Schweiz
Geheimdienste

Nazi-Arzt Josef Mengele in der Schweiz: NDB gewährt Zugang zu Dossier

Nach Beschwerde: NDB gewährt nun doch Zugang zu Mengele-Dossier

04.05.2026, 12:0404.05.2026, 12:04

Der Schweizer Nachrichtendienst gewährt künftig Zugang zum Dossier über den Nazi-Verbrecher Josef Mengele – «unter noch zu definierenden Auflagen». Aufgrund einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht hat er die rechtliche Ausgangslage neu beurteilt.

Hintergrund der neuen Haltung ist eine hängige Beschwerde gegen ein abgewiesenes Einsichtsgesuch, wie der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) am Montag mitteilte. In diesem Rahmen habe er «verschiedene Abklärungen» getroffen und sei zum Schluss gekommen, dass die Grundlage für die Einsicht gegeben ist.

Zugangspraxis wird überprüft

Ein Bundesratsbeschluss aus dem Jahr 2001 sieht laut der Mitteilung grundsätzlich eine «liberale Einsichtspraxis» für das von der Bergier-Kommission ausgewertete Archivgut vor. Das Bundesarchiv habe bestätigt, dass auch das Mengele-Dossier unter diesen Anwendungsbereich falle.

Der Nachrichtendienst habe dem Gericht und dem Beschwerdeführer nun eine neue Verfügung in Aussicht gestellt. Weil das Dossier weiterhin schutzwürdige Informationen enthalte, werde der Zugang aber an Auflagen geknüpft sein. Der NDB nehme den Fall zum Anlass, seine generelle Zugangspraxis für archivierte Unterlagen zusammen mit dem Bundesarchiv zu überprüfen.

Einsicht zuvor abgelehnt

Der NDB hat Einsichtsgesuche in das Dossier mit Verweis auf eine 80-jährige Schutzfrist bisher abgewiesen – zuletzt im vergangenen Februar. Medienberichten zufolge hatte der Historiker Gérard Wettstein diesen Entscheid angefochten. Er will herausfinden, ob Mengele 1961 in Kloten im Kanton Zürich war und ob die Schweizer Behörden den international zur Verhaftung ausgeschriebenen Kriegsverbrecher entkommen liessen.

Josef Mengele war im Konzentrationslager Auschwitz für grausame medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen «Todesengel von Auschwitz» bekannt. Ihm gelang nach Kriegsende die Flucht nach Südamerika. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall in Brasilien. (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Muoten-Roshi
04.05.2026 12:36registriert Mai 2022
Mengele, weiterhin schutzwürdige Informationen?
Hackts?
Meine Vermutung läuft darauf hinaus, das da noch einige Helferlein hochbetagt, oder deren Familienmitglieder am Leben sind und munter in der Politik, oder Justiz mitmischen.....

Saubande damische!
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insert_brain_here
04.05.2026 12:24registriert Oktober 2019
Was bzw. wer muss denn geschützt werden? 🤔
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Simsalabimeon
04.05.2026 12:45registriert Oktober 2024
Oha, was soll da schützenswert sein? Geht es da um Angehörige von Sympathisanten? Oder gar um Nachkommen von sonstigen Naziverbrecher? Oder werden da gewisse Firmen, Banken geschützt? Ich finde, die Schweiz (und die Welt) hat ein Recht auf die Wahrheit.
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