Schweiz
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Switzerland's coach Ottmar Hitzfeld (R) celebrates with a team member their victory over Honduras during the 2014 World Cup Group E soccer match at the Amazonia arena in Manaus June 25, 2014. REUTERS/Dominic Ebenbichler (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

Bild: DOMINIC EBENBICHLER/REUTERS

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«Shaqiris früher Treffer war Doping für das Team» und «Glücklich, dass der Stress weitergeht»

So gelöst hat man Ottmar Hitzfeld seit Wochen nicht mehr gesehen: Shaqiri und Benaglio lobt er über den grünen Klee. Die Geadelten sagen: «Das war ein absoluter Mannschaftserfolg». Und alle freuen sich auf Achtelfinal-Gegner Argentinien.



Ein Rumpeln geht durch das Land, tausend Steine fallen von ebenso vielen Herzen. Und nur Minuten nach Spielschluss stellten sich diverse Schweizer Kicker den Medien und konstatieren unisono: «Wir haben diesen Achtelfinal-Einzug als Mannschaft geschafft. Wir haben solidarisch gespielt. Wir haben füreinander gekämpft.» 

Switzerland's Xherdan Shaqiri (23) celebrates with his teammates after scoring his side's 2nd goal during the group E World Cup soccer match between Honduras and Switzerland at the Arena da Amazonia in Manaus, Brazil, Wednesday, June 25, 2014. (AP Photo/Frank Augstein)

Zusammen jubeln, zusammen siegen. Der Erfolg gegen Honduras war eine Leistung der ganzen Mannschaft. Bild: Frank Augstein/AP/KEYSTONE

Captain Gökhan Inlers Reaktion bringt es auf den Punkt; er dankt dem Staff. «Es war nicht einfach, bei diesen klimatischen Bedingungen hier in Manaus zu spielen. Aber man hat im Umfeld alles für diesen Erfolg gemacht.»

«Man hat im Umfeld alles für diesen Erfolg gemacht.»

Gökhan Inler

Die Hitzfeld-Elf, sie ist nach dem Honduras-Spiel ein einig Volk mit geschwellter Brust. Und Volkes Stimme, nun in der Gestalt von Goalie Diego Benaglio, sagt: «Entscheidend war die Einstellung, wie wir uns auf dem Platz präsentiert haben. Wir haben das Weiterkommen mit dem Spiel sicher verdient.»

«Wir haben an unsere Stärken geglaubt, haben nicht alles so negativ gesehen wie einige Journalisten».

Ottmar Hitzfeld

Am breitesten lacht Hitzfeld

Trainer Ottmar Hitzfeld wirkt beim Interview gelöst, ja fast schon leicht euphorisch. Keinem ist die Erleichterung mehr anzusehen. Und eine kleine Speerspitze gegen die Medien-Meute, die die Mannschaft nach dem Frankreich-Debakel bereits abgeschrieben hatte, kann er sich auch nicht verkneifen. «Wir haben an unsere Stärken geglaubt, haben nicht alles so negativ gesehen wie einige Journalisten. Wir haben Solidarität bewiesen und hatten einen Shaqiri in Höchstform», sagte er. «Sein Winkelball war Doping für die gesamte Mannschaft. Aber auch die defensive Organisation hat mir gefallen, auch wenn Honduras zu der einen oder anderen Chance nach Flankenbällen kam. Aber wir hatten im Tor einen überragenden Diego Benaglio.»

Switzerland's coach Ottmar Hitzfeld (L) embraces Xherdan Shaqiri after he was substituted during their 2014 World Cup Group E soccer match against Honduras at the Amazonia arena in Manaus June 25, 2014. REUTERS/Michael Dalder (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

Ottmar Hitzfeld gratuliert Xherdan Shaqiri zu seiner überragenden Leistung. Bild: MICHAEL DALDER/REUTERS

Reporterfrage: «Wie haben Sie Xherdan Shaqiri nach seinen ersten beiden missratenen Auftritten aufgebaut?»

Hitzfeld: «Dafür brauchte ich kein Zaubermittel. Man muss mit Fussballern umgehen wie mit normalen Menschen. Kriegt jemand auf die Nuss, muss er wieder aufgebaut werden, muss er das Vertrauen ausgesprochen kriegen. Shaqiri ist ein Vollblutfussballer.»

