Schweiz
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Ein Lokfuehrer befaehrt die neue Bahnstrecke waehrend der Einweihung der SBB Bahnlinie zwischen Mendrisio und Stabio im Tessin am Mittwoch, 26. November 2014. (KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi)

Dringend gesucht: Lokführer. Bild: TI-PRESS

SBB will mit «Speed-Dating» neue Lokführer rekrutieren – das schreibt die Sonntagspresse

Höhere Negativzinsen der Nationalbank, die Millionen-Kosten der gescheiterten Olympiakandidatur «Sion 2026» und «Speed-Dating» zur Rekrutierung von neuen Lokführern: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.



Nationalbank erwägt noch höhere Negativzinsen

Die Schweizer Notenbank zeigt sich entschlossen, den Leitzins gegebenenfalls noch weiter in den Negativbereich zu senken. Dies sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Die Phase der tiefen Zinsen könnte noch länger anhalten, und auch eine weitere Lockerung der Geldpolitik ist unter Umständen notwendig», erklärte der 56-jährige Notenbanker. Zuletzt beliess die SNB den Leitzins unverändert bei minus 0,75 Prozent. Mit den Negativzinsen will die Zentralbank den Franken für internationale Investoren unattraktiv machen. Denn er gilt als «sicherer Hafen» und ist daher in turbulenten Zeiten gefragt.

Kritiker bemängeln, die Negativzinsen erfüllten ihren Zweck nicht. So würden Leute mit geringen Ersparnissen und wenig Geld in der Pensionskasse verlieren, während Besitzer von Immobilien und Aktien profitierten. «Unsere Geldpolitik ist für die gegenwärtige wirtschaftliche Situation richtig», verteidigte Jordan die seit über vier Jahren geltende Notmassnahme. «Wir haben nie infrage gestellt, dass es Nebenwirkungen gibt. Wir müssen jedoch das Gesamtinteresse des Landes im Blick haben und dürfen keine Einzelinteressen verfolgen.» Wenn die Nationalbank den Leitzins jetzt anheben würde, würde daraus laut Jordan ein stärkerer Franken resultieren. «Die Arbeitslosigkeit würde steigen.»

ARCHIVBILD ZUM QUARTALSERGEBNIS DER SNB, AM DONNERSTAG, 31. OKTOBER 2019 ---- Der Haupteingang der Schweizerischen Nationalbank, am Donnerstag, 4. August 2011, in Bern. Die Nationalbank hat am Mittwoch, 3. August 2011, gegen das Frankenhoch interveniert. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Schweizerische Nationalbank in Bern. Bild: KEYSTONE

Vorbehalte gegen SBB-Chef Meyers Massnahmenpaket

Die Aufsichtsbehörde der Bahn hat grösste Vorbehalte gegen das von SBB-Chef Andreas Meyer vorgestellte Massnahmenpaket für weniger Verspätungen im Zugbetrieb. In einem Analysepapier, welches das Bundesamt für Verkehr (BAV) nach Meyers Ankündigung vom Montag angefertigt hat, schreiben die Aufseher laut «SonntagsZeitung», dass die Bahnen «die Vorgaben der Konzessionen und Netzpläne unbedingt einhalten müssen».

ARCHIV ? ZUM ANGEKUENDIGTEN RUECKTRITT AUF ENDE 200 VON SBB CEO ANDREAS MEYER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Andreas Meyer, CEO of Swiss Federal Railways SBB, pictured on January 18, 2012, in the train from St.Gallen to Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)....Andreas Meyer, Vorsitzender der Konzernleitung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), aufgenommen am 18. Januar 2012 im Zug zwischen St. Gallen und Zuerich. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Noch-SBB-Chef Meyer. Bild: KEYSTONE

Dies bedeutet der Zeitung zufolge, dass die SBB weder einzelne Kurse, noch Haltestellen streichen dürfen, wie das Meyer angekündigt hat. Auch die Idee, zu bestimmten Zeiten Bahnverbindungen durch Busse zu ersetzen, verwirft das Bundesamt. «Kurzfristige Ersatzangebote können toleriert werden, nicht jedoch der systematische Ersatz durch Busse», heisst es in dem Schreiben. Ebenso laufen die SBB mit der Absicht bei den Behörden auf, anstehende Netzausbauten statt für neue und schnellere Zugsverbindungen für Reserven im Fahrplan zu nutzen. «Die SBB dürfen geplante Umsteigezeiten, Fahrzeitreserven, und Angebote nicht einseitig anpassen.»

Insgesamt dürften alle diese Massnahmen «höchstens punktuell ergriffen werden und nur, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind». Der Massnahmenplan des spätestens Ende 2020 abtretenden Bahnchefs Meyer ist der Zeitung zufolge damit bereits grösstenteils Makulatur.

6,3 Millionen Franken für gescheiterte Olympia-Kandidatur

Die gescheiterte Kandidatur «Sion 2026» für die Ausrichtung von Olympischen Winterspielen im Wallis kostete nach Berechnungen der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» rund 6,3 Millionen Franken. Der Finanzchef der Kandidatur bestätigte demnach den Betrag gegenüber der Zeitung. Das Bundesamt für Sport sowie der Verband Swiss Olympic hatten mitgeteilt, dass die Finanzergebnisse noch nicht vorliegen würden. Dem Bericht zufolge wurde das Geld für Marketing, die Machbarkeitsstudien, zur Deckung von IT-Kosten sowie für Mieten und Gehälter ausgegeben.

