Schweiz
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Ein Grenzwaechter, rechts, und ein Tessiner Kantonspolizist, links, bewachen am Mittwoch, 2. Maerz 2011, den loechrigen Grenzzaun an der Gruenen Grenze in St. Margerita ausserhalb von Stabio. Aus Angst vor einer Zunahme der Kriminalitaet im Grenzgebiet fordert der Kanton Tessin vom Bund mehr Sicherheitspersonal an der Grenze zu Italien. Hintergrund ist die Ueberfallserie auf Tankstellen und Geschaefte, welche die Tessiner Bevoelkerung in den letzten Tagen und Wochen in Angst und Schrecken versetzten. In der Regel kaemen die Taeter aus dem nahen Ausland. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Grenzwächter beobachten die grüne Grenze bei Chiasso. Bild: KEYSTONE

Einwanderung: Zahl illegaler Einwanderer an Südgrenze steigt sprunghaft an



240 Menschen haben in der vergangenen Woche versucht, aus Italien illegal in die Schweiz einzuwandern. In den Wochen zuvor waren es im Schnitt nur 70 gewesen. Die Grenzwachen wurden im Tessin in den vergangenen Tagen verstärkt.

Auch im Vorjahreszeitraum habe man einen Anstieg von illegalen Grenzübertritten beobachtet, sagte Davide Bassi, Sprecher der Grenzwache Region IV. Er bestätigte eine Meldung des Onlineportals 20min.ch vom Mittwoch.

Laut Bassi waren es im Vorjahr vermehrt Syrer, die im Frühjahr und Sommer an der Grenze in Gewahrsam genommen wurden. In diesem Jahr stammten die meisten Personen aus Gambia, Liberia und Somalia – 120 von ihnen seien allein am vergangenen Wochenende bei Kontrollen in die Obhut der Grenzbehörden genommen worden. 

Sie seien nun dem Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso überstellt worden. Stellten sie einen Asylantrag in der Schweiz, könnten sie dort zunächst verbleiben – ansonsten würden sie wieder auf italienisches Staatsgebiet gebracht, sagte Bassi.

Mehr gefälschte Ausweise

In diesen Tagen seien an der Südgrenze der Schweiz zu Italien zehn zusätzliche Beamte eingesetzt worden, sagte der Sprecher der Grenzwache.

Auffallend ist gemäss Bassi die hohe Anzahl von gefälschten Dokumenten: Allein in der vergangenen Woche hätten die Grenzwachen 30 fingierte Ausweise oder Aufenthaltspapiere entdeckt. Ausserdem würden die Menschen seit Neuem auf regionale Buslinien setzen, um unerkannt über die Grenze zu kommen. Früher hätten sie dies fast ausschliesslich in Zügen versucht. (gag/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 07.05.2015 12:14
    Highlight Highlight Es dürfte eine Vereinbarung mit Italien geben, dass Italien die Bergung der Flüchtlinge übernimmt, sie in erster Linie in die Schweiz und Deutschland weiterschickt, und die Schweiz, Deutschland und andere nördliche Länder die Flüchtlinge aufnehmen und versorgen.
    Ohne eine solche Vereinbarung könnten nicht jährlich hunderttausende Flüchtlinge alleine nach Deutschland einreisen. Dass dabei die EU-Gesetze sowohl von Italien als auch von anderen Staaten gebrochen werden, bleibt dahingestellt.
  • Angelo C. 07.05.2015 02:02
    Highlight Highlight Eigentlich hochdramatisch das Ganze! Wenn das kontinuierlich so weitergeht, haben wir hierzulande ein echtes Problem. Eines das wir zwar jetzt schon de facto haben, nur wird es sich stets weiter multiplizieren. Da es aber schon mittelfristig nicht mehr reichen wird, all diese Leute hier dauerhaft unterzubringen, dies vor Allem auch in der oft lebenslänglich beanspruchten Sozialhilfe, deren Gelder über längere Sicht versiegen werden, muss man sich schon fragen, wie man mit diesem wachsenden Problem sinnvoll umgehen soll, ohne selbst dadurch in nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten zu geraten. Ob die Aufstockung des Grenzpersonals Abhilfe schafft, wagt man zu bezweifeln, zumal dieses ja alle Angehalten nicht unmittelbar nach Italien zurückweist, sondern sie - gefälschte Papiere hin oder her - direkt ins nächste Asylaufnahmeheim verbringen. Wäre spannend zu wissen, was hierzulande für uns alle in 10 Jahren gängige Realität sein wird....vor Allem im Hinblick auf unsere eigenen Jungen.

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