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ARCHIVBILD ZU DEN AEUSSERUNGEN VON VITUS HUONDER GEGEN DIE VERHUETUNG, AM FREITAG, 29. JUNI 2018 - Der Churer Bischof Vitus Huonder posiert am Mittwoch, 9. Maerz 2011, nach einer Fruehmesse auf dem Hof in Chur. Anlaesslich einer bereits seit laengerem geplanten Sitzung haben sich gestern Dienstag, 8. Maerz 2011, in Einsiedeln Vertreter der Biberbrugger-Konferenz mit Vertretern der Dekanate des Bistums Chur getroffen. Die Gespraechsrunde sei besorgt ueber die derzeitige aufgewuehlte Situation im Bistum Chur. Generalvikar Andreas Rellstab hatte im Februar wegen Differenzen mit Bischof Vitus Huonder sein Amt zur Verfuegung gestellt. Auch weitere Fuehrungskraefte in der Dioezese demissionierten. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Bischof Vitus Huonder. Bild: KEYSTONE

Vitus Huonder – wer folgt auf den umstrittenen Bischof?

Kari Kälin / CH Media



Diesen Moment haben sich viele Reformkatholiken herbeigesehnt. Am Ostersonntag, an seinem 77. Geburtstag, endete die Amtszeit von Vitus Huonder. Der wohl umstrittenste Oberhirte der Schweiz wird die bischöflichen Geschäfte noch so lange weiterführen, bis das Domkapitel des Bistums Chur einen Nachfolger erkoren hat.

Im Vorfeld der Bischofswahl haben Priester an die 700'000 Gläubigen im Bistum Chur appelliert, für einen «guten» Bischof zu beten, für einen, der versöhnend und verbindend wirke.

Den Wunsch nach einer Integrationsfigur, einem Wogenglätter, einem Gräbenzuschütter haben verschiedene Akteure mehrfach geäussert im Bistum Chur, zu die Kantone Schwyz, Uri, Nid- und Obwalden, Zürich, Glarus und Graubünden gehören. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Bischofwahl.

Wer könnte Vitus Huonder beerben?

Als möglicher Kandidat gilt Urban Federer, der Abt des Klosters Einsiedeln. Werner Inderbitzin, der Präsident der Schwyzer Kantonalkirche, glaubt, dass er «wieder für die nötige Ruhe in Chur sorgen könnte». Weggefährten beschreiben Federer als sanften, klugen Zeitgenossen, intelligent, offen und tolerant. In Einsiedeln wird der 50-Jährige geschätzt, weil er aktiv am Dorfleben teilnimmt.

Immer wieder macht auch der Name von Alain de Raemy die Runde, des 60-jährigen Weihbischofs des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg. Der «Tages-Anzeiger» beschreibt ihn als «freundlichen, aber farblosen Kirchenmann» und «linientreuen Apparatschik». Am meisten Furcht flösst reformorientierten Katholiken Martin Grichting ein. Der 51-jährige Generalvikar des Bistums Chur steht dem dualen System mit der römisch-katholischen und der Landeskirche ablehnend gegenüber. Er würde wohl Huonders Kurs weiterführen.

Wie wird der neue Bischof überhaupt gewählt?

Selbst Insider halten das Prozedere für intransparent. Aufgrund eines historischen Privilegs wählt das Churer Domkapitel den neuen Bischof. Dieses besteht aus 24 Domherren, die den Bischof in der Leitung des Bistums unterstützen. Doch auch Rom spielt eine zentrale Rolle. Der Nuntius in der Schweiz, derzeit der amerikanische Erzbischof Thomas Edward Gullickson, schlägt dem Vatikan mögliche Huonder-Nachfolger vor. Daraus erstellt Rom ein Dreierticket, aus dem wiederum das Domkapitel den neuen Bischof kürt. Denkbar ist auch, dass der Papst einen Apostolischen Administrator, eine Art Übergangsbischof, in Chur installiert.

Weshalb polarisiert Vitus Huonder so stark?

