Schweiz
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Selbstfahrende Autos: Heute schon haben Google und verschiedene Autounternehmen Prototypen von selbstfahrenden Autos. Nicht mehr technische, sondern vor allem juristische Probleme müssen noch gelöst werden. Doch dem selbstfahrenden Auto gehört die Zukunft.

Das selbstfahrende Auto ist technisch gesehen längst Gegenwart. Bild: rinspeed

Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten zu selbstfahrenden Autos

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Das Auto der Zukunft fährt völlig selbständig. Durch Sensoren können Autos den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug regulieren und mit der gesamten Infrastruktur kommunizieren (zum Beispiel mit Ampeln). Einen Fahrer braucht es dann keinen mehr, stattdessen wie im Zug nur noch Sitze und Tischchen. Die Technik ist schon längst so weit – doch viele Fragen sind noch offen. Wir sind diesen nachgegangen. Hier die wichtigsten Antworten.

1. Wann kommt das selbstfahrende Auto in die Schweiz?

Die Autoindustrie steht vor dem Durchbruch: Alle grossen Hersteller forschen an Autos, die nicht mehr vom Menschen, sondern vom Computer gesteuert werden. Die meisten Experten gehen davon aus, dass es spätestens im Jahr 2020 bereits regulär autonome Autos geben wird. Allerdings nur auf Autobahnen. Denn dort ist der Verkehr nicht sehr komplex. Es gibt keine Fussgänger, keinen Gegenverkehr und keine parkende Autos.

«Selbstfahrende Autos innerorts werden erst nach 2030 ein Thema sein», sagt Frank M. Rinderknecht, Automobildesigner und Gründer der Entwicklungsfirma Rinspeed. In erster Linie sei das aber eine politische Frage: «Die Gesetzgebung hinkt der Technik immer hinterher», sagt Rinderknecht. Solange es verboten sei, das Lenkrad loszulassen, sei die Einführung von selbstfahrenden Autos nicht sinnvoll.

Doch auf der nationalen Gesetzesebene tut sich was: Gemäss Schweiz am Sonntag prüft das Bundesamt für Strassen (Astra), «ob und inwiefern das geltende Recht angepasst werden muss im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Assistenzsysteme, die immer mehr Fahrerfunktionen übernehmen.»

GRAFIK --- Erklaergrafik zum selbstfahrenden Auto (137 X 94mm quer) vom Dienstag, 6. Januar 2015. (KEYSTONE/Gerhard Riezler)

Bild: KEYSTONE

2. Brauche ich dann noch einen Führerschein?

«Ein Führerschein für selbstfahrende Autos? Natürlich nicht», sagt Rinderknecht. Die Ausbildung zum Autofahrer würde dann obsolet – es sei denn, man wolle aus Lust noch mit einem normalen Auto rumfahren. «Wenn man das dann überhaupt noch darf», sagt Rinderknecht. Vielleicht traut man irgendwann der Maschine mehr als dem Menschen und verbietet es, Auto zu fahren. Rinderknecht: «Das, was heute ein Mensch macht, wandelt man in Bits und Bytes um.»

autonom selbstfahrend selbstfahrendes auto mercedes

Kein Steuerrad, kein Fahrer, kein Führerschein. Im Auto der Zukunft kann man seine Zeit anderweitig nutzen. Bild: mercedes

3. Keine Kontrolle mehr – ist das nicht gefährlich?

«Mit allergrösstem Abstand ist die häufigste Unfallursache heute Unaufmerksamkeit – sprich menschliches Versagen», sagt Rinderknecht. «Eine Maschine hingegen ist viel aufmerksamer, sie ist nie abgelenkt und sie kann keinen schlechten Tag haben.» Unfälle werde es deshalb weniger geben. 

