Schweiz
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Reservationen sind auch für gehbehinderte Passagiere nur im oberen Stock möglich – im unteren Stock sind die Plätze in den speziellen Abteilen für sie vorgesehen, aber nicht reservierbar. bild: keystone

SBB verärgern Rollstuhlfahrer: Reservationen sind nur im oberen Stock möglich

Ein Fall von gehbehinderten Personen deckt eine nicht bekannte Praxis der SBB auf: In Doppelstockzügen können nur Sitze im oberen Stock reserviert werden. Die Kritik der Behindertenverbände folgt auf dem Fuss.

Gerhard Lob und Roman Schenkel / ch media



Der Fall ist kurios. Vor kurzem reiste Urs F. (Name der Redaktion bekannt) mit zwei gehbehinderten Begleiterinnen von Zürich via Lausanne auf die Rochers de Naye. Die Fahrt begann morgens um 7.32 Uhr im IC1. Da die Zugwagen um diese Zeit in der Regel stark belegt sind, hatte der Reiseleiter im Reisezentrum drei Plätze für je fünf Franken in der 1. Klasse reserviert.

Dann die Überraschung. «Am Schalter teilte mir der Beamte mit: Platzreservationen sind nur im oberen Stock möglich, dies wegen dem Buchungsprogramm der SBB-Software», berichtet Urs F. in der «SEV-Zeitung», der Fachpublikation der Gewerkschaft des Verkehrspersonals, welche den Fall in ihrer jüngsten Nummer publik machte.

Die reservierten Plätze im Oberdeck liessen sich nur mit viel Mühe erreichen. Denn eine der Begleiterinnen, 71-jährig, ist Hemiplegikerin, also einseitig am ganzen Körper gelähmt, und kann nur mit Stöcken gehen. Nur unter Schmerzen gelang es ihr, über die Treppe nach oben zu steigen, um im vollbesetzten Zug auf die reservierten Plätze zu gelangen. Der Begleiter fragte sich: «Warum ist das SBB-Buchungsprogramm nicht imstande, Plätze im unteren Wagenteil zu reservieren? Alle reden vom Behindertengesetz, aber das ist daneben.»

SBB geben Fehler zu – Missverständnis bei der Buchung

Die SBB räumten in einer Stellungnahme ein, einen Fehler begangen zu haben. Offenbar habe es ein Missverständnis bei der Reservation gegeben, denn Urs. F und seine Begleiterinnen hätten gar keine Plätze reservieren müssen. «Sie hätten einfach die reservierten Plätze für mobilitätseingeschränkte Personen nutzen können – diese gibt es in jedem Wagen im Unterdeck», teilt SBB-Sprecher Martin Meier auf Anfrage mit. Die entsprechenden Plätze seien mit einem Kleber markiert, der Reisende auffordert, die Plätze falls nötig freizugeben. Die SBB entschuldigten sich im Übrigen im konkreten Fall und erstatteten den Kunden die Reservationsgebühr.

Gleichwohl ist der Fall nicht ausgestanden. Denn der Eisenbahner-Verband wirft in seiner Zeitschrift die Frage auf, warum eigentlich im Unterdeck keine Reservationen möglich sind, wenn es gewünscht wird. Die Fragestellung ist berechtigt: Denn in einem vollbesetzten Zug können die reservierten Plätze für mobilitätseingeschränkte Personen möglicherweise bereits besetzt sein. Und fraglich bleibt auch, ob ein Sitz wirklich frei gegeben wird, wenn eine gehbehinderte Person, deren Handicap nicht sofort erkennbar ist, dies verlangt.

Die SBB begründen ihre Praxis wie folgt: «Platzreservationen sind tatsächlich nur im Oberdeck möglich, weil dort deutlich mehr Sitzplätze vorhanden sind. So ist sichergestellt, dass auch bei mehreren Reservationen Sitzplätze für Reisende ohne Reservation frei bleiben.»

«Barrierefreiheit bei den SBB nicht oberste Priorität»«Diese Praxis der SBB ist nicht haltbar», sagt Marc Moser, Mediensprecher des Verbandes Inclusion Handicap, dem Dachverband der Behindertenorganisationen Schweiz. Für Manuela Leemann, Co-Vizepräsidentin von Pro Infirmis Schweiz, ist das keine Neuigkeit. Sie hat schon mehrfach von Problemen bei der Reservation gehört.