Im persönlichen Gespräch wirkt der Bischof zurückhaltend, fast scheu. In öffentlichen Stellungnahmen hat er aber immer wieder viele Menschen brüskiert, indem er den Primat der katholischen Lehre betonte. Im einem Hirtenbrief aus dem Jahr 2012 stellte er klar, dass geschiedene Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten zugelassen sind. Im letzten Jahr schrieb Huonder wieder in einem Hirtenbrief, die Verhütung gehöre zur «Kultur des Todes». Er rief die Botschaft der 1968 erschienenen päpstlichen Enzyklika «Humanae Vitae» in Erinnerung, die Katholiken jegliche Verhütungsmittel verbietet.

Die wohl schärfste Kontroverse löste Huonder aus, als er 2015 an einem Vortrag in der deutschen Stadt Fulda folgende Stelle aus dem Alten Testament zitierte: «Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen.» Der Homosexuellenverband Pink Cross reichte darauf eine Anzeige ein wegen öffentlichen Aufrufs zu Gewalttätigkeit, blitze aber ab.

Bei diesen Bibelsprüchen legt sich die Stirn von Bischof Huonder in Sorgenfalten

Was macht Vitus Huonder nach seiner Zeit als Bischof?

Huonder wird in den Wohntrakt für Priester des Knabeninstituts Sancta Maria in Wangs (SG) einziehen, wo die die ultrakonservative Piusbruderschaft eine staatlich anerkannte Privatschule führt. Huonder wird erst dann aus dem bischöflichen Sitz in Chur ausziehen, wenn er weiss, wie der neue Bischof heisst.

Er hat von Papst Franziskus den Auftrag erhalten, einen informellen Kontakt mit der exkommunizierten Bruderschaft zu pflegen. In Rom stehen die Zeichen auf Annäherung. Huonder sagt, die Piusbrüder leisteten viel Wertvolles, gerade im Bereich der Bildung.

Und: «Wir dürfen sie nicht an die Wand drängen, sondern müssen sie integrieren.» In der Vergangenheit geriet die Bruderschaft auch wegen antijudaistischen Tendenzen unter Beschuss.

Vitus Huonder sagt: «Es gibt in allen Gemeinschaften verschiedene Geister. Man darf keine Pauschalurteile fällen.» So habe die Bruderschaft zum Beispiel Holocaustleugner Richard Williamson aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen.

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abu Nid As Saasi 22.04.2019 20:29
    Highlight Highlight Ich würde L. Zappa als Nachfolgerin vorschlagen
  • Sonnenfeld28 22.04.2019 18:38
    Highlight Highlight Ich bin Christ und Katholik und mir ist es egal wer Bischof ist. Ich glaube an Gott.
    Unanständig ist jedoch jeden Pfarrer oder Bischof als Pädophile hinzustellen.
    • Oxymora 22.04.2019 21:42
      Highlight Highlight Sapperlot "Christ und Katholik"


  • Senape 22.04.2019 11:27
    Highlight Highlight Gemäss SRF stimmt das mit dem Auftrag aus dem Vatikan so überhaupt nicht. Dort weiss man anscheinend nichts davon: https://www.srf.ch/news/schweiz/huonder-und-die-piusbrueder-vatikan-widerspricht-bistum-chur
  • Nelson Muntz 22.04.2019 10:45
    Highlight Highlight
    Benutzer Bild
  • karl_e 22.04.2019 10:37
    Highlight Highlight Schön zu wissen, dass die Neo-Regierungsrätin Frau Natalie Rickli eine Anhängerin dieses Bischofs ist. Sie bezahlt ihre in Zukuft üppige Kirchensteuer nicht an die kath. Staatskirche ihres Kantons, sondern direkt in die bischöfliche Kasse. Das ist irgendwie sonderbar für eine treue Anhängerin des Pfarrersohnes C.B. von der Goldküste. Hoffen wir für sie, dass wieder ein Erzkonservativer auf den gewesenen Bischof folgt, sonst würde sie kirchlich heimatlos.
    • AlteSchachtel 22.04.2019 12:53
      Highlight Highlight Der Grund von Frau Rickli ist hahnebüchern und passt wirklich bestens zu Chur.
      Sie möchte der Kirche humanitäres Engagement verbieten und bezahlt die Intoleranz von Chur. Widerlich!

