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Bahnverkehr nach Deutschland wochenlang massiv behindert – Flixbus profitiert



epa06143776 A view of a part of the rail subsidence in Rastatt, Germany, 14 August 2017. After the railway tracks sank in Rastatt, on the Rhine valley route between Rastatt and Baden Baden after subsidence following tunneling work, according to Deutsche Bahn.  EPA/RONALD WITTEK

Deswegen harzt es: Abgesenkte Schienen in Rastatt. Bild: EPA/EPA

Eine wichtige Achse des Nord-Süd-Bahnverkehrs ist wegen abgesenkter Schienen bei Rastatt (D) bis mindestens 26. August unterbrochen. Zugpassagiere mussten mindestens 90 Minuten mehr Zeit einplanen. Im Güterverkehr wurde fieberhaft nach Alternativen gesucht.

Inzwischen sind in Rastatt vier Einfamilienhäuser entlang der Strecke aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Die Bewohner seien in Hotels untergebracht worden, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Montag in Baden-Württemberg. Die Bahn habe die Räumung aus Sicherheitsgründen organisiert. Hintergrund für die Probleme sind Bauarbeiten an einem Tunnel, die den Angaben zufolge für Erdbewegungen gesorgt haben.

Die auch für den Fernverkehr und Personen- und Güterzüge in die Schweiz wichtige 20 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist wegen des Vorfalls seit Samstag unterbrochen. Sie bleibt nach Angaben der Deutschen Bahn mindestens bis zum 26. August gesperrt.

Betroffen waren zahlreiche nationale und internationale Personenzüge sowie der Güterverkehr. Zwar wurde vor Ort ein Shuttlebetrieb organisiert, jedoch reichte dessen Kapazität nicht aus. Es muss mit mindestens 90 Minuten Reisezeitverlängerung gerechnet werden, wie die SBB bekannt gab. Alternative Routen waren wegen Bauarbeiten ebenfalls nicht nutzbar.

Flixbus profitiert bereits

Der Fernbusanbieter Flixbus profitiert vom Unterbruch der Rheintalbahn bei Rastatt in Deutschland. Bereits wurde ein Anstieg der Buchungen festgestellt. Das Busunternehmen will zudem falls nötig mehr Kapazitäten bereitstellen.

Reisende warten auf die Abfahrt eines Flixbuses auf dem Carparkplatz in Zuerich am Donnerstag, 8. Dezember 2016. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV hat am Donnerstagmorgen in Zuerich gegen internationale Fernbus-Anbieter protestiert: Sie wuerden der Bahn unrechtmaessig Konkurrenz machen. Zudem betrieben sie Sozial- und Lohndumping. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

«Wir merken aktuell einen Buchungsanstieg für Verbindungen von der Schweiz vor allem in Richtung Baden-Württemberg», teilte Mediensprecher David Krebs von Flixbus am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

Die erhöhte Nachfrage zeige sich in einem Anstieg von rund zehn bis teilweise sogar über 20 Prozent auf unterschiedlichen Verbindungen von der Schweiz beispielsweise nach Karlsruhe. Flixbus fährt ab Basel und Zürich mehrmals täglich und ab Luzern einmal pro Tag nach Karlsruhe.

Güterverkehr stark betroffen

Stark betroffen war ebenfalls der Güterverkehr, dessen Hauptachse im Nord-Süd-Verkehr unterbrochen war. SBB Cargo und SBB Cargo International suchten nach Ausweichrouten für ihre Nord-Süd-Transporte in Frankreich. Die Deutsche Bahn wollte noch am Montag ein Umleitungskonzept mit möglichen Alternativrouten vorstellen.

Dies dürfte aber nicht so einfach sein. So müssten die Bahnen einerseits Kapazitäten haben, um noch mehr zu fahren. Anderseits müsste die Strecke so ausgebaut sein, dass auch grossprofilige Container, wie sie auf der heutigen Nord-Süd-Achse durch Deutschland fahren, transportiert werden könnten, sagte BLS-Cargo-Kommunikationschefin Stefanie Burri in der Sendung «Rendez-vous» von Radio SRF.

Sie wies darauf hin, dass BLS Cargo fixfertig beladene Züge beispielsweise in Rotterdam habe, aber teilweise auch auf der betroffenen Strecke. «Da gehen wir mit Priorität daran, dass wir sie dort wegkriegen», sagte sie.

Möglicherweise wird es zu einer Umverteilung der Güter vom Bahn- zum Strassenverkehr kommen. Am frühesten auf die Strasse umstellen würden jene Kunden mit heiklen Waren, die zeitkritisch ankommen müssten, sagte Burri.

Sie stellte auch die Frage in den Raum, wer die Mehrkosten übernehmen muss. In erster Linie sei die DB Netz als Baustellen- und Streckenverantwortliche der Ansprechpartner. Es werde immer der Verursacher einer Störung belastet. (sda/dpa)

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