Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Ton gegenüber Juden ist in der Schweiz deutlich aggressiver geworden

2014 wurden in der Schweiz deutlich mehr und gravierendere antisemitische Vorfälle registriert. Vor allem auf Facebook sei der Hass überbordet.



Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) erfassten in ihrem Antisemitismusbericht 2014 in der Deutschschweiz 66 antisemitische Vorfälle. Das seien fast dreimal so viele wie im Jahr zuvor. Antisemitische Äusserungen im Internet und in sozialen Medien seien in der Zahl nicht eingeschlossen.

Dass während militärischer Eskalationen in Nahost die Zahl der antisemitischen Vorfälle steigt, sei nichts Neues. Auffallend sei allerdings die Schwere der Vorfälle und die Stärke der Zunahme im letzten Jahr.

Mit dem Tod bedroht

Körperliche Angriffe auf Juden hat es gemäss Bericht in Davos und in Zürich gegeben. Bei den meisten registrierten Vorfällen handelte es sich allerdings um antisemitische Zuschriften. Deren Inhalt war «teilweise aussergewöhnlich feindselig».

Während sich in den Vorjahren viele Aussagen noch an der Grenze der legitimen Israelkritik bewegt hätten, seien 2014 jüdische Personen beschimpft, beleidigt und teilweise gar mit dem Tod bedroht worden. Gedroht wurde auch, es werde eine Synagoge gesprengt.

Männer zwischen 15 und 30 Jahren

Besonders viele Drohungen gegen Jüdinnen und Juden wurden auf Facebook registriert. In einigen Fällen wurden Strafverfahren eröffnet.

Auffällig viele, die auf Facebook gegen Juden hetzten, waren gemäss dem Antisemitismusbericht junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren. Viele von ihnen hätten offenbar einen muslimischen Hintergrund, wie anhand ihrer Posts und ihrer Profile zu vermuten sei.

SIG und GRA weisen aber darauf hin, dass es sich «um eine kleine Minderheit der muslimischen Bevölkerung der Schweiz» handle und aus den Posts nicht auf eine weit verbreitete antisemitische Einstellung innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe geschlossen werden könne. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das Rasseproblem der Medizin: Warum Herkunft eine Rolle spielen sollte - es aber nicht tut

Sind die Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft so gross, dass sie medizinisch anders behandelt werden sollten? Ärzte und Anthropologen sind sich uneinig. Eine technische Lösung könnte den Konflikt aber bald lösen.

Auf dem Papier ist die Sache klar. Forscher im deutschsprachigen Raum sind sich einig, dass Menschen aufgrund ihrer Genetik nicht in Rassen eingeteilt werden können. Erst letztes Jahr veröffentlichten deutsche Anthropologen die Jenaer Erklärung, in der sie postulieren, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sich weder genetisch noch vom Aussehen genügend unterscheiden, um sie in Gruppen einzuteilen. Sie forderten deshalb, dass der Begriff Rasse im Zusammenhang mit Menschen nicht mehr …

Artikel lesen
Link zum Artikel