Es droht ein Engpass bei Campingplätzen in der Schweiz
Anfang März erhielten diverse Walliser Campingplätze Post von der kantonalen Baukommission. Aufgrund von Naturgefahren mussten sie per sofort schliessen. Gegenüber dem Blick übt der Campingverband nun Kritik am Vorgehen der Behörden und warnt vor Engpässen.
In den vergangenen Jahren und Monaten stellten viele Zeltplätze in der Schweiz ihren Betrieb ein, berichtet der «Blick». Gleich 13 Campingplätze im Wallis mussten aufgrund von Naturgefahren, wie etwa Steinschlag, Murgänge oder Ufererosionen, schliessen. Im Kanton Bern wurde ein Campingplatz geschlossen, weil er sich in einem Naturschutzgebiet befand, und in Zug sorgte ein neues Freizeitraumgestaltungskonzept für die Schliessung eines TCS-Campingplatzes.
Der nationale Dachverband der Schweizer Campingbranche betrachtet die Schliessungen differenziert. «Dort, wo tatsächlich akute Naturgefahren drohten, sind Schliessungen – oder zumindest Teilschliessungen – letztlich richtig und unvermeidbar», erklärt er dem «Blick». «Trotzdem muss aber kritisch hinterfragt werden, ob präventive Schutzmassnahmen frühzeitig und ausreichend geprüft wurden.»
Die hohen regulatorischen Hürden in der Raumplanung und dem Umweltschutz, die hohen Investitionskosten sowie langwierige Baubewilligungsverfahren erschweren das Bauen von neuen Campingplätzen. Die verlorenen Kapazitäten wieder zu ersetzen, sei heute «nur bedingt realistisch», teilt Swisscamps dem «Blick» mit. In der Hochsaison könnten so Engpässe entstehen, was möglicherweise zu mehr Wildcampen führt.
Swisscamps sieht vorerst keine Trendwende bei Campingplatzschliessungen. Naturgefahren infolge des Klimawandels, steigende Investitionsanforderungen und ein wachsender regulatorischer Druck werden zu weiteren Einstellungen des Betriebs führen, befürchtet der Verband gegenüber «Blick». Swisscamps fordert deshalb die «Förderung von Innovation und nachhaltigen Konzepten – auch für die Sicherheit» sowie «risikobasierte Lösungen» statt pauschaler Schliessungen.
