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ARCHIVBILD ZU DEN UMSTRITTENEN AEUSSERUNGEN VON BISCHOF HUONDER ZUR HOMOSEXUALITAET - Der Churer Bischof Vitus Huonder posiert am Mittwoch, 9. Maerz 2011, nach einer Fruehmesse auf dem Hof in Chur. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Vitus Huonder, Bischof von Chur. Bild: KEYSTONE

Bischof Huonder droht seinen Pfarrern und nimmt Sterbewillige ins Visier

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat zum Tag der Menschenrechte wieder einmal die ganz grosse moralische Keule hervorgeholt. Der fromme Mann weiss sich mit sportlichem Ehrgeiz laufend selbst zu übertrumpfen. Wetterte er früher mit Vorliebe gegen Homosexuelle – als ob es in seinem Bistum keine gleichgeschlechtlichen Pfarrer gäbe –, nahm er in diesem Jahr die Sterbewilligen ins Visier.



Fundamentalist Huonder schreibt im jüngsten Brief an seine Geistlichen, sie sollen Sterbewillige ins Gebet nehmen und ihnen aufzeigen, welche Tragweite ein solcher Schritt für ihr ewiges Heil bedeute.

Mit dem Himmel wird es für Suizidwillige nach der Lesart des frommen Bischofs nämlich nichts. Dafür droht ihnen angeblich ewige Verdammnis. Das jedenfalls sollen seine Pfarrer den Suizidwilligen klar machen. Und sich unterstehen, den potentiellen Sündern die Beichte abzunehmen, ihnen die Kommunion zu spenden und ihnen die letzte Salbung zu gewähren.

Menschen kritisieren die bisherige Fuehrung des Bistums mit Worttafeln, waehrend einer Strassenaktion der Aktion

Neulich protestierten Menschen und forderten für das kommende Jahr eine Umstrukturierung im Bistum Chur – sobald Vitus Huonder zurückgetreten ist. Bild: KEYSTONE

Huonder baut seine radikalen und unmenschlichen Anweisungen an seine Untergebenen auf lauter Annahmen oder Hypothesen auf. Sollte nur eine nicht stimmen – und dafür spricht verdammt viel –, würden seine Worte zum Tag der Menschenrechte in sich zusammenfallen. Es ist bigott von Huonder, sich ausgerechnet zum Tag der Menschenrechte als gnadenloser Schiedsrichter aufzuspielen. Denn der Vatikan ist einer der ganz wenigen Staaten, der die universale Charta nicht unterschrieben hat.

Zu den Spekulationen von Huonder

Der Bischof geht bei seiner Drohung an die Sterbewilligen davon aus,

Es ist eher unwahrscheinlich, dass alle diese unbewiesenen und unbeweisbaren Hypothesen zutreffen. Doch es hindert Huonder nicht, den Sterbewilligen die Hölle heisszumachen – also schon mal tüchtig einzuheizen. Denn der Bischof behauptet, dass es Suizidwillige nie und nimmer in den Himmel schaffen werden.

So wenig wie der Bischof den Mitgliederschwund in seiner Kirche aufhalten kann, so wenig wird es die Sterbewilligen kümmern, was für eine Drohkulisse der gute Mann aus Chur aufbaut. Menschen, die Leiden und keine Lebensenergie mehr haben, plagen andere Sorgen, als sich um die Ermahnungen eines Bischofs zu kümmern, der es sich in seiner luxuriösen Residenz wohlergehen lässt.

Vitus Huonder, Bishop of the Diocese of Chur, pictured on January 10, 2013, in Chur, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Vitus Huonder, Bischof des Bistums Chur, aufgenommen am 10. Januar 2013 in Chur. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Heizt tüchtig ein: Huonder. Bild: KEYSTONE

Sterbehilfe wird immer populärer

Die Zahl der Sterbewilligen nimmt nämlich rasant zu. In Zahlen: Im letzten Jahr haben in der Schweiz 999 Menschen mit hiesigem Wohnsitz einen begleiteten Suizid begangen. Dies berichtete die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Angaben der drei grossen Sterbehilfeorganisationen. Im Vergleich zu 2014 entspricht das einer Zunahme von 35 Prozent – und sogar fast einer Vervierfachung seit 2008. 