Das Vertrauen in die Technik werde eben erst noch wachsen, sagt Rinderknecht. «Wir stecken mitten in einem Prozess, in dem wir das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine völlig neu definieren.» Der erste Unfall mit einem selbstfahrenden Auto werde noch tagelang Schlagzeilen machen. Irgendwann aber werde man sich gegenüber neuen Entwicklungen öffnen und auch Fehler akzeptieren. «Man kann nicht mit der Erwartungshaltung, eine Maschine sei fehlerlos, in die Zukunft blicken», sagt Rinderknecht.

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Bild: google

4. Wer wird haften, wenn das selbstfahrende Auto einen Unfall verursacht?

Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit selbstfahrenden Autos: Wer kommt im Falle eines Falles für den Schaden auf? Ist es der Hersteller, der Fahrer oder gar die Behörde, die das entsprechende Fahrzeug zugelassen hat? Eine Haltung unter Versicherungs-Experten ist: Auch selbstfahrende Autos werden einen Halter haben. Und letztlich muss sich der Halter versichern. Aber: Sollte es zu Unfällen aufgrund technischer Fehler des selbstfahrenden Autos kommen, so wird es vermutlich Regressmöglichkeiten geben. Sprich: Letztlich könnten auch Hersteller in der Pflicht sein. 

5. Kann das selbstfahrende Auto gehackt werden?

Bei BMW wurden einst automatische Türschlösser gehackt, die mit dem Smartphone geöffnet werden können. Fatal: Wenn eine Schwachstelle mal entdeckt ist, kann das blitzschnell auf Tausende Systeme angewandt werden. Im Extremfall heisst das, dass Tausende autonome Autos ferngesteuert werden könnten.

«Das stimmt», sagt Rinderknecht, «in Zukunft sitzt ein Autodieb auf dem Sofa und stiehlt das Fahrzeug ferngesteuert.» Diese Sicherheitslücken müssten nach und nach ausfindig gemacht und geschlossen werden. Bereits jetzt arbeiten Autohersteller mit Hackern zusammen, um Schwachstellen zu entdecken.

6. Wird der Verkehr auf den Strassen zunehmen?

Der jetzige Trend ist klar: Das Auto verliert an Attraktivität. Die Anzahl absolvierter Führerprüfungen und verkaufter Fahrzeuge geht zurück. Es ist hinlänglich bekannt, dass besonders bei jungen Menschen in urbanen Gebieten das Auto an Stellenwert verloren hat. Die Zeiten, in denen das Auto als Statussymbol vergöttert und nicht hinterfragt wurde, sind vorbei. Wird das autonome Auto diese Entwicklung stoppen oder verstärken?

Osterwochenende Verkehr staut sich auf der A2 Richtung Sueden, am Donnerstag, 2 April 2015, in der Naehe von Wassen. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Easter holiday traffic queues up at the motorway A2 direction south in front of the Gotthard tunnel  in Wassen, Switzerland, Thursday, April 2, 2015. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Weniger Autos, weniger Stau (wie hier vor dem Gotthard): Wird das autonome Auto den Verkehr entlasten? Bild: KEYSTONE

«Das autonome Auto ist effizienter und deshalb nachhaltiger», sagt Rinderknecht. «Ausserdem kann ich die Fahrzeit für alles mögliche nutzen – schlafen, arbeiten, kommunizieren.» Das würde für die Attraktivität des modernen Autos sprechen. Doch der Kostenpunkt bleibt. «Ein Auto muss man sich leisten können und eigentlich ist ja der Nutzen nicht so hoch», sagt Rinderknecht.

Deshalb dürfte auch das Auto der Zukunft vermehrt geteilt werden. Carsharing-Modelle und Plattformen für Mitfahrgelegenheiten boomen. Auch die Etablierung von Uber zeigt in diese Richtung. Federführend ist in der Schweiz aber vor allem Mobility. 2014 starteten mehrere Unternehmen, darunter Migros und Mobility, zusammen die private Carsharing-Plattform Sharoo in der Deutschschweiz.

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