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Josef Mengele, KZ-Arzt im Konzentrationslager Auschwitz, beruechtigt als

Mengele, der «Todesengel von Auschwitz», kam nie vor Gericht.  Bild: KEYSTONE

Der Nazi-Arzt Mengele entkam dem Mossad nur knapp – ein anderer Nazi war wichtiger



Der israelische Geheimdienst Mossad hatte laut einem Zeitungsbericht mehrfach die Möglichkeit, den in Südamerika untergetauchten Nazi-Verbrecher Josef Mengele festzunehmen. Dies schreibt der israelische Journalist Ronen Bergman in der Wochenzeitung «Die Zeit».

Bergman hat nach eigenen Angaben Interviews mit Angehörigen des Mossads geführt und Einblick in die Akte des Mossads über Mengele erhalten.

«Die Recherchen zeichnen das Bild einer gescheiterten Operation – und eines Geheimdienstes, der die Suche nach Mengele erstaunlich lange schleifen liess», schreibt Bergman. Der Mossad äusserte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Der «Todesengel von Auschwitz»

Der Arzt Mengele war im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz für grausamste medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen «Todesengel von Auschwitz» berüchtigt. Er führte Infektionsversuche mit Typhusbakterien an eineiigen Zwillingen durch, wobei er seinen Versuchspersonen Gliedmassen amputierte oder ihnen Organe aus dem Körper schnitt. Zahlreiche Opfer tötete er, um sie obduzieren zu können. 

Mengele war nach Kriegsende zunächst die Flucht nach Argentinien und 1960 nach Brasilien gelungen. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall im Küstenort Bertioga im Bundesstaat São Paulo.

In this Dec. 7, 2016 photo, forensic doctor Daniel Munoz shows the skull of Nazi war criminal Josef Mengele, at the school of medicine of Sao Paulo University in Sao Paulo, Brazil. In an ironic twist that many Holocaust survivors may see as a form of justice, forensic medical students in Brazil are now learning their trade with the remains of Josef Mengele, the notorious Nazi Angel of Death of the Auschwitz concentration camp who conducted horrific experiments on thousands of Jews. (AP Photo/Andre Penner)

Das blieb von Mengele übrig: 1979 starb der Nazi-Verbrecher bei einem Badeunfall in Brasilien.  Bild: AP/AP

Zugriff nicht erlaubt

Mossad-Agenten kamen laut «Zeit» 1962 dank der Hinweise eines Journalisten in der Nähe von São Paulo auf die Spur von Mengele. Der Geheimdienst observierte einen Exildeutschen, der öfter eine abgelegene Farm am Rande von São Paulo aufsuchte. Im Rahmen dieser Überwachung trafen im Juli 1962 mehrere bewaffnete Mossad-Agenten auf eine Gruppe von Männern, unter denen sich offenbar Mengele befand.

Doch die Zentrale erlaubte den Zugriff nicht. «Zu jener Zeit war der Mossad mit anderen Operationen im Nahen Osten beschäftigt, die Kapazitäten reichten nicht aus», schreibt Ronen. Der Mann verschwand wieder.

«Zur Zeit, als wir Eichmann festnahmen, lebte Mengele in Buenos Aires. Wir machten seine Wohnung ausfindig und observierten sie.»

Rafi Eitan, Mossad-Agent

Später verwies das israelische Konsulat in Buenos Aires auf eine Frau, die berichtete, sie sei bei einem Verwandten auf der Geburtstagsfeier für Mengele gewesen, ebenfalls 1962. Doch der Mossad schickte nur einen Agenten hin zur Untersuchung, der später unverrichteter Dinge wieder abreiste.

Eichmann war wichtiger

1960 hatte der Mossad den Organisator des Holocausts, Adolf Eichmann, in Argentinien entführt und nach Israel gebracht, wo er vor Gericht gestellt und 1962 hingerichtet wurde. «Zur Zeit, als wir Eichmann festnahmen, lebte Mengele in Buenos Aires. Wir machten seine Wohnung ausfindig und observierten sie», sagte nun der damalige Leiter der Operation, Rafi Eitan, im israelischen Radio. 

Mossad-Chef Isser Harel wollte, dass die Agenten neben Eichmann auch gleich noch Mengele kidnappen sollten. Eitan sagte, er habe damals dagegen argumentiert: «Ich wollte nicht zwei Operationen gleichzeitig abwickeln. Denn wir hatten eine erfolgreiche Operation in der Tasche, und wenn Du versuchst, eine zweite vorzunehmen, gefährdest Du meiner Erfahrung nach beide.»

Schliesslich blieb Eitan in Argentinien zurück, um Mengele zu überwachen, während seine Kollegen Eichmann nach Israel brachten. «Mengele war nicht zu Hause, und die Nachbarn sagten, er werde in einer Woche zurück sein», sagte Eitan. «Wir warteten eine Woche, doch in der Zwischenzeit ging die Nachricht von seiner (Eichmanns) Gefangennahme um die Welt, und Mengele kehrte nie in seine Wohnung in Buenos Aires zurück.»

Das wurde aus der Führungsriege des «Dritten Reiches»

(dhr/sda/dpa)

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