«So sollen sie die Tragweite für das ewige Heil aufzeigen und zur Ergebenheit in Gottes Willen bewegen»

Eine Sterbebegleitung

Möglicherweise sei dies erst der Anfang einer Entwicklung, so die Einschätzungen von Georg Bosshard, dem leitenden Arzt an der Klinik für Geriatrie des Universitätsspitals Zürich. Bosshard, der im Rahmen eines Nationalfondsprojekts über medizinische Entscheidungen am Lebensende forscht, zieht gegenüber der «NZZ am Sonntag» einen Vergleich mit dem belgischen Flandern: Dort scheide schon heute jeder Zwanzigste mittels Sterbehilfe aus dem Leben; die Zahlen in der Schweiz könnten in zehn Jahren im ähnlichen Bereich liegen.

Eigentlich müsste sich Huonder über diese Entwicklung freuen. Es würde die ohnehin überlasteten Priester ein Stück weit davon befreien, zu jeder Tages- und Nachtzeit an Krankenbetten gerufen zu werden.

Die Kirche verurteilt den Freitod nach wie vor scharf

Die Sterbehilfe wird in der Schweiz mittlerweile toleriert, es wird offen darüber geredet. Der assistierte Suizid dürfte deshalb gemäss «NZZ am Sonntag» bald ähnlich akzeptiert sein wie der Schwangerschaftsabbruch, was einen Wertewandel in der Gesellschaft widerspiegle. Erwähnt wird die Babyboomer-Generation, die jetzt ins Alter komme und ihr Leben lang eigenständig gelebt habe und die Verantwortung fürs eigene Leben bis zum Schluss nicht aus der Hand geben wolle.

Die Kirche verurteilt den assistierten Suizid noch wie vor scharf, hat aber mittlerweile an Einfluss in der Gesellschaft verloren. Und selbst innerhalb der Kirche wird diametral diskutiert. Der Theologe Frank Mathwig kritisiert den hohen Stellenwert der Selbstbestimmung und beklagt den Verlust des Skrupels, aus dem Leben zu scheiden. Die Suizidhilfe führe zu einer Veränderung unserer Wahrnehmungen von Normalität, so Mathwig.

Anders sieht es sein Kollege Hans Küng, der seit Jahren um die Erneuerung der katholischen Kirche kämpft. Der 88-Jährige, der an Parkinson leidet, hat bereits angekündigt, eine Sterbehilfeorganisation in der Schweiz in Anspruch zu nehmen, wenn es sein Zustand erfordere.

Gesetzlich nicht klar geregelt

Zunehmend wollen auch Menschen, die nicht schwer krank sind, selber über ihren Tod entscheiden. Sie machen heute rund einen Drittel aller Sterbehilfe-Fälle aus. Es sind Menschen, die an mehreren Erkrankungen leiden, Demenzkranke, aber auch Lebensmüde mit Altersgebrechen. Und es sind die Ärzte, die gemäss ihren Richtlinien darüber entscheiden, wem sie das Sterbemittel verschreiben.

Themenbild zur Sterbehilfe, Euthanasie. Haende einer Patientin und eine Rose im Spital Uznach, gestellte Aufnahme vom 6. Dezember 2001. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) : FILM]

Von der Kirche wird der assistierte Suizid nach wie vor scharf verurteilt. Bild: KEYSTONE

«Eine unbefriedigende Situation», findet der Moralphilosoph Peter Schaber von der Universität Zürich. Der Staat sei in der Verantwortung, eine Regelung zu formulieren. Die staatliche Gemeinschaft müsse entscheiden, ob jemandem die tödliche Dosis verabreicht werden dürfe oder nicht, so Schaber.

Der Geriater Bosshard sieht das ähnlich: Als Arzt könne er Diagnosen über Krankheiten stellen, doch zur Frage der Lebensmüdigkeit könne er nicht mehr sagen als ein Soziologe oder Psychologe.