Es stört sie auch, dass Gehbehinderte für Platzreservationen stets den Schalter aufsuchen müssten, während andere Personen ihre Sitze online reservieren könnten. «Und dort muss man jedes Mal hoffen, dass jemand arbeitet, der Erfahrung mit gehbehinderten Personen hat.» Ihr selber sei unlängst für eine Reise nach Paris ein nicht rollstuhlgängiger Platz reserviert worden. «Das war sehr ärgerlich», sagt sie. Sie empfindet es auch als «frustrierend», dass für andere Gruppenreisende oft ein zusätzlicher Wagen angehängt werde, für gehbehinderte Passagiere dies aber nicht denkbar sei.

«Allgemein ist bekannt, dass die Barrierefreiheit bei den SBB nicht an oberster Stelle steht», sagt sie. Es treffe zwar zu, dass es für gehbehinderte Passagiere reservierte Plätze im Unterdeck gibt. «Allerdings ist es nicht immer einfach, jemanden aufzufordern, Platz zu machen. Manchmal sieht man ja die Behinderung nicht auf den ersten Blick», so Leemann, die für die Zuger CVP für den Nationalrat kandidiert.

Ebenfalls skeptisch äussert sich Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn Schweiz. Im aktuellen System seien etwa Rollstuhlfahrer «im Vorteil», weil ihre Einschränkung offensichtlich sei. «Eine an Krücken gehende Person dürfte es in einem voll besetzten Zug schon schwerer haben», so Blättler, die im Übrigen das SBB-Reservationssystem als «total veraltet» kritisiert.

Die SBB betonen, dass man mit einem zusätzlichen Fünfliber einen Sitzplatz reservieren kann. Eine Auswahl des Platzes über eine visualisierte Sitzplatzansicht im Wagen, wie sie bei ausländischen Bahnen oder bei einer Reservation im Flugzeug inzwischen gänig ist, ist aber nicht möglich. Bei Platzwünschen unterscheiden die SBB zwischen Fenster/Mitte/Gang und Einzelplatz (nur 1. Klasse) bei zwei Abteilarten (Mittelgang/Seitengang). Diese Auswahl hat ihren Ursprung in einem offenen Bahnsystem, wie es in der Schweiz üblich ist - im Unterschied zu ausländischen Bahnen, wo die Reservation im Fernverkehr häufig obligatorisch ist.

Entscheid zu Dosto steht aus

Immer noch nicht entschieden ist die Frage, ob die neuen SBB-Doppelstockzüge für den Fernverkehr (FV-Dosto) von Herstellerin Bombardier dem Behindertengleichstellungsgesetz entsprechen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende November 2018 eine Beschwerde von Inclusion Handicap fast vollumfänglich abgewiesen. Der Dachverband von Behindertenorganisationen zog dieses Urteil im Januar 2019 ans Bundesgericht weiter. Das Urteil könnte im Herbst erfolgen. Nach Auffassung des Verbandes ist die selbstständige Nutzung des Dosto für viele Passagiere mit Behinderungen nicht gewährleistet. Ein Streitpunkt sind die Rampen für den Ein- und Ausstieg, die von Rollstuhlfahrern als «zu steil» beurteilt werden. Das Risiko von Anpassungen der fertiggebauten Züge tragen die SBB. Wegen verspäteten Lieferungen, Ausfällen und Schütteleffekt haben die Bundesbahnen schon reichlich Probleme mit dem FV-Dosto. (gl) (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Glenn Quagmire 23.07.2019 10:09
    Highlight Highlight Gibt es echt Passagiere, die den Platz nicht freigeben????
    • Magnum44 23.07.2019 11:18
      Highlight Highlight Kaum.
  • iisebahnerin 23.07.2019 09:35
    Highlight Highlight Teil2: Er: Ich kenne den Meyer, Sie sind morgen Ihren Job los! Ich: Freut mich für Sie, dass Sie unseren CEO kennen, wenn Sie jetzt de Platz nicht wechseln, mache ich eine Durchsage, dass unser Zug erst abfahrem kann, wenn die beiden renitenten Fahrgäste im Wagen 5 die Behindertenplätze freigegeben haben! Seeeehr böse Blicke der beiden, widerwilliges Freigeben...
    Rundum Kopfschütteln und peinlich berührte Blicke, ansonsten Schweigen....
    Meinerseits akutes Fremdschämen...
    Noch Worte?!
    • iisebahnerin 23.07.2019 11:16
      Highlight Highlight @atorator: Laut Tarif max. Pro sitzplatzbelegendes Gepäckstück ein 1/2 Ticket. Und dafür die beiden Rollstuhlfahrer auf dem Perron stehen lassen? No way. Zudem hatte es in dem betreffenden Unterdeck noch 3 freie Einzelplätze (von 36), ein Rolli braucht jedoch etwad mehr Platz.
      Hüftimplantate hatten die beiden def. nicht, da samt Koffer ziemlich flink die Rolltreppe runtergehuscht und das 4erAbteil gekapert....

