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Run auf den Äscher im Appenzell: Wie viele Touristen verträgt der schönste Ort der Welt? 

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Der Äscher ist die schönste Beiz der Welt
quelle: peter böhi
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Run auf den Äscher im Appenzell: Wie viele Touristen verträgt der schönste Ort der Welt? 

Fluch oder Segen? Seit US-Newsportale die Bergbeiz Äscher hypen, steht sie auf der To-do-Liste immer mehr amerikanischer, aber auch asiatischer Touristen. 
15.08.2015, 11:0116.08.2015, 12:10
Felix Burch
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Das Berggasthaus Äscher wird von Jahr zu Jahr internationaler. Seit Newsportale und US-Schauspieler wie Asthon Kutcher das Berggasthaus als «interessantestes Restaurant der Welt» und «besten Ort der Erde» rühmen, pilgern Gruppen von US-Amerikanern und auch immer häufiger Asiaten zum Restaurant unter dem Fels im Alpstein. 

National Geographic
Die National Geographic Society wurde am 13. Januar 1888 von 33 Männern in den USA gegründet. Zweck der Vereinigung war und ist, geografische Kenntnisse der Allgemeinheit nahezubringen. Neun Monate nach der Gründung erschien das erste National-Geographic-Magazin. 1905 erfand der Chefredakteur Gilbert Hovey Grosvenor den eigentlichen Fotojournalismus, für den das Magazin mit spektakulären Farbfotografien noch heute bekannt ist. Das «National Geographic» gewann zahlreiche Preise, im Jahr 1982 hatte es eine Auflage von fast 11 Millionen Exemplaren. (feb)

Ein Ende des Hypes ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Dass der Äscher das Titelbild des «National-Geographic»-Buches «Places of a Lifetime» schmückt, welches ab 27. Oktober in die Buchhandlungen kommt, verleiht der Bekanntheit des Äschers noch einmal einen Schub.  

«Heute kommen sie sogar mit Rollkoffern»

Ist diese Entwicklung gefährlich? Sind zu viele Gäste, immer mehr Touristen, irgendwann zu viel? Pächterin Nicole Knechtle freut sich primär über die stetig steigenden Besucherzahlen des Restaurants und der Übernachtungen. Dass dies störend werden könnte, glaubt sie nicht. Mehr als voll könne das Gasthaus ja nicht sein, meint sie. «Auffallend ist aber, dass tatsächlich immer mehr Ausflügler mit Halbschuhen, Handtaschen und gar Rollkoffern vorbeikommen», sagt Knechtle. 

Der Äscher ist bei schlechtem Wetter gut besucht.
Der Äscher ist bei schlechtem Wetter gut besucht.bild: watson

Fotograf Peter Böhi ist für die rasch wachsende Berühmtheit des Äschers mitverantwortlich. Viele ausländische Portale benutzten sein Bild, wenn sie über den Äscher berichteten und es ist auch seine Fotografie, die «National Geographic» für das Titelbild ausgewählt hat. 

Aus der Wanderung wurde ein Spaziergang 

Böhi verfolgt die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Er befürchtet, der Äscher könnte – ähnlich wie die Kapellbrücke oder das Jungfraujoch – bald von Touristen überschwemmt werden. Der Wanderweg von der Ebenalp über das Wildkirchli zum Äscher sei schon jetzt nicht mehr wie früher. Was vor noch nicht allzu langer Zeit noch eine Wanderung gewesen sei, sei jetzt ein Spaziergang. «Jeden Stein hat man aus dem Weg geräumt», sagt Böhi. Er hoffe, dass das Ursprüngliche, das Natürliche nicht noch weiter verloren gehe. 

Daniela Bär von Schweiz Tourismus glaubt hingegen nicht, dass der Zauber des Äschers verlorengeht: «Bis aus einem Hype ein störender Massenandrang wird, braucht es einiges mehr als das weltweite Echo», sagt sie. 

Rösti mit Ketchup 

Beispiele wie die Schnee-Affen im japanischen Jigokudani in der Nähe von Nagano zeigen jedoch, dass zu viel Tourismus schädlich sein kann. Bilder der in heissen Quellen badenden Tiere eines «National-Geographic»-Reporters machten den Ort berühmt und seither strömen die Massen zu den Affen. Die heissen Quellen sind längst von künstlichen Betonbecken umfasst, die Affen werden angefüttert, der ursprüngliche Charme ist verlorengegangen. 

Im Winter hocken die Affen freiwillig in die heissen Quellen. Damit sie es auch immer Sommer tun, wird Futter ins Wasser geworfen. 
Im Winter hocken die Affen freiwillig in die heissen Quellen. Damit sie es auch immer Sommer tun, wird Futter ins Wasser geworfen. Bild: KIMIMASA MAYAMA/EPA/KEYSTONE

Auf dem Äscher will man dem entgegenwirken, indem man möglichst wenig verändert. Die Menükarte gibt es jetzt auf englisch, und wenn Amerikaner fragen, erhalten sie auch Ketchup zur Rösti. Allerdings nur mit dem Hinweis, dass sie ohne besser schmecke, sagt die Äscher-Pächterin Knechtle. 

Lese morgen den letzten Teil der Äscher-Trilogie. Fotograf Peter Böhi sagt im Interview, was ihm durch den Kopf ging, als er das Foto seines Lebens schoss. Hier geht es zu Teil 1

Das Haus am Fels
Zum Berggasthaus Äscher führen verschiedene Wege. Bei der einfacheren Route nimmt man die Luftseilbahn von Wasserauen AI hoch zur Ebenalp. Von dort sind es über das Wildkirchli rund 20 Minuten zum Äscher, der auf 1454 Metern über Meer liegt. Die anspruchsvollere Variante führt von Wasserauen hoch zum Seealpsee, von dort zum Äscher und schliesslich über das Wildkirchli auf die Ebenalp. Drei Stunden müssen dafür eingerechnet werden. Im Äscher gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für 45 Gäste. Im Preis von 45 Franken ist das Frühstück inbegriffen. Das Gasthaus ist von 1. Mai bis zum 1. November geöffnet. Seit 28 Jahren führt das Haus die Familie Knechtle, seit zwei Jahren heissen die Pächter Nicole und Bernhard Knechtle. (feb)  
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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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stadtzuercher
15.08.2015 11:11registriert Dezember 2014
"Daniela Bär von Schweiz Tourismus glaubt hingegen nicht, dass der Zauber des Äschers verlorengeht: «Bis aus einem Hype ein störender Massenandrang wird, braucht es einiges mehr als das weltweite Echo», sagt sie. "
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Gewisse Zeitgenossen würden skruppellos alles vermarkten und ausverkaufen, wenns mehr Rendite und Cash bringt. Die Organisation Schweiz Tourismus gehört dazu.
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tomdance
15.08.2015 12:54registriert Januar 2014
Wtf? Der Wirt soll auf Umsatz verzichten, damit wir Wohlstandskinder die Berghütte nicht mit anderen Touris teilen müssen? Gahts no? Wer etwas gegen eine volle Berghütte hat geht entweder nicht hin oder kauft sie. Alle anderen geniessen die Aussicht.
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KLeeX
15.08.2015 12:46registriert Januar 2014
Zitat: Beispiele wie die Schnee-Affen im japanischen Jigokudani in der Nähe von Nagano ... seither strömen die Massen zu den Affen. Die heissen Quellen sind längst von künstlichen Betonbecken umfasst, die Affen werden angefüttert, der ursprüngliche Charme ist verlorengegangen.

Ich glaube die Apenzeller muss man nicht anfüttern. Und der Beton bedeckt sowieso bald das ganze Land.
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