Der Ruf nach einer staatlichen Regelung wird somit immer lauter. Ob sich der Bundesrat der schwierigen Frage in naher Zukunft nochmals annimmt, bezweifelt die «NZZ am Sonntag» allerdings. Vor fünf Jahren hat die Landesregierung entschieden, auf eine gesetzliche Regelung der organisierten Suizidhilfe zu verzichten. Dennoch werfe der Anstieg der Sterbehilfefälle sowie der zunehmend bedeutende Aspekt der Lebensmüdigkeit Fragen auf, die der Gesetzgeber über kurz oder lang beantworten müsse. Davor könne er sich nicht drücken.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

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86Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • WilliMu 11.12.2016 15:00
    Highlight Highlight Ein Kompliment muss man, trotz allem, dem Vitus Huonder doch noch machen: es gibt einen noch viel schlimmeren erz-katholischen Zeitgenossen, nämlich den Bischof Haas. Den haben sie von Rom aus wenigstens aus der Schweiz entsorgt, auch wenn es nur bis ins Ländle gereicht hat. Mich wundert, wie lange es noch geht, bis dem an seiner Feistigkeit die Atemluft ausgeht.
    • Pasionaria 11.12.2016 22:39
      Highlight Highlight Haben Sie wirklich > Kompliment geschrieben, wie bitte?
      Nur weil es angeblich noch schlimmere gibt, mit abstrusen Gedanken, verdient der mit nur fanatischen, menschenfeindlichen Ansichten ein Kompliment? Da haben Sie aber 10 x falsch in die Tasten gegriffen.

      Voltaire schreibt: Der Fanatismus ist für den Aberglauben, was das Delirium für das Fieber,
      was die Raserei für den Zorn.
    • Alienus 12.12.2016 07:48
      Highlight Highlight Pasionaria

      Stellt sich nicht die Frage, warum diese "Schwarze Exzellenz" so strahlt?

      Es zeigt ihn beim Empfang eines Fachbuch der Heiligen Inquisition. Aus äußerst zweifelhaften Quellen wird kolportiert, es sei ein wichtiges Buch, welches Vitus sich da hat kommen lassen.

      Weiter wird aus gut informierter Quelle berichtet, es würde sich hierbei um das Werk „Malleus maleficarum“ des Henricus Institoris handeln.

      Nun, Weiterbildung auf der fachlichen Ebene vom Kollegen zum Kollegen.

      Göttliche Weiterbildung tut Not und Wissen hilft oft weiter. Denn damit kann doch ALLES erreichen - fast.
    • Pasionaria 13.12.2016 06:36
      Highlight Highlight Alienus
      Die "gut informierten Quellen"  fehlen mir zu solchen Themen. Da hast Du mehr Glueck, oder verdankst Du sie  Deinem wissbegierigen Einsatz unter der Guide von H.u.V.?
      Nichts desto trotz faellt es mir nicht schwer, das ekelhafte, falsche Laecheln dieser 'schwarzen Exzellenz' zu entschluesseln.
      Kurz darauf verweilt, lange ist aus gesundheitlichen Gruenden gar nicht moeglich, kommt das falsche Laecheln wie ein Eisregen, der auf duerstende Blumen faellt...
      Wie sagt man so schoen - auch mit lauter echten Zaehnen koennen manche ein falsches Lachen produzieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Share 10.12.2016 22:29
    Highlight Highlight Scheint so als kenne Vitus das Wort postfaktisch schon ganz gut. Und, Vitus, das ist nicht nett.