      Mein Fazit? Immer mehr Menschen, die nach dem Motto "me, myself &I" funktionieren....
  • Geli 23.07.2019 09:31
    Highlight Highlight Es ist meistens kein Problem einen Sitzplatz zu bekommen, wenn man mit den Menschen spricht.
    Die MS sieht man mir überhaupt nicht an, auch nicht auf den zweiten Blick. Trotzdem habe ich Symptome u Einschränkungen wie Schwindel u Schwäche, die es oft nötig machen, dass ich unten vorwärtssitzen muss. Dann erkläre ich meine halbe Krankheitsgeschichte (halber Wagen hört mit). Das ist manchmal recht mühsam.
    Ein MS-Kollege in England hat mit einem Transportunternehmen einen Batch entwickelt, der wie die LV-Parkkarte funtioniert: beantragen, anstecken u alle sind auf einen Blick informiert.
  • iisebahnerin 23.07.2019 09:27
    Highlight Highlight Neulich im IC Basel-Chur: Ehepaar verbarrikadiert mit 2 Koffern "ihr" Behindertenabteil. Zug voll besetzt. Ich, Zugbegleiterin bitte höflich, die Plätze für 2 Rollstuhlfahrer frei zu geben. Antwort des ca 60jährigen Reisenden: Nei, wir sind zuerst da gewesen! Ich erkläre Piktogramm am Fenster, bitte nochmals höflich. Antwort: ganz sicher nicht! Ich laut genug, damit es Mitreisende hören können: Sie haben das Privileg funktionierender Arme und Beine! Das ist nun eine Anordnung des Zugpersonals, welcher Sie Folge zu leisten haben, Sie wechseln jetzt den Platz bitte! Rest unten....
  • Magnum44 23.07.2019 09:21
    Highlight Highlight Oh mimimi, derjenige im Rollstuhl hat ja bereits einen Sitz und wer - offensichtlich - in seiner Mobilität eingeschränkt ist, erhält schon einen Platz, man muss nur kurz fragen.

    Nur schon die Idee, sich mit ach und krach in den zweiten Stock zu manövrieren, nur weil dort die Sitze sind. Was denken diese Leute?
  • Inanna 23.07.2019 09:18
    Highlight Highlight Es ist vielleicht schon lange her aber meine Eltern haben mir mal beigebracht, dass wenn eine gehbehinderte Person, eine Schwangere oder eine ältere Person in den Zug / Tram oder Bus steigt, dass man ohne zu diskutieren und von ganz alleine aufsteht und seinen Sitz frei gibt... aber eben ist halt schon lange her...
  • Miikee 23.07.2019 09:12
    Highlight Highlight Ich war letztens im Zug von Bern nach Visp. Musste zwei mal aufstehen weil reguläre Gäste den Platz reserviert haben. In einem Zug, Plätze reservieren wo der grösste Teil nicht reserviert ist. Ist einfach schon recht behindert an sich. Das System kann nicht funktionieren und verunsichert und verärgert nur Kunden.