«Shaqiri ist ein Vollblutfussballer.»

Ottmar Hitzfeld

Der nächste Gegner: Argentinien

Hitzfeld: «Argentinien ist noch weit weg. Die müssen wir erstmal studieren. Aber ja, es könnte sein, dass uns das Team liegt, wie uns grosse Gegner tendenziell besser liegen als kleine Mannschaften. Als südamerikanisches Team aber haben die Argentinier sowieso schon mal einen Vorteil, viele europäische Mannschaften sind hier ja auch schon ausgeschieden. So oder so: Ich bin glücklich, dass der Stress weiter geht.». Es sind die Aussagen eines Trainers im Herbst seiner Karriere, der weiss: Was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Als Mannschaft kann man nur mehr gewinnen.

25.06.2014; Manaus; Fussball - WM Brasilien 2014 - Schweiz - Honduras; Xherdan Shaqiri (SUI) jubelt nach dem Tor zum 1:0 hinten Goekhan Inler (SUI) (Pier Giorgio/Best Photo/fotogloria/freshfocus)

«Titanic» auf Nati-Art: Gökhan Inler beglückwünscht Xherdan Shaqiri. Bild: Pier Giorgio

Dem pflichtete auch Gökhan Inler bei. Er sagt: «Wir haben nun nichts mehr zu verlieren. Bereits beim Trainingslager in Weggis habe ich gesagt, Argentinien sei mein Traumgegner. Die Partie wird 90 Minuten dauern oder länger, wir spielen Elf gegen Elf, es ist alles offen.»

«Wir haben nun nichts mehr zu verlieren. Die Partie gegen Argentinien wird 90 Minuten dauern oder länger, wir spielen elf gegen elf, es ist alles offen.»

Gökhan Inler

Granit Xhaka, gegen Honduras von Beginn auf der rechten Aussenbahn eingesetzt, ergänzt: «Unsere Konterqualitäten kamen heute zum Tragen. Und sie könnten auch gegen Argentinien helfen.»

Shaqiri: «Wir hätten noch mehr Tore schiessen können»

Zu guter Letzt kommt der Mann des Spiels, Xherdan Shaqiri, zu Wort. Ziemlich beseelt gibt er zu Protokoll: «Wir haben etwas Unglaubliches geschafft. Im Achtelfinal ist alles möglich.» Die Kritik im Vorfeld der Partie, die Hattrick-Zaubermaus wurde dadurch eher beflügelt als gelähmt: «Ich war nie einer, der viel redet. Meine Antworten versuche ich immer auf dem Platz zu geben, ich beweise mich lieber so. Ich habe immer betont, dass wir nur als Mannschaft erfolgreich sein können. Und so wie wir aufgetreten sind, das macht mich stolz.»

«Meine Antworten versuche ich immer auf dem Platz zu geben.»

Xherdan Shaqiri

Reporterfrage: «Hat der Hattrick eine besondere Bedeutung für Sie?»

Shaqiri: «Drei Tore an einer WM zu schiessen, das ist schon schön. Josip Drmic und ich, wir haben super harmoniert. Wir hätten sicher noch das eine oder andere Tor mehr schiessen können.»

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Das lange Leiden bis zum kleinen Befreiungsschlag

Die Schweiz hat nach dem 2:0 gegen Irland die EM-Qualifikation in den eigenen Händen. Was der Sieg sonst noch bedeutet – der Kommentar.

Endlich die Erlösung! Endlich fällt das 2:0. Sekunden später ist das Spiel vorbei. «Tous ensemble!», skandiert das Genfer Publikum. Alle zusammen! Schweizer Spieler und Betreuer umarmen sich. Der Jubel ist gross. Es ist ein Jubel der Erleichterung.

Es zählte nur eines gestern: der Sieg. Er ist geglückt. Zwar erkämpft. Mit einem zu langen Leiden. Und ohne jede Leichtigkeit. Aber das 2:0 ist auch nicht glückhaft. Deshalb gilt: Pflicht erfüllt.

Eine erneute Enttäuschung wäre auch ziemlich verwegen …

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