ARCHIVBILD ZUR TAGUNG DER KONFERENZ DER KANTONSREGIERUNGEN ZU SION 2026, AM FREITAG, 23. MAERZ 2018 - People form the word

Sions Kandidatur ist gescheitert. Bild: KEYSTONE

Die Rechnung wurde zu gleichen Teilen zwischen dem Bund, Swiss Olympic und den beteiligten lokalen Behörden aufgeteilt. Zum Vergleich: Die kanadische Stadt Calgary setzte dem Bericht zufolge mit seiner gescheiterten Kandidatur für 2026 umgerechnet rund 12,2 Millionen Franken (16,3 Millionen kanadische Dollar) in den Sand. Die Olympischen Winterspiele 2026 finden vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d'Ampezzo in Norditalien statt.

SBB setzen auf «Speed-Dating»

Bei der Suche nach neuen Lokführern setzen die SBB – angelehnt an «Speed-Dating» – auch auf Schnell-Rekrutierungen in Bahnhöfen. Das Bahnunternehmen spricht dort Interessierte für den Lokführer-Beruf direkt an, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Dabei suchen SBB-Personalverantwortliche das persönliche Gespräch mit Passanten, lassen sie in einem Lok-Simulator fahren und versuchen sie von der Tätigkeit zu begeistern.

CORRECTS TYPO IN LOCATION: Ein Lokfuehrer verwendet die neue WarnApp (LEA) anlaesslich einer Demonstration der SBB  der WarnApp LEA, die das Lokpersonal bei der Abfahrt im Bahnhof unterstuetzt, am Mittwoch, 14. Oktober 2015, in Zofingen. In den letzen zwei Jahren hat die SBB eine neue WarnApp entwickelt, die die Sicherheit bei der Bahnhofsausfahrt erhoeht. Auf dem iPad im Fuehrerstand gibt die WarnApp eine akustische und visuelle Warnung ab, wenn sich der Zug gegen ein Halt zeigendes Signal in Bewegung setzt. Die neue App ist seit August 2015 in Betrieb. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Nach der Schnell-Rekrutierung in den Führerstand: SBB-Lokführer. Bild: KEYSTONE

In den Bahnhöfen Olten, Lausanne, Zürich und Bern führten die SBB in den letzten Monaten solche Aktionen unter dem Titel «Berufswelten-Café» durch, wo das Unternehmen den Besuchern nicht nur Einblick in die Aufgaben des Lokführers gewährte, sondern in sämtliche 150 Berufe bei der Bahn. Wer sich für die Ausbildung im Führerstand interessiert, kann die Bewerbungsunterlagen zum Anlass mitbringen und beim «Speed Recruiting» in einem zehnminütigen Gespräch seine Aussichten ausloten.

Ein SBB-Sprecher betonte gegenüber der Zeitung, dass auf eine Schnellbewerbung eingehende psychologische und medizinische Tauglichkeitsprüfungen folgten. Bis 2025 werden etwa 1000 neue Fachkräfte für den Führerstand benötigt. Die Lokführer-Ausbildung dauert 14 bis 16 Monate.

Software soll Kinder auf Schulen verteilen

Künftig sollen Algorithmen entscheiden, wie Kinder auf die Schulhäuser verteilt werden – um deren Chancengleichheit zu wahren. Das Zentrum für Demokratieforschung Aarau (ZDA) hat für Schulen in der Stadt Zürich ein entsprechendes Computerprogramm entwickelt, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Mit dem Algorithmus sollen die Schulklassen stärker durchmischt werden.

Heute herrschen diesbezüglich teils grosse Unterschiede. An Schulen in privilegierten Quartieren wie dem Zürichberg liegt der Anteil von Kindern, die aus fremdsprachigen Familien kommen oder Eltern mit tiefem Bildungsstand haben, dem Bericht zufolge bei unter 20 Prozent. In anderen Wohngegenden schnellt die Quote hoch bis zu 75 Prozent. «Das ist problematisch, weil sich die soziale Zusammensetzung von Schulen nachweislich auf die Leistungen der Schüler auswirkt», wird ZDA-Projektleiter Oliver Dlabac zitiert.

Ob der Algorithmus eingesetzt wird, müssten die Kreisschulpflegen entscheiden, heisst es beim Schulamt der Stadt Zürich. Die Experten des der Universität Zürich angeschlossenes Forschungszentrums wollen den Algorithmus nun auch für Bern, Basel, Lausanne und Genf anwenden. Dieser arbeitet mit Volkszählungsdaten. Eingespeist werden auch Verkehrsbelastungsdaten sowie das Netzwerk von Trottoirs, Fusswegen, Unterführungen und Überführungen, um die Zumutbarkeit von Schulwegen zu berücksichtigen.