    Grundsaetzlich muss aus dieser theologischen Perspektive ein Letztbeweger gedacht werden. Da stellt sich die Frage in welche Richtung soll es gehen. Ich wuerde gern gen Himmel fahren.
  • Share 10.12.2016 22:26
    Highlight Highlight Diese Freiheit bedingt einen offenen Geist. Ob dieses Bild des persoenlichen Sterbewillens verbunden durch Gewalt herbeigefuehrt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Aber eben. Das Hirn ist faehig auch in der tiefsten Nacht das Licht zu denken und darauf kommt es doch an. Moege der Letztbeweger also die eigene Seele sein, die den Himmel ersehnt und Kraft des Glaubens in Gott aufgeht. Glauben muesste man koennen. So koennte es gelingen als Letztbewegung ins Echo gen Himmel einzustimmen. Etwas anderes will ich mir gar nicht vorstellen.
  • Share 10.12.2016 22:19
    Highlight Highlight Der Staat kann nicht mehr tun als buerokratische Huerden abzubauen. Es liegt an der Gesellschaft dieses Tabu zu thematisieren. Das geschieht. Das darf auch Vitus. Das nennt sich Methodenfreiheit in diesem konkreten Fall, also der Sterbehilfe, Therapiefreiheit. Die des Patienten und die des Arztes. Was ein Patient ist, entscheidet immer noch der Arzt. Warum das ausserhalb des Gesundheitssystems passieren soll, waere eher in Frage zu stellen.
  • WilliMu 10.12.2016 19:20
    Highlight Highlight Ein widerlicher Zeitgenosse, sorry!
    • WilliMu 10.12.2016 23:03
      Highlight Highlight Doch, er ist wirklich wiederlicher als viele von uns. Ich selber bin Naturwissenschaftler und habe mich mehrere Jahre lang mit Gentechnologie befasst. Ich bin vielen Lebensformen gegenüber aufgeschlossen und tolerant. Es ist ja die Vielfalt des Lebens, die es lebenswert macht. Aber eine solche extrem reaktionäre Geisteshaltung, wie wir sie bei Huonder antreffen, kann ich nur ablehnen. Sie schadet unserem christlichen Glauben, der sich heute toleranter gibt. Sie verleiht auch den heute in Europa grassierenden Avancen der Islamisten Vorschub, die uns zum Gottesstaat mit Scharia umformen wollen.
    • Oxymora 11.12.2016 14:49
      Highlight Highlight @WilliMu
      Sie schreiben von “unserem christlichen Glauben“, es geht aber wohl um “Ihren christlichen Glauben“.

      Für den stigmatisierten Personenkreis spielt es keine Rolle, ob die Stigmatisierung von Ihrem Glauben oder vom Islam aus geht.

      Zur Zeit kassieren in der Schweiz nur die Toleranten Ungläubigensteuern und möchten jedem den Suizid unterbinden. Etc.
  • Oxymora 10.12.2016 18:35
    Highlight Highlight Was ist mit den Helden der Bibel,
    sind die nach dem Suizid in die Hölle gefahren?

    Schmorrt Jesus in der Hölle?
    Körperlich Kern gesund hat er keine Chance genutzt sich dem Kreuztod zu entziehen. Jesus war Suizidwillig und hatte Hilfe.

    Und die Biblischen Selbstmordattentäter? Ist Simson auch in der Hölle anzutreffen?

    Etc.
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  • thompson 10.12.2016 18:08
    Highlight Highlight Danke Vitus immer weiter bis zum Kirchenstaat.
  • Maria B. 10.12.2016 15:47
    Highlight Highlight Bischöfe wie Haas oder Huonder gehören zu den Hardlinern, die der aufgeschlossenere Papst Franziskus wohl nicht in jedem Punkt so kategorisch formuliert unterstützen wird.

    Zum Freitod infolge schwerer Krankheit oder anhaltender Lebensüberdrüssigkeit kann man auch Alternativen wie palliative care, die zunehmend im Gespräch ist, in Anspruch nehmen. Sie kann einen schmerzvollen Tod lindern, lange Zeit eine erträgliche Lebensqualität ermöglichen.

    Ob aber jemand diesen oder jenen Weg wählen will, sollte man dem autonomen Individuum eigenverantwortlich überlassen - eh keine leichte Entscheidung!
  • Elvenpath 10.12.2016 15:13
    Highlight Highlight Also mal ganz logisch gesehn:

    "Gott" ist allwissend. Das heißt, er wusste schon von Anbeginn der Zeiten, wie ein von ihm geschaffenes Individuum sich verhalten wird, was es tun wird.

    Also, Gott schafft einen Menschen und weiß dann schon, dass dieser Mensch sich irgendwann selbst umbringen wird.
    Und dann verurteilt er ihn deswegen? Wie bescheuert ist das denn?
    Und wo ist die angeblich unendliche Liebe Gottes? Er verzeiht eine Kurschlusshandlung nicht? So groß kann die Liebe dann ja nicht sein.

