Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Gibt zu reden: Selecta-Apfel, in Plastik verpackt. bild: ch-media / leserbild

Klimajugend ärgert sich über Äpfel im Plastik aus dem Selecta-Automat

Selecta führt an einigen Verkaufsstellen auch Äpfel im Angebot. Dass diese einzeln in Plastik verpackt sind, provoziert die Klimajugend. Nun prüft die Firma Alternativen.

Raphael Rohner / ch media



Auf sozialen Medien und in diversen Whatsapp-Gruppen kursiert derzeit das Bild von Äpfeln in einem Selecta-Automaten. Diese sind in einer Box aus transparentem Kunststoff eingepackt und kosten je Fr. 1.50. Die Äpfel im Plastik sorgen für Kopfschütteln bei Passanten auf der Strasse: «So etwas Unsinniges habe ich noch nie gesehen, da fühlt man sich ja wie eine Astronautin», sagt eine Frau am Bahnhof in St. Gallen. Ihr Gegenüber steht mit einem eingerollten Klimaschutz-Transparent da und enerviert sich: «Ich habe schon bei den geschälten Mandarinen in den Plastikverpackungen gedacht, dass es nicht mehr dümmer geht, aber das? Unglaublich!» Eine solche Verpackung sei heute einfach nicht mehr vertretbar, lautet das Gros der Kommentare.

Keine Alternative zu Plastik?

Doch warum verkauft Selecta die Äpfel in einer Plastik-Box? Mediensprecherin Patrizia von Gunten klärt auf: «Eine Verpackung ist grundsätzlich aus hygienetechnischen Gründen Vorschrift. Wir sind laufend dabei, auch alternative Verpackungen zu testen. Bis heute haben wir leider keinen optimalen Ersatz gefunden.»

«Auch bei Selecta ist der überlegte Umgang mit Ressourcen ein stetes Thema.»

Selecta-Sprecherin Patrizia von Gunten

Die Verpackungen müssen eine universelle Form haben, damit es nicht zu Störungen in den Automaten komme, sagt von Gunten. Der Kunststoff soll die Äpfel vor Stössen und Schlägen schützen. Das unterstreiche die Strategie von Selecta, etwas gegen Foodwaste zu tun. «Das wäre weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht sinnvoll.»

Eine Alternative für den Kunststoff, um den Apfel zu schützen, gibt es laut von Gunten nicht: «Es wurden Varianten mit einer Kartonhülle getestet. Leider hat dies technisch nicht funktioniert. Die Industrie ist aber von verschiedensten Seiten gefordert, alternative Verpackungen anzubieten, um Plastikabfall zu verhindern.»

Angebot in privatem Rahmen

Entgegen der Vermutung einiger Passanten sind die Äpfel in den Plastikhüllen jedoch nicht in jedem der rund 8000 roten Verpflegungsautomaten erhältlich. Wie Recherchen zeigen, sind die Äpfel bei Selecta auch nicht in der Sortimentsliste. Verkauft werden sie allerdings schon länger, jedoch nicht in den öffentlich zugänglichen Automaten, wie beispielsweise am Bahnhof: «Nur in rund 200 Automaten in Unternehmen bieten wir die Äpfel an», erklärt Selecta-Sprecherin Patrizia von Gunten. Und: Die Äpfel würden nur auf expliziten Kundenwunsch angeboten. So könnte auch das Bild in den sozialen Medien das nun zum Shitstorm auf die Firma führt, in einer Kantine oder auf einem privaten Gelände entstanden sein.

«Bis heute haben wir kaum negative Feedbacks zu diesem Artikel erhalten», sagt von Gunten. «Jedoch ist auch bei Selecta der überlegte Umgang mit Ressourcen ein stetes Thema.» Man biete den Privatkunden neuerdings ganze Früchteboxen an, welche unter anderem eine bessere Option gegenüber den Äpfeln darstellen soll. «Das ist unsere Zukunft.»

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die fünf grössten Plastiksünder am Mittelmeer

Seepferdchen klammern sich nun schon an Plastik fest

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

47 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
violetta la douce
09.04.2019 06:01registriert February 2019
„Klimajugend“
dürfte das neue Unwort 2019 werden.
33920
Melden
Zum Kommentar
[CH-Bürger]
09.04.2019 06:28registriert August 2018
ich finde es gut und richtig, dass man sich aktiv Gedanken macht und Plastikverschwendung bekämpfen möchte.
Dieselbe Thematik betrifft BIO-Gemüse (zBsp Gurken), das plastikverpackt verkauft wird. Da habe ich mich auch schon genervt! Dann allerdings gelesen, dass diese dank des Plastiks ca 14 Tage anstatt nur 3 Tage frisch bleiben und somit weniger Gurken weggeschmissen werden müssen... (geschälte Früchte verpackt verkaufen ist natürlich idiotisch!)
ansetzen müsste man bei der Kundenhaltung: man dürfte eben nicht erwarten, dass man von 06:00-22:00 durchgehend frische Ware kriegt...
19814
Melden
Zum Kommentar
Bijouxly
09.04.2019 08:34registriert December 2014
Das hat doch nichts mit "der Klimajugend" zu tun. Sorry aber langsam wird es ein bisschen abgehoben.
861
Melden
Zum Kommentar
47

Abschussbefehl: Australier töten in den kommenden Tagen 10'000 Kamele

Australien brennt. Das ist mittlerweile bekannt. Auch dass Flora und Fauna extrem darunter leiden, ist bekannt. Bilder von verbrannten Kängurus und brennenden Koalas gehen um die Welt. Doch die Dürre in Australien fordert auch andere tierische Opfer: Kamele.

Wie The Australian berichtet, werden ab Mittwoch während fünf Tagen 10'000 Kamele geschossen. Passieren wird dies im lokalen Verwaltungsgebiet Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY), einer Aboriginal Community im Bundesstaat South …

Artikel lesen
Link zum Artikel