      Wenn nach Haas und Huonder noch so ein mittelalterliches Fundi-Exemplar als Bischof einzieht, wird die katholische Kirche aber weiter Schäfchen verlieren. Nicht aus den selben Gründen wie bei Rickli.
    • Flo1914 22.04.2019 13:18
      Highlight Highlight Ob kath. oder ref., die Kirchensteuer geht an den Heimatkanton, im Fall von Frau Rickli also an den Kt. ZH.
    • karl_e 22.04.2019 14:50
      Highlight Highlight @Flo1914, gleich zwei Fehler in einem Beitrag!
      1. Die Kirchensteuer geht nicht an den Heimat- sondern an den Wohnkanton.
      2. Wer aus der Kirche austritt, muss keine Kirchensteuer bezahlen. Frau Rickli ist aus der kath. Kirche des Kt. Zürich ausgetreten und zahlt nun direkt in die Schatulle des Bischofs von Chur.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oxymora 22.04.2019 10:27
    Highlight Highlight Wie schreibt das seichte Infotainment seit 2000 Jahren bei neuen Päpsten?

    Alles wird besser ganz modern der Neue und Reformen zu getan.

    Bei Bischöfen wird es nicht anders sein, unreflektierte religiöse Propaganda zum Anfang. Damit die staatlichen Geldspritzen für den Verein nicht plötzlich abreissen.
  • N. Y. P. 22.04.2019 09:33
    Highlight Highlight Vitus Huonder – wer folgt auf den umstrittenen Bischof?

    Hauptsache nicht p...l


    Huonder wird in den Wohntrakt für Priester des Knabeninstituts Sancta Maria in Wangs (SG) einziehen, wo die die ultrakonservative Piusbruderschaft eine staatlich anerkannte Privatschule führt.

    Frage : Werden im Knabeninstitut, wie es der Name vermuten lässt, tatsächlich Knaben ausgebildet ?
  • themachine 22.04.2019 09:07
    Highlight Highlight "Knabeninstitut Sancta Maria" Hoffentlich ist es für die Buben welche auf diese Schule geschickt werden, nicht so schlimm wie es der Name vermuten lässt. 🙈
    • ThePower 22.04.2019 12:16
      Highlight Highlight Habe genau dasselbe gedacht. Der Name tönt schon so nach Puff für katholische Priester😬🙈
  • Astrogator 22.04.2019 09:00
    Highlight Highlight "Huonder wird in den Wohntrakt für Priester des Knabeninstituts Sancta Maria in Wangs (SG) einziehen"
    Aber selbstverständlich doch, wohin soll ein Priester der katholischen Kirche sonst hin....
    • WolfCayne 22.04.2019 09:35
      Highlight Highlight Ich dachte er wird ins Kloster Pfäfers untergebracht – oder ist dieser Wohntrakt in Wangs ebenfalls Part der geschlossenen Abteilung?
    • Einstürzende_Altbauten * 22.04.2019 09:48
      Highlight Highlight Er hätte auch in ein anderes Männerkloster ziehen können, dass er das Sancta Maria gewählt hat, offenbart seine Gesinnung.
    • Astrogator 22.04.2019 10:07
      Highlight Highlight @Altbauten: Wegen der Priusbruderschaft?

      Verstehe nicht, dass die eine Schule betreiben dürfen. In Rickenbach bringt man den Kindern bei nicht alleine an deren Haus vorbeizulaufen und sich von den Schwarzkutten nicht ansprechen zu lassen und woanders liefert man ihnen "Frischfleisch" frei Haus. Wer als Eltern seine Kinder dort hin schickt sollte von der KESB besucht werden.
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