    Wenn man genau überlegt, ist die christliche Ideologie vollkommen absurd.
    • Elvenpath 11.12.2016 14:50
      Highlight Highlight Würde ich nicht so sagen. Nehmen wir den Sozialismus. Der war schon logisch aufgebaut. Hat am Ende nicht funktioniert, weil er die menschliche Natur zu wenig berücksichtigt hat. Aber er hat sich nicht selbst widersprochen.
  • Redly 10.12.2016 14:18
    Highlight Highlight Huonders Meinung teile ich nicht im geringsten (sondern finde das ist die selbstverantwortliche Entscheidung eines jeden einzelnen, in die niemand reinzureden hat).

    Aber: dass er in 'seinem' Verein diese (abstruse) These vertritt, ist sein gutes Recht. Sind alle ganz freiwillig und ebenso selbstverantwortlich dort dabei.
  • Simon Kopp 10.12.2016 14:14
    Highlight Highlight Spannender Artikel, da läuft es einem eiskalt den Rücken herunter wenn man sieht was für rückständige Zeitgenossen in unserer Gesellschaft verweilen.
    Nun jedoch alles schlecht zu reden und den Glauben zum Teufel zu jagen finde ich falsch. Die Bibel, und auch andere "heilige" Schriften, haben meiner Meinung nachwievor eine Daseinsberechtigung - was fehlt ist eine aufgeschlossene und moderne Interpretation dieser - doch damit tun sich die Zuständigen leider immernoch sehr schwer...
    • gnp286 10.12.2016 17:10
      Highlight Highlight Die Bibel hat etwa die Selbe Daseinsberechtigung wie Spiderman-Comics. In beiden hat es irgendwo etwas mit Ethik und Moral zu tun. Davon aber ableiten zu wollen, ob Leute sich umbringen oder sich heiraten dürfen halte ich jetzt für ziemlich harten Tobak.
    • Elvenpath 11.12.2016 14:53
      Highlight Highlight Wenn wir die Bibel erst "richtig" interpretieren müssen, wir also wissen, was richtig und was falsch ist, wozu brauchen wir dann noch die Bibel?
    • Simon Kopp 11.12.2016 15:53
      Highlight Highlight Wir müssen nicht lernen, sie richtig zu interpretieren. Wir müssen lernen, die Bibel neu zu interpretieren! Seit dieses Buch geschrieben wurde sind mehrere tausend Jahre vergangen. Die Sprache die wir sprechen und auch sonst einiges hat sich stark verändert. Doch deswegen alles als alt und wertlos abzuschreiben, wäre meiner Meinung nach sehr töricht. Die Bibel kann einem, sofern mann offen dazu ist, guten Rat in manch schwerer Situation leisten. Ob und wieweit man den Rat befolgen möchte, sollte jedoch jeder für sich allein entscheiden dürfen.
  • Rabbi Jussuf 10.12.2016 12:11
    Highlight Highlight Ich frage mich schon, warum man auf Huonder eindrischt. Er macht doch nur das, was er glaubt. Wenn er nicht an eine unsterbliche Seele und dergleichen Kram glauben würde, würde er ja seinen Job abschaffen.
    Sollte man nicht auch mal die Aufmerksamkeit auf die so genannten Gläubigen richten, die mit Huonders - und mit der Weltsicht der RKK - nicht einverstanden sind?
    Es hat doch schon etwas sehr Schizophrenes, wenn man eine Letzte Ölung, oder Beichte, oder gleichgeschlechtliche Heirat möchte, aber mit dem Sündenkatalog der RKK nichts anfangen kann.
    • Rabbi Jussuf 10.12.2016 16:15
      Highlight Highlight Aber Scar, man weiss doch schon längst, dass die RKK-Ideologie nicht viel mit der Bibel zu tun hat.
      Wenn nun Gläubige nicht einverstanden sind, dann könnten sie ja in einen anderen Bibelverein wechseln, es gibt davon für jedes Gschmäckle genügend Auswahl.

