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streik deutsche bahn

Mit einem Ersatzfahrplan will die Deutsche Bahn möglichst viele Verbindungen sicherstellen. bild: screenshot deutsche bahn

Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken wieder – auch Reisende ab Basel und Zürich sind erheblich betroffen

Jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn soll heute trotz des Streiks fahren, im deutschen Nahverkehr ist die Lage deutlich komplizierter. Auch Fahrgäste aus der Schweiz müssen mit Komplikationen rechnen.



Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) macht Ernst: Seit heute Nacht, 2 Uhr, hat sie ihren Streik auf den Personenverkehr ausgeweitet. Bei dieser Arbeitsniederlegung handelt es sich bereits um den siebten Streik der GDL im seit zehn Monate andauernden Tarifkonflikt.

Um trotz des Streiks möglichst viele Personen von A nach B bringen zu können, hat die Deutsche Bahn einen Ersatzfahrplan ausgearbeitet. Dafür kommen Lokführer zum Einsatz, die entweder verbeamtet sind und deshalb nicht streiken dürfen, die in anderen Gewerkschaften organisiert sind oder jene, die dem Streikaufruf der GDL nicht gefolgt sind. Mit Hilfe dieses Ersatzfahrplans soll voraussichtlich jeder dritte Fernzug fahren können, wie die deutsche Tagesschau berichtet. Im deutschen Nahverkehr sehe die Lage etwas komplizierter aus.

«Voraussichtlich fällt jeder zweite Zug, der über Basel fährt, aus.»

lea meyer, sbb-mediensprecherin

Doch was ist mit Zügen, die die Schweiz betreffen? «Von den Verbindungen, die über Basel führen, wird voraussichtlich die Hälfte fahren», erklärt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer im Gespräch mit watson.

Die SBB orientiere sich am Streikprogramm, das sie von der Deutschen Bahn erhalten haben, erklärte SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Keine Zugreise-Möglichkeit» gebe es ab Schaffhausen in Richtung Stuttgart und ab Bregenz (A) in Richtung München.

«Wir werden natürlich kulant sein»

Das heisst konkret: Wer heute mit dem Zug von Zürich nach München fahren möchte, kommt erst einmal nur bis zur Landesgrenze. Wie es dann weitergeht, muss direkt mit der Deutschen Bahn abgeklärt werden. Betroffenen rät Mediensprecherin Meyer deshalb Folgendes: Wer eine Reise von der Schweiz aus nach Deutschland geplant hat, sollte unbedingt vorher auf der Webpage der Deutschen Bahn nachschauen, ob die Verbindung zustande kommt. 

«Falls nicht, soll sich der Kunde unbedingt bei uns melden, damit wir schauen können, welche Lösung möglich ist und ob wir den Kunden beispielsweise auf einen Zug umbuchen können, der eine Stunde später fährt», so Meyer. Wer bereits ein Ticket gebucht – und bezahlt – hat, brauche sich auch nicht zu sorgen: «Wir haben da bestimmte Abmachungen mit der Deutschen Bahn und werden natürlich kulant sein.»

Busunternehmer reiben sich die Hände

Angesichts des Bahnstreiks freuen sich die Busunternehmen. Laut Jörn Rossberg, Sprecher von meinfernbus.de, ist die Nachfrage seit Ankündigung des Streiks am Montag sprunghaft angestiegen. Man registriere «eine erfreuliche Zunahme» von Buchungen.

Registriert wurden etwa doppelt so viele Zugriffe auf die Buchungsseiten wie in den Vorwochen. Und die Zahl der Bestellungen habe um rund 70 Prozent zugenommen. Viele Verbindungen zwischen Schweizer und Deutschen Destinationen seien sehr gut besetzt oder ausgebucht. Man habe Zusatzbusse in Bereitschaft, noch seien aber keine zusätzlichen Wagen im Einsatz.

Der Streik der GDL soll voraussichtlich noch bis morgen, Donnerstag, um 21 Uhr andauern. Im Güterverkehr hatte der Streik in Deutschland bereits am Dienstagnachmittag begonnen. Hier wollen die bei der GDL organisierten Lokführer erst am Freitagmorgen wieder die Arbeit aufnehmen. Mit ihrem Streik will die Gewerkschaft die Deutsche Bahn weiter unter Druck setzen. Die 16. Verhandlungsrunde brachte am vergangenen Freitag erneut kein Ergebnis.

(Mit Material der sda)

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