    Nun zu den Behinderten, es wäre ja ganz einfach. Die am einfachsten zu erreichenden Sitze gut markieren (Scheibe, auf dem Polster, ..) sehr gut sichtbar. Ein Behinderter muss natürlich nicht reservieren und kann einfach für die Freigabe fragen. Der Sitz wird im natürlich freigegeben.
    • Alnothur 23.07.2019 11:49
      Highlight Highlight "Nun zu den Behinderten, es wäre ja ganz einfach. Die am einfachsten zu erreichenden Sitze gut markieren (Scheibe, auf dem Polster, ..) sehr gut sichtbar."

      Also genau das, was wir heute schon haben. :)
    • Miikee 23.07.2019 14:53
      Highlight Highlight @Alnothur
      Im Prinzip ja, würde die Sitze vielleicht noch offensichtlicher markieren. Oder das sie automatisch hochklappen. Das den regulären Kunden sehr bewusst ist das sie auf einem Behinderten Sitz sitzen und im besten Fall ein wenig aufmerksam sind was das angeht.

      Bei Reservationen sollte ein weiterer Wagen angehängt werden der Ausschliesslich für Reservationen sind, wie bei Gruppen üblich, gut markiert.
    • Medizinerli 23.07.2019 15:43
      Highlight Highlight @miikee

      "Ist einfach schon recht behindert an sich." - Sehr unkorrekte Aussage.

      "Die am einfachsten zu erreichenden Sitze gut markieren (Scheibe, auf dem Polster, ..) sehr gut sichtbar." - ist ja schon so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nick Name 23.07.2019 09:10
    Highlight Highlight Man kanns drehen und wenden, wie man will, und völlig ungeachtet vom Thema Handicap:
    Dass die SBB nicht fähig sein wollen, in Doppelstöckern auch im unteren Stock Platzreservierungen anzubieten, ist einfach lächerlich peinlich.
    • Flöige 23.07.2019 10:11
      Highlight Highlight Schon in der vor Internet Zeit konnte am SBB Schalter ein Platz in einem Ausländischen Zug reserviert werden. Die Sitzplätze waren in ganz Europa gleichartig nummeriert. Z.B. erkennt an der Nummer ob es ein Fensterplatz ist. Doppelstöcker gehen da nicht. Daher gibt es wohl diesen Kompromiss, dass nur oben reserviert werden kann und das alte System weiterhin funktioniert. Man könnte sicher neue Systeme für viel Geld einbauen. Aber da das Bedürfniss nach Platzreservationen unten sehr gering ist, bin ich der Meinung, wäre das Geldverschleuderung.
  • MeinAluhutBrennt 23.07.2019 08:03
    Highlight Highlight Die SBB hat jetzt Draisinen für Gehbehinderte bereit gestellt. Die Arme können sie ja noch bedienen, so das Argument der SBB.
  • Gooner1886 23.07.2019 07:41
    Highlight Highlight Immer dieser Lärm um nichts. Ich bin sicher wenn man mit den Leute spricht wird einem auch ein Platz freigemacht, also für eine Gehbehinderte Person. Das finde ich zum kotzen an Schweizern*innen. Faust im Sack machen und reklamieren auch wenn die meisten eigentlich sehr nett sind und mit sich sprechen lassen würden.
  • zeromaster80 23.07.2019 07:39
    Highlight Highlight Ich hätte gerne mal ein Mengengerüst. In jedem Wagen "reservierte" Plätze erscheint mehr als ausreichend. Spassreisende sollten allgemein wenn möglich die Stosszeiten meiden, im Interesse aller Reisenden.
    • Elephant Soup slow cooker recipes 23.07.2019 08:44
      Highlight Highlight Spassreisende sind nicht so wichtig wie diejenigen, die das ernsthaft tun :) so guat.
    • zeromaster80 23.07.2019 10:48
      Highlight Highlight Spassreisende können sich ihre Reisezeit aussuchen, Pendler nur sehr bedingt... So schwierig zu verstehen? Toleranz der Linken...
    • Elephant Soup slow cooker recipes 23.07.2019 13:31
      Highlight Highlight War ganz einfach zu verstehen, weil sehr simpler Sachverhalt. Ich habe nicht um eine Erklärung gebeten.
      Aber weisst du, evtl müssen auch Leute die in ihrer Freizeit zum Spass reisen ein paar Sachen koordinieren und sind nicht ganz so vögelifrei wie du suggerierst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 23.07.2019 07:23
    Highlight Highlight Wenn ich sehe, dass der Zug voll ist und eine gehbehinderte oder sonst geschwächte Person das Abteil betritt, gebe ich meinen Sitz frei. Auch wenn diese Person nicht reserviert hat. Das ist doch eigentlich Standard?!
    • Astrogator 23.07.2019 07:55
      Highlight Highlight Sollte man meinen, ist leider nicht so.
    • Beat-Galli 23.07.2019 08:16
      Highlight Highlight Habe ich in 38 Jahren noch nie erlebt, dass es nicht so ist.
    • Bits_and_More 23.07.2019 09:15
      Highlight Highlight @Astrogator
      Wo hast du das den schon erlebt? Ich fahre praktisch täglich Zug und noch nie musste eine Person stehen bleiben, welche medizinisch (oder aus welchen Gründen auch immer) nicht in der Lage war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 23.07.2019 07:19
    Highlight Highlight Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie scheinbar im Zeitalter der digitalisierung solche Mmöglichkeiten nicht umsetzbar sind wie z.B. das man in einem Zug über 2 Etagen eine reservation tätigen kann.

