ist mal eine interessante Kombi. Ich hörte immer das die NZZ liberal und die WOZ ganz links aussen ist?
  • Markus L 14.12.2014 11:15
    Highlight Highlight Somm als NZZ-Chef wird der alten Tante so schlecht bekommen wie der BAZ. Harakiri total. NZZ adee. Ist aber vielleicht gar nicht so schlecht. Auch eine Art mit Auslaufmodellen fertig zu werden.
    Für Spillmann und Co wäre dad der perfekte Zeitpunkt, um eine neue liberale Online-Plattform zu starten. Ohne all die Hypotheken der alten Tante, aber mit deren besten Schreiberlingen. Sollten mal den Wanner fragen, ob er nochmal 20 Mio. im Keller hat.
  • FelixStocker 14.12.2014 09:43
    Highlight Highlight Dass Somm Chefredaktor der NZZ wird, muss unbedingt verhindert werden. Das wäre eine absolute Katastrophe.
    • Angelo C. 14.12.2014 12:04
      Highlight Highlight Die Katastrophe könnte da bestenfalls in Ihrer eigenen politischen Gesinnung liegen ;-)! Qualitativ wirkt Somm absolut souverän und kompetent. So what?
    • Zarzis 14.12.2014 20:52
      Highlight Highlight Kompetent?
      Wie bitte, seine Kommentare lesen sich wie eine Zusamenmfassung von den Stammtisch Reden in einer Landbeiz in der Pampa.
      So differenziert als ob Meister Mörgeli in Rage die Texte schrieb.
    • kurt3 14.12.2014 23:11
      Highlight Highlight Kompetent und was noch ? Der wöchentlich Erguss könnte leicht von einer Märlitante ( wenn noch welche gibt ) vorgelesen werden. Der Titel dieses Wochenendes : Wilhelm Tell born again ? Ich hab in der Kommentar-
      Spalte nachgefragt , wann und wo Tell zum ersten geboren wurde . Frange zensiert .
    Weitere Antworten anzeigen
  • poesie_vivante 14.12.2014 08:34
    Highlight Highlight Markus Somm wäre eine gute Wahl. Auch wenn er politisch eine rechte Position vetritt, ist er bekannt dafür, dass er seinen Redakteuren und Journalisten nicht seine politischen und idiologischen Ideen aufzwingt, sondern im besten Sinne ein liberaler Geist ist, der unterschiedliche Meinungen in seiner Zeitung tolleriert.

    Mit Markus Somm würde es der NZZ vielleicht gelingen, wieder zur altbewährten gutschweizerischen ausgewogenen und antitendenziösen Berichterstattung zurückzufinden.

    Hoffen wir das Beste für die "Alte Tante". Mit Markus Somm als Chefredaktor könnte ich mir sogar ein Abo dieser Zeitung vorstellen.
    • Hinterländer 14.12.2014 09:45
      Highlight Highlight Mit altbewährt, gutschweizerisch, ausgewogen und antitendenziös (was immer das auch heissen mag) lässt sich keine spannende und aufschlussreiche Lektüre produzieren, und noch weniger einen Beitrag zur Lösung der drängendsten Probleme unseres Landes leisten. Zu einer guten Zeitung braucht es Journalisten mit Rückgrat und Fiduz, auch mal gegen den Mainstream gängiger Meinungen anzugehen, und das hat Spillmann virtuos beherrscht. Ihm zu unterstellen, er wäre kein liberaler Geist und nur Somm wüsste, was Sache ist, kann man so nicht stehen lassen.
    • picu 14.12.2014 10:10
      Highlight Highlight Ach, lassen wir doch die gute alte Tante in Ruhe. Um Markus Somm zu haben könnten Sie doch einfach die Baz abonnieren, die brauchen so oder so dringend Abonnenten.
    • Angelo C. 14.12.2014 12:02
      Highlight Highlight Richtig, Markus Somm ist ein gestandener und fähiger Journalist. Richtig aufmerksam wurde ich eigentlich erst durch die Pay-TV-Sendungen der BAZ auf SF1, wo er stets kompetent, für einen angeblichen Rechten gar ausgewogen daherkam. Also qualitativ gibt es da gar nichts zu kritisieren. Wenn ich ihn mit linken Chefredakteuren à la Strehle oder Loepfe, meinetwege auch mit dem Nationalkonservativen Köppel vergleiche, dann hinkt Somm in keiner Weise hinterher. Bleibt also bloss die politische Richtung, die Einem in den Kram passt oder nicht, was auch auf die zuvorgeannten Herren voll und ganz zutrifft. Als Herausgeber der NZZ wäre es mir wurscht, wenn einzelne Kaderleute die beleidigte Leberwurst mimen und ich selbst, würde die NZZ mit Chefredaktor Somm problemlos abonnieren....
  • Le_Urmel 14.12.2014 08:21
    Highlight Highlight Somm ist der Tod der NZZ, wer seine Kolumnen auf BaZ liest, weiss wie schwer erträglich diese sind. Sollte Somm Chefredakteur bei der NZZ werden, muss ich mir leider eine neue Sonnzagszeitung suchen .....
  • Cavaradossi 14.12.2014 08:16
    Highlight Highlight So wie ich Herrn Somm in der TV Sendung BAZ Standpunkte erlebe, traue ich ihm das notwendige Anforderungsprofil eines NZZ Chefredaktors nicht zu.

Kommentar

Liebe Velofahrer, ihr seid leider die schlimmsten Verkehrsteilnehmer

Das Coronavirus hat dazu geführt, dass in der ganzen Schweiz mehr Leute mit dem Velo unterwegs sind. Das Geschäft boomt, auch mit den E-Bikes. Zusätzlich stimmt die Stadt Zürich am 27. September darüber ab, ob man sich verpflichten will, 50 Kilometer Veloschnellrouten einzurichten.

Das Velo – und besonders die Velofahrer – stehen damit wieder einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein guter Zeitpunkt, euch die Leviten zu lesen. Oder sollte ich sagen: uns? Denn bevor ihr mich in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel