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Spektakuläre Sprengung auf ehemaligem Fabrikgelände in Horn



Spektakuläre Sprengung am Bodensee: Auf dem ehemaligen Raduner-Areal in Horn TG wurden am Dienstagnachmittag zwei rund 40 Meter hohe Kamine gesprengt. Auf dem Gelände waren am 3. August mehrere Lagerhallen in Brand geraten.

Die beiden rund 40 Meter hohen Türme wurden am Dienstag kurz nach 16 Uhr mit 46 Sprengladungen dem Erdboden gleich gemacht. «Die Sprengungen liefen perfekt», sagte Sprengmeister Marco Zimmermann. Die 5,5 Kilogramm Sprengstoff zündeten wie geplant, die Kamine sackten in sich zusammen. Das Spektakel zog viele Schaulustige an.

Verdacht auf Brandstiftung

Das Feuer Anfang August war in einem Gebäude ausgebrochen, in dem Flohmarktartikel gelagert wurden. Über 200 Feuerwehrleute standen während zwei Tagen im Einsatz. Die Armee half mit Helikoptern beim Löschen. Personen kamen nicht zu Schaden.

Eine technische Ursache für das Feuer konnte ausgeschlossen werden. Es besteht der Verdacht, dass der Brand absichtlich gelegt wurde. Eine Person ist Ende Oktober festgenommen worden und befinde sich seither in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sind noch am Laufen.

Hängige Rechtsfälle

Aus Sicherheitsgründen und aus Gründen des Umweltschutzes werden die Industriebauten nun abgebrochen, wie Andreas Hirzel von der Gemeinde Horn auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Nach dem Abbruch der Industriebauten und der Entsorgung des kontaminierten Bodens soll das Areal einer zeitgemässen Nutzung zugeführt werden. Wann mit der Sanierung begonnen werden kann, ist immer noch offen. «Es sind parallel zum Abbruch immer noch Rechtsfälle hängig», sagt Heinrich Eberhard, welchem der Grossteil des Areals gehört. Er will die Grundstücke zum Verkauf anbieten und durch einen neuen Eigentümer überbauen lassen.

Boden belastet

Das 44'000 Quadratmeter grosse Roduner-Areal liegt an bester Lage direkt am Bodensee. Von 1905 bis 1989 veredelte hier die Firma Raduner Textilien. Sie beschäftigte zeitweise bis zu 500 Mitarbeitende. Allerdings ist der Boden des Areals teilweise mit Chemikalien belastet. Nach der Schliessung der Firma verfügte der Kanton Thurgau im Jahr 2006 eine Sanierung. Dagegen wehrte sich Raduner erfolglos bis vor Bundesgericht. 2014 ging das Unternehmen Konkurs.

Heute gehören drei Viertel des Raduner-Areals dem Bau- und Recyclingunternehmen Eberhard Bau AG mit Sitz in Kloten ZH. Das Unternehmen wäre bereit, die Altlasten auf seiner Parzelle auf eigene Kosten zu beseitigen. (whr/sda)

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