    Ich bin doch immer wieder ein wenig enttäuscht über staatsnahe betriebe und ihre scheinbarer schwierigkeit mit diesem Thema.
    • Tavares 23.07.2019 07:41
      Highlight Highlight ich wette ein kühles Bier, dass der Grund daran liegt, dass eine alte Software verwendet wird, wo nur einstöckige Wagen abgebildet werden können. Also hat man also Work-Around nur die obere Etage erfasst (wo es mehr Plätze gibt) und die untere lässt man nun unter dem Argument "damit andere Gäste Platz haben" frei. (Das Argument ist natürlich total gaga, bei einstöckigen Zügen gilt das ja nicht)
    • Scaros_2 23.07.2019 07:56
      Highlight Highlight Eine gute Analyse die ich so auch unterstützen kann.
    • Astrogator 23.07.2019 07:58
      Highlight Highlight "ich wette ein kühles Bier, dass der Grund daran liegt, dass eine alte Software verwendet wird"
      So wie ich die IT von meinem Arbeitgeber kenne, wette ich ein kühles Bier, dass es eine neue Software ist, aber niemand daran gedacht hat, dass es Doppelstockzüge gibt. Der Workaround und die Begründung dazu dann aber wie von dir geschrieben.
  • Watcherson 23.07.2019 07:10
    Highlight Highlight Liebe SBB,
    einer ihrer hochbezahlten Direktoren aus der Teppichetage könnte ja mal so rein zufällig auf die Idee kommen, mindestens einen für solche Fragen zuständigen Gehbehinderten einzustellen und eine neue Stelle zu schaffen, welche für Eruierung, Koordination und Behebung solcher Missstände mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet ist.
    • Astrogator 23.07.2019 08:00
      Highlight Highlight In der SBB gilt der Grundsatz: Wenn niemand Kompetenzen hat ist auch niemand verantwortlich.
    • Luzifer Morgenstern 23.07.2019 13:26
      Highlight Highlight Man muss doch niemanden einstellen, um seine Meinung zu ignorieren.

      Die SBB ignorieren die Behinderten gratis. Das ist billiger und hat denselben zynischen Effekt.
  • chnobli1896 23.07.2019 07:03
    Highlight Highlight [...]Sie empfindet es auch als «frustrierend», dass für andere Gruppenreisende oft ein zusätzlicher Wagen angehängt werde, für gehbehinderte Passagiere dies aber nicht denkbar sei. [...]

    Kann mir jemand den Gedanken oder die Logik hinter diesem Vergleich erklären? Ich raffs nicht
    • Luzifer Morgenstern 23.07.2019 13:36
      Highlight Highlight Wenn 30 Kinder in ein Blauringlager gehen, dann nimmt man sich eine Stunde Zeit, um den Zug auseinanderzubauen, Wagen einzusetzen,... riesige Logistik halt.

      Aber zwei, drei Gehbehinderte so versorgen, dass sie in einem Zug einfach unauffällig Platz haben, das ist schwierig?!