      Wie könnte ihm der Hokuspokus nicht wichtig sein?
      Guckst du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Hokuspokus
  • Stichelei 10.12.2016 11:44
    Highlight Highlight Die offiziellen Kirchen versuchen seit Jahrhunderten, ihre Gefolgschaft mit Angst unter Kontrolle zu halten. Das war bis anhin auch das probate Mittel, unerwünschte, sprich eigenverantwortliche, Ansichten und Verhaltensweisen zu unterdrücken. Nun wird es aber vor allem dank der Erkenntnisse der Neurowissenschaften für Begriffe wie Seele und ewiges Leben immer enger. Deshalb sind solche Rückzugsgefechte von verbohrten Ewiggestrigen wie Huonder nur noch lächerlich und bemitleidenswert. So wie für sein Leben soll jeder auch für seinen Tod selbst verantwortlich sein.
  • TheMan 10.12.2016 11:30
    Highlight Highlight Herr Sektenführer Stamm, können Sie das Gegenteilige Beweisen? dass es Gott gibt
    dass wir mit einer Seele ausgestattet sind
    dass unsere Seele unsterblich ist
    dass diese Seele das Individuum repräsentiert, in dem sie angeblich gehaust hat
    dass die Seele nach dem Tod in den Himmel kommt oder in die Hölle fährt
    dass es einen Himmel gibt
    dass es eine Hölle gibt
    dass Gott entscheidet, in welches Reich die Seelen von Verstorbenen dislozieren dürfen oder müssen. Denke kaum das Sie dies können. Aber wen Sie solche Sachen als Hypothese aufstellen, sollten Sie das Gegenteil Beweisen können.
    • Datsyuk * 10.12.2016 11:58
      Highlight Highlight TheMan, bring doch du Argumente dafür, dass es Gott gibt. Du bist blind vor Glauben..
    • dF 10.12.2016 12:06
      Highlight Highlight @TheMan:
      Ich warte immer noch auf den Beweis deinerseits, denn, wie kleiner-Schurke sagt, beim Thesensteller liegt die Beweislast.

      Ach ja, die Bibel selbst, als Beweis aufführen gilt nicht.
    • bibaboo 10.12.2016 12:09
      Highlight Highlight Dasselbe könnte ich sie über die Pastafari fragen. Aber wie kleiner Schurke bereits geschrieben hat, liegt die Beweislast stets beim Behauptenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Globalteamrider 10.12.2016 10:35
    Highlight Highlight Viele Katholiken glauben noch immer an die Prädestination, was unter anderem beinhaltet, dass der Todeszeitpunkt von Gott vorbestimmt ist. Durch Suizid wird quasi Gottes Vorsehung durchbrochen. Meiner Meinung nach ist dies das Hauptproblem, dass die Kath. Kirche mit Suizid hat. Der Suizident wird daher auch heute noch von vielen Gläubigen als Feigling gesehen, der sich seinem Schicksal nicht stellt. Dies ist blanker Hohn für alle Betroffenen.
    • Elvenpath 11.12.2016 14:58
      Highlight Highlight Vor allem, wie kann "Gottes Vorsehung" durchbrochen werden, wenn er doch allwissend ist, er also schon immer wusste, dass der Betreffende Suizid begehen wird?
  • dracului 10.12.2016 10:16
    Highlight Highlight Ist der menschliche Einfluss zur Lebensverlängerung durch die moderne Medizin im Sinne Gottes und kein Eingriff in den göttlichen Plan, der höllische Konsequenzen nachsichziehen könnte? Ist es im Sinne Gottes, dass Menschen ihr Lebensende in einem Morphiumrausch, in Höllenschmerzen oder einem endlosen Warten erwarten müssen? Zählt eine Absage an lebensverlängernde Massnahmen bereits als Suizid? Ist eine Patientenverfügung nicht auch schon eine Art (strafbare) Selbstaufgabe? Wird ein "Geniesser" bestraft, weil er zu viel vom Baum des diesseitigen Lebens genascht hat und dadurch früher stirbt?
    • bibaboo 10.12.2016 12:12
      Highlight Highlight Meines Erachtens stellt sich eher die Frage, ob nicht lebensverlängernde Massnahmen einen Eingriff in Gottesplan darstellen. Wieso sollte das Leben verlängert, nicht jedoch verkürzt werden?
  • EvilBetty 10.12.2016 10:13
    Highlight Highlight Was sind gleichgeschlechtliche Pfarrer?
  • _kokolorix 10.12.2016 10:09
    Highlight Highlight Lieber Hugo, manchmal übertreibst du mit deinen Seitenhieben. Aus Erfahrung weiss ich, dass Geistliche zwar in diversen Fragen irregeleitet sind, aber die Meisten daneben sehr anständige Menschen sind und sich nicht davor drücken den Leuten zu helfen. Aus der Tatsache, dass in der katholischen Hierarchie, wie überall, vor allem arrogante und narzisstische Menschen aufsteigen, lässt sich nicht ableiten, dass die Basis nur aus solchen besteht
    • _kokolorix 10.12.2016 17:05
      Highlight Highlight Für viele Menschen reicht schon die Tatsache, dass sich jemand für sie interessiert um sich besser zu fühlen. Das ist die Art Hilfe die ein Pfarrer leisten kann, auch bei 'Ungläubigen'. Und viele tun das auch.
  • Thoemmeli 10.12.2016 09:25
    Highlight Highlight Genau wegen solchen Vertretern wie Vitus Huonder bin ich aus der Kirche ausgetreten. Gäbe es mehr Leute wie Papst Franziskus, wäre ich wohl noch im "Club".
  • Michael Mettler 10.12.2016 08:46
    Highlight Highlight Das Wettern gegen das Wettern...
  • Wilhelm Dingo 10.12.2016 08:26
    Highlight Highlight Lieber Herr Stamm, Sie verkennen dass leider immer noch sehr viele Menschen an die Spekulationen von Huonder glauben. Ich zwar nicht aber ein Grossteil der schweizer Bevölkerung.
    • You will not be able to use your remote control. 10.12.2016 10:52
      Highlight Highlight Was willst du damit sagen?

