Schweiz
Medizin

Crans-Montana: Lungenschäden bei Brandopfern grosses Problem

Lungenschäden bei italienischen Brandopfern von Crans-Montana grösstes Problem

12.01.2026, 15:2912.01.2026, 15:29

Das grösste Problem der italienischen Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS sind weniger die schweren Verbrennungen, sondern es ist die Lungensituation. Dies sagte ein lombardischer Gesundheitsverantwortlicher nach einem Besuch im Mailänder Spital Niguarda am Montag, wo zwölf Brandopfer gepflegt werden.

Coronavirus, Covid-19, künstliche Beatmung, Beatmungsgerät: Intubierter Patient auf Intensivstation
Die toxischen Substanzen, die durch den Brand entstanden, schlugen den Brandopfern auf die Lunge. Bild: Shutterstock

«Alle diese jungen Menschen mussten hochtoxische Substanzen einatmen, die nun leider auf Lungenebene überwiegen», sagte Gesundheitsassessor Guido Bertolaso. «Diese verursachen eine ganze Reihe von Problemen, insbesondere infektiöser Natur, die äusserst schwer zu bewältigen sind.»

Bei neun Hospitalisierten sei der Zustand kritisch, mit unterschiedlichen Schweregraden. «Sie werden eine sehr lange Zeit auf der Intensivstation und anschliessend im Verbrennungszentrum verbringen müssen. Wir sind bei keinem von ihnen pessimistisch, aber der Kampf ist äusserst hart», fuhr Bertolaso fort.

Sieben Patienten befanden sich am Montag intubiert (künstlich beatmet) auf der Intensivstation, fünf im Verbrennungszentrum. Wir hoffen, dass bei ein oder zwei von ihnen in den kommenden Tagen die Beatmung beendet werden kann. Für drei bis vier wird der Behandlungsverlauf jedoch deutlich länger und komplizierter sein", erklärte Bertolaso.

Die intubierten Patienten seien auch sediert (unter Einfluss von Beruhigungsmitteln) und daher nicht in der Lage, auf Reize zu reagieren. «Ihr Zustand ist sehr ernst», so Bertolaso.

Einer der Patienten werde zudem dialysiert (einer Blutwäsche unterzogen), nachdem er eine sehr schwere Infektion erlitten habe. Ein weiterer junger Mann leide an Asthma – und wie alle an zusätzlichen Lungenschäden. (sda)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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[CH-Bürger]
12.01.2026 16:28registriert August 2018
wie schon mehrfach gehört und wiederholt:
Das Ereignis wird in der öffentlichen Wahrnehmung langsam aber sicher verschwinden.
Die Betroffenen hingegen werden noch zig Wochen oder Monate lang gegen die Wunden kämpfen müssen - teils sogar um ihr Leben. Und danach ein Leben lang durch die Narben an diese Horrornacht erinnert werden... unvorstellbar!

Ich wünsche allen Betroffenen und deren Angehörigen von ganzem Herzen viel Tapferkeit und Zuversicht!

... und dem Rettungs- und Pflegepersonal (nochmals) ein riesengrosses Dankeschön für ihren aufopfernden Einsatz - Tag für Tag!!
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Kommissar Rizzo
12.01.2026 17:22registriert Mai 2021
Man kann sich gar nicht vorstellen, was diese Menschen noch vor sich haben.

In einem Moment fröhlich feiernd, im nächsten im wohl schlimmsten Alptraum, aus dem es kein erwachen geben wird. Unfassbar traurig.
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Psychohirngrütze
12.01.2026 17:00registriert Mai 2025
Man kann immer hoffen, auf eine Besserung des Zustandes, gerade mit schweren Lungenschäden. Aber wie sieht es dann später aus, wenn man diese Katastrophe psychisch verarbeiten muss? Ich hoffe das alle Opfer, die beste Behandlung bekommen und sie stark bleiben, damit sie es überstehen. Nicht einfach! Meine Gedanken sind bei euch und ich wünsche euch allen eine gute Genesung!
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