      Behinderte würden lieber nicht auffallen. Die wären gerne einfach in den Passagierfluss integriert, ohne dass sie zuerst bei den einfachsten Dingen um Hilfe bitten müssen. Wir gesunden Menschen sind hier privilegiert. Und dass lässt die SBB ihre behinderten Kunden täglich spüren.

      Die Entwicklung der SBB hinkt gewaltig.
  • Anonymus123 23.07.2019 07:02
    Highlight Highlight Ich verstehe wirklich nicht, warum die SBB nicht ein Reservationssystem wie die Deutsche Bahn oder die ÖBB hinkriegen... man könnte die Software von den Nachbarn wahrscheinlich sogar übernehmen, wenn die Weiterentwicklung der eigenen Lösung auf eine zeitgemässe Funktionalität zu teuer ist...

  • Bilal 23.07.2019 06:42
    Highlight Highlight Weiss Gott, dass ich damals für das Behindertegleichstellungesetz BehiG abgestimmt habe und es in keiner Art bedauere.

    Würde man aber heute schwarz auf weiss belegen, welche Beträge in mehrere Milliardenhöhe die SBB und andere öV für die Anpassung der Infrastruktur (Stationen) und des Rollmaterials deswegen investieren müssten, würden gewisse Verkehrsteilnehmer bei solchen Probleme ausgewogene Lösungen suchen.
    • Evan 23.07.2019 10:28
      Highlight Highlight Die Anpassungen werden ja schrittweise umgesetzt, und einmal angepasst, kann man es in Zukunft von Anfang an richtig machen. Sehe das Problem nur bedingt.
    • Beat Ruefer 23.07.2019 22:12
      Highlight Highlight Ich hoffe Sie habe JA gestimmt ??!!! Das BehiG ist ein Grundsatz Entschied wie für jedes Gesetz. Hinzu kommt jetzt noch die Ratifizierung des UNO Behindertenrechtskonvention im Jahre 2014 von der Schweiz. Wenn Sie jetzt meinen es sei alles Paletti, dann irren Sie sich, denn jetzt beginnt die Knochenarbeit der Behindertenorganisationen
    • ReziprokparasitischerSymbiont 24.07.2019 08:00
      Highlight Highlight Das BehiG hilft übrigens nicht nur Behinderten, sondern z.B. auch Eltern mit Kinderwagen, Velofahrern etc.
      Insofern konnte wohl jeder Reisende schon mal von gewissen Verbesserungen profitieren.
  • theshark 23.07.2019 06:21
    Highlight Highlight Erst wer behindert ist, erlebt die vielen Schranken im Alltag. Genannte Antworten der SBB sind nur Inakzeptabel. Aber auch ein Manko bei den Stellen der Behörden, ist das Thema doch längst bekannt. Alltagssituation bei Einkaufszentren, wieviele IV PP werden durch nicht behinderte benutzt? Lässt die Frage zu wer behindert ist.
    • Alnothur 23.07.2019 11:53
      Highlight Highlight Ah ja? Dass also grundsätzlich in jedem Wagen mindestens zwei Viererabteile für Behinderte reserviert sind, ist ein Manko?
  • Philboe 23.07.2019 06:00
    Highlight Highlight Service publique nennt man das?!
    • Allion88 23.07.2019 07:52
      Highlight Highlight Es hat ja gratis reservierte plätze unten für gehbehinderte. Was man als gehbehinderte person eigentlich wissen sollte. Ich weiss es und fahre ca. 2x zug im jahr.

      Des weiteren hoffe ich, das alte und körperlich eingeschränkte keine reservation brauchen, um einen sitzplatz zu erhalten... Daran darf leider gezweifelt werden
  • brudi 23.07.2019 05:59
    Highlight Highlight Die Reisegruppe hätte ja mit den anderen Passagieren reden können. Bestimmt hätte man eine Lösung gefunden. Die SBB macht einen guten job
  • Halb Wissen 23.07.2019 05:57
    Highlight Highlight Dann können also bereits besetzte Plätze von beeinträchtigten Menschen eingefortet werden.
    Was is aber, wenn diese bereits durch solche besetzt sind?
    Was is mit den wie im genannten Beispiel mitreiresde Personen? Es erscheint mir schwierig, eine Gruppe zu verscheuchen, obwohl nicht alle davon den Platz einem Berechtigten abgeben müssen.
    • Oigen 23.07.2019 07:41
      Highlight Highlight Was is aber, wenn diese bereits durch solche besetzt sind?

      voll ist voll.

