Schweiz
Natur

Grosse Klimademo in Bern: Organisatoren reden gar von 60'000 Teilnehmenden

Zehntausende an der grossen Klimademo am 28. September 2019 vor dem Bundeshaus in Bern: Das Klima ist im Sorgenbarometer innerhalb eines Jahres von Rang 9 auf Rang 3 geklettert. (Archiv)
Tausende Menschen an der Klimademo vom 28. September 2019: Heute dürfte es auch wieder voll werden auf dem Bundesplatz.Bild: KEYSTONE

Zehntausende an Klimademo in Bern – Organisatoren reden gar von 60'000 Teilnehmenden

30.09.2023, 06:5230.09.2023, 18:32
Mehr «Schweiz»

Mehrere zehntausend Menschen haben sich am Samstag laut den Veranstaltern an der nationalen Klimademo in der Stadt Bern beteiligt. Sie forderten sofortigen Klimaschutz.

Der ungewohnt lange Demonstrationszug startete um 14.30 Uhr mit leichter Verspätung beim Bollwerk unweit des Bahnhofs Bern, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Ziel war der Bundesplatz. Die Organisatoren sprachen von über 60'000 Teilnehmenden.

Die Teilnehmer bildeten mehrere Demoblöcke zu Themen wie Gesundheit, Landwirtschaft und Outdoor-Aktivitäten. Sie wollten so veranschaulichen, dass die Auswirkungen der Klimakrise bereits in allen Bereichen der Gesellschaft spürbar seien.

Die Hauptforderung der Kundgebung war Klimagerechtigkeit. Die Klimakrise verschärfe die jetzt schon bestehenden Ungleichheiten auf globaler Ebene noch weiter, hiess es in einem Aufruf. Die Länder des Globalen Nordens verursachten die Krise, deren schlimmsten Folgen zuerst die Menschen im Süden träfen.

«Der Wald brennt, die Arktis schmilzt, die Politik pennt» war auf einem der vielen handgeschriebenen Transparente zu lesen. «Wäre das Klima eine Bank, hätten wir sie längst gerettet», stand anderswo auf einem Stück Karton geschrieben.

Umzug durch die Stadt

Nach einem Umzug durch die Stadt sind Reden und Konzerte auf dem Bundesplatz geplant.

Die Demonstrierenden reisen unter anderem mit sechs Extrazügen an. Es sind auch gemeinsame Anfahrten mit dem Velo geplant. In der Stadt Bern ist am Nachmittag mit grösseren Verkehrseinschränkungen zu rechnen, wie die Kantonspolizei im Vorfeld mitteilte.

Die nationale Klimademo findet 22 Tage vor den nächsten eidgenössischen Wahlen statt. Es ist der letztmögliche Termin für eine Grossdemonstration auf dem Bundesplatz: Im Oktober erlaubt die Berner Stadtregierung keine solchen Anlässe mehr. Sie setzt damit die Praxis der Wahljahre 2011, 2015 und 2019 fort. (jaw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
326 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hanns In der Gand
30.09.2023 08:37registriert August 2023
Immerhin sind die Schwachmaten bereits vor Beginn der Demo unterwegs, wenn auch nur hier in der Kommentarspalte: Doch, es macht einen Unterschied, ob man in Afrika oder CH zur Welt kommt. Doch, fast alles ausser Nichtstun, vielleicht halt nicht unbedingt Wasserstoffautos, bringt etwas. Und ja, auch eine Anreise nach Bern im amortisierten Verbrenner bei voller 5er-Auslastung ist ok, umso mehr im Zug. Und wenn Gutmensch ein Schimpfwort ist, sagt das mehr über die Gesellschaft und den Benutzer des Worts aus, als über die angesprochene Person.
350124
Melden
Zum Kommentar
avatar
Habedi
30.09.2023 16:08registriert Januar 2016
Warum fühlen sich immer alle gleich angegriffen hier in den Kommentaren? Schränkt euch halt nicht ein, mir doch egal. Aber dann seid doch einfach dankbar, wenn es andere tun auch wenn sie ein Smartphone besitzen und ab und zu Fleisch essen. Man muss nicht der perfekte Mensch sein um auf Probleme aufmerksam machen zu dürfen.
24026
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bruno Wüthrich
30.09.2023 12:06registriert August 2014
Ganz wichtig: Genügend Bratwurststände entlang der Wegstrecke.

Spass beiseite: Eine Demo ist immer noch ein seit langer Zeit hoch geschätztes demokratisches Werkzeug, das man nutzen kann, darf und auch soll. Ich selbst bin kein Demonstrant, aber ich achte, wer einer Forderung auf diese Weise - hoffentlich friedlich - Ausdruck verleiht.

Zwar bezweifle ich, dass diese Demo viel bringen wird. Aber wer weiss: es gab schon Demonstrationen, die haben den Lauf der Welt verändert.
16537
Melden
Zum Kommentar
326
Mehrjährige Haftstrafen wegen Wuchers für reiche Inder in Genf

Vier Mitglieder einer reichen indischen Familie haben sich nicht des Menschenhandels schuldig gemacht. Das Genfer Strafgericht hat sie am Freitag von diesem Vorwurf freigesprochen. Sie wurden jedoch des gewerbsmässigen Wuchers schuldig gesprochen.

Zur Story