Ex-Nestlé-Chef Brabeck gibt Business-Jet weg

Er war letztes Jahr einer der ersten stolzen Besitzer des neuen Schweizer Business-Jets PC-24: Nun hat Ex-Nestlé-Chef Peter Brabeck die Maschine des Nidwaldner Flugzeugbauers Pilatus bereits wieder weggegeben, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Derzeit sei der Flieger in Luxemburg gemeldet, zuvor sei er in San Marino registriert gewesen. Neue und aktuelle Betreiberin sei Jetfly Aviation. Die Firma umfasst ein Dutzend Flugzeuge und 160 Mitarbeiter. Brabeck ist gemäss luxemburgischem Handelsregister nicht an ihr beteiligt.

Ein Flugzeug des Typs Business Jet PC-24 des Flugzeugherstellers Pilatus beim Abflug von den Werkhallen in Stans, am Mittwoch, 23. Mai 2018. Das Flugzeug wurde an den ehemaligen Nestle Verwaltungsrat Peter Brabeck verkauft. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ein Business-Jet des Typs PC-24. Bild: KEYSTONE

Ob der 74-jährige Manager den Flieger verkauft oder vermietet hat, wollten weder Brabeck noch Jetfly Aviation sagen. Die Zeitung berichtet mit Verweis auf Pilotenkreise, dass Brabeck die Simulator-Prüfung in der US-Metropole Dallas nicht bestanden habe. «Dreimal», schilderte demnach ein Insider. Bislang haben 150 Piloten eine PC-24-Fluglizenz erhalten. Brabecks Büro wollte keinen Kommentar abgeben. Bei der Übergabe des Jets vor einem Jahr hatte es geheissen, Brabeck plane, mit dem neuen Flieger und seiner eigenen Airline Brabair Privat- und Geschäftsleute zu befördern. (sda)

24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit

SBB-CEO Andreas Meyer räumt Fehler ein

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Auric 03.11.2019 12:42
    Highlight Highlight Die Anforderungen sind übrigens zwei der Landessprachen, falls sich jemand dafür interessiert.
  • arty the pug 03.11.2019 11:47
    Highlight Highlight Gut dass jemand der SBB auf die Finger schaut. Immer dieses Klagen über Kosten und dann den GA Preis verdoppeln. Es fehlt an richtigen Innovationen und Pioniergeist, aber bitte nicht in der Rekrutierung. Wenn die SBB als Unternehmen attraktiver wird, kommen automatisch neue Mitarbeiter..
  • Astrogator 03.11.2019 10:12
    Highlight Highlight "Der Massnahmenplan des spätestens Ende 2020 abtretenden Bahnchefs Meyer ist der Zeitung zufolge damit bereits grösstenteils Makulatur."

    Tja, was bleibt ist das rückabwickeln der unzähligen Sparmassnahmen an der Front und Abbau in der Verwaltung wenn man die Lohnkosten nicht explodierenden lassen will.

    Sprich ausser der Aufteilung in Divisionen - eine Vorgabe des Bundes - wird wie bei der Berliner S-Bahn nichts von Meyer seine Amtszeit überleben.
  • Mügäli 03.11.2019 09:25
    Highlight Highlight Negativzinsen - es mag sein, dass das Umfeld zurzeit diese ,Massnahme, verlangt allerdings find ich es unakzeptabel das zum Beispiel unsere PK- Kassen dieser Regelung auch unterstellt sind. In Zeiten wo unsere Pensionskasse sonst schon ,angeschlagen, ist auch noch Zinsen für unsere Altersgelder einzukassieren geht einfach nicht. Wieviel Geld geht dort jeden Monat verloren, bei einem PK- Vermögen von nahezu 1 Billion? Die Politik senkt und senkt die Umwandlungssätze und ignoriert gleichzeitig andere Möglichkeiten unsere 'Guthaben' zu schützen ..
    • ingmarbergman 03.11.2019 19:29
      Highlight Highlight Eine PK sollte nicht in Bargeld anlegen. Bargeld auf dem Sparkonto hat sich noch nie gelohnt.
      Als es 5% Zinsen gab, war die Inflation bei 4,5%.

      Dafür dass die Schweiz ein so reiches Land ist, haben erschreckend viele Leute keine Ahnung von Geld.
  • dracului 03.11.2019 09:08
    Highlight Highlight Was ist nun genau die Strategie der SBB bezüglich Lokführer? Einerseits spricht die SBB von selbstfahrenden Zügen, andererseits beklagt sie den Mangel an Lokführern. Anstatt Speed-Dating wären klare Berufsaussichten eventuell hilfreich. Oder folgt nach absolvierter Ausbildung gleich ein „Speed-Firing“?
    • Astrogator 03.11.2019 10:36
      Highlight Highlight Nun, der einzige der von selbstfahrenden Zügen gesprochen hat war Meyer selbst.
      Und so langsam sollte auch nach aussen durchdringen, dass Meyer von Eisenbahn nicht viel Ahnung hat.
    • Meyer Andrej 03.11.2019 15:36
      Highlight Highlight Meyer sitzt noch seine 12 monatige Kündigungsfrist ab, oops sorry, er ging ja freiwillig...

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