      Dass ein Grossteil der schweizer Bevölkerung notorische Realitätsverweigerer sind?

      Oder meinst du, deren menschenverachtende Position hat eine Daseinsberechtigung, weil es so viele sind?
    • Wilhelm Dingo 10.12.2016 16:33
      Highlight Highlight @You will: Ich will damit sagen dass sehr viele in Ihrem Glauben den Spekulationen Huonders glauben schenken.
  • lilie 10.12.2016 08:21
    Highlight Highlight Ich finde es nicht gut, Suizid und Sterbehilfe in einen Topf zu werfen.

    Im ersten Fall beendet jemand in einer Kurzschlusshandlung sein Leben, obwohl es medizinisch dafür keinen Grund gibt. Diese Menschen zu begleiten, ihnen Mut zu machen, ihnen die Konsequenzen der geplanzen Tat aufzuzeigen und neue Perspektiven zu erarbeiten - auch im Rahmen des Glaubens - ist wichtig und wertvoll.

    Bei Sterbehilfe geht es aber um etwas anderes: Der Sterbewillige ist unheilbar krank und es geht nicht mehr darum, ob, sondern nur noch wann und wie er stirbt. Hier geht es um bewusstes Sterben.
    • _kokolorix 10.12.2016 09:39
      Highlight Highlight Auch wenn ich deine Aussage unterstütze, so muss ich doch anmerken, dass es für jedes Lebewesen nur die Frage gibt wann es stirbt und nie ob es stirbt. Weil ewiges Leben gibt es nur in den Wunschträumen der Religiösen, nicht aber in der realen Welt
    • MarZ 10.12.2016 09:50
      Highlight Highlight Jeder ist unheilbar krank...
    • lilie 10.12.2016 11:32
      Highlight Highlight @_kokolorix: Ich meinte natürlich nicht, ob jemand ÜBERHAUPT stirbt, sondern darum, ob er unter den gegebenen Umständen stirbt.

      Jemand, der unheilbar krank ist, stirbt unter diesen Umständen auf jeden Fall, ein Selbstmörder jedoch nur, wenn er seinen Plan durchzieht.
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