      Ich bin ziemlich gross und kann so gut wie nirgends sitzen im öv, soll ich jetzt auch die sbb/zvv oder sonst wen ansch... weil nicht an übergrosse personen gedacht wurde?

      man kann auch übertreiben.
    • Bits_and_More 23.07.2019 08:02
      Highlight Highlight Dann gibt es noch zig andere Plätze im Zug. Und ich bin überzeugt, die meisten Fahrgäste machen einer gehbehinderten Person unabhängig von der Sitzbezeichnung den Platz frei.
  • Hardy18 23.07.2019 05:57
    Highlight Highlight Barrierefreiheit, Hin oder Her.

    Wenn ich gehbehindert werden sollte glaube ich nicht das ich einen Platz reservieren werde.
    Man darf wohl noch an den menschlichen Verstand glauben, die mich sehen werden und mir einen Platz anbieten...
    ich weiss ja nicht wer hier ihre Mitreisenden waren, aber die Hilfeleistung derer war Spitzenmässig...gab bestimmt viel zu lachen als sich die ältere Dame hoch quälte. 🤦🏼‍♂️
  • TheBear97 23.07.2019 05:47
    Highlight Highlight „Und fraglich bleibt auch, ob ein Sitz wirklich frei gegeben wird, wenn eine gehbehinderte Person, deren Handicap nicht sofort erkennbar ist, dies verlangt.“

    Man muss halt mit den Leuten reden, und dann haben sie den Sitz freizugeben, ob sie nun wollen oder nicht.
    • Natürlich 23.07.2019 07:34
      Highlight Highlight
      Sorry aber es kann nicht sein, dass dies Aufgabe der Behinderten ist, zu verlangen die Plätze freizugeben.
      Das fordert viel Mut.
      Und dann sitzen da möglicherweise auch noch Touristen welche gar kein Deutsch sprechen.

      Ein anderes Bsp.
      In der Zentralbahn von Luzern nach Engelberg gibt es einen Globiwagen. Mit Globibücher und bei jedem Abteil steht ein Schild, dass diese Plätze für Familien und Kinder freizuhalten sind.

      Aber erklär dass dann mal irgendwelchen chinesischen Touristen wenn der Zug vollbesetzt ist.

      Da hockt man halt manchmal lieber aufs Maul anstatt die Konfrontation zu suchen
    • kobL 23.07.2019 07:36
      Highlight Highlight Ja toll, jedesmal eine riesen Diskussion, bis dann widerwillig die Plätze freigegeben werden. Ich bin zwar nicht gehbehindert, aber nehme öfters ein Velo mit in den Zug. In sehr vielen Zügen hat es bei den Veloabstellplätzen Klappsitze. Eigentlich ist es ja ziemlich offensichtlich, dass man das Velo nur dort abstellen kann. Aber manche drängen sich beim Einsteigen noch vor um genau da Platz zu nehmen und motzen dann noch rum...
      Die SBB soll einfach endlich ihre Buchungsplattform erneuern. Ist ja schon ein Witz, dass man internationale Tickets nicht online kaufen kann!
    • Butschina 23.07.2019 07:59
      Highlight Highlight Naja ganz so einfach ist es nicht immer. Seit ich den Rollstuhl habe ist es meist kein Problem mehr. Vorher mit dem Rolator war es in ca 33 % der Fälle mühsam die Person zu überzeugen den Platz zu räumen. Das ganze nervt mit der Zeit ziemlich. Anfangs liess ich den Rolator im Eingangsbereich stehen, damit ich nur einen Sitz benötigte. Nachdem mir aber die Räder und Bremskabel mit einem Messer zerstört wurden, nahm ich ihn mit rein.
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  • Unkel Wullewu 23.07.2019 05:31
    Highlight Highlight In jedem Zug/Tram/Bus hat es vorreservierte Plätze für in der Mobilität eingeschränkte Personen.

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