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Fernunterricht bereitet vielen Kindern Schwierigkeiten. (Symbolbild) bild: keystone

Knapp 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler lernen weniger als neun Stunden pro Woche

Eine Studie zeigt, wie unterschiedlich die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern beim Fernunterricht sind. Die grösste Herausforderung im Coronalockdown: Dem Tag Struktur zu geben.



Im Rahmen des sogenannten Schul-Barometer sind über 7000 Kinder, Eltern und Lehrpersonen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich zur aktuellen schulischen Situation befragt worden. An der Studie waren Forschungseinrichtungen aus allen drei Ländern beteiligt, unter anderem auch die Pädagogische Hochschule Zug.

Die am Freitag publizierten Befunde zeigen, wie weit die Erfahrungen im Fernunterricht auseinandergehen können. Zwar gibt knapp die Hälfte der Befragten an, ihnen gehe es gut bis sehr gut. 13 Prozent sagen aber auch, ihnen gehe es schlecht bis sehr schlecht.

ZUM PRIMARSCHULVERBUND WILEROLTIGEN, GURBRUE UND GOLATEN WAEHREND DER CORONA-PANDEMIE STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Eine Lehrerin der Primarschule (1./2. Klasse) Wileroltigen filmt ihren Schulinhalt, den sie anschliessend digital an ihre Klasse als Fernunterricht digital verschickt, fotografiert Corona-Pandemie am 23. April 2020 in der Gemeinde Wileroltigen, Kanton Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Fernunterricht bereitet vielen Schülern Probleme. Bild: KEYSTONE

Am deutlichsten zeigen sich die Unterschiede bei der Frage, wie viele Stunden pro Woche im Schnitt zu Hause im Coronalockdown für die Schule aufgewendet wird. Während 31 Prozent der Schülerinnen und Schüler mehr als 25 Stunden pro Woche arbeiten und lernen, geben 18 Prozent der Befragten an, weniger als 9 Stunden aufzuwenden. Weitere 15 Prozent widmen den schulischen Aufgaben gerade mal 10 bis 14 Stunden. 14 Prozent lernen zwischen 15 und 19 Stunden pro Woche und 22 Prozent zwischen 20 und 24 Stunden.

8 Prozent haben kein nützliches Gerät

Die Herausforderungen, die die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen, sind vor allem koordinatorischer Natur. So geben 19 Prozent an, Mühe zu haben, ihren Tag selber zu planen. Bei Absprachen mit der Schule und den Lehrpersonen hapert es bei 25 Prozent. Die Ressourcen und elterliche Unterstützung scheinen weniger Mühen zu bereiten. 14 Prozent geben an, dass die Eltern bei den Aufgaben nicht helfen könnten. 8 Prozent haben keinen Computer, mit dem sie gut lernen können.

Soziologe Christoph Maeder ist überzeugt, dass die Erfahrung mit Heimunterricht während der Coronakrise

Computer sind nicht überall eine Selbstverständlichkeit. Bild: KEYSTONE

In der Umfrage wurden die Kinder auch nach dem Anteil an Freizeitbeschäftigungen gefragt. Die häufigste Freizeitbeschäftigung ist demnach in der Coronazeit Filme und Serien schauen, gefolgt von Chatten und im Haushalt helfen. Es gebe zwei Gruppen von Schülerinnen und Schüler, heisst es dazu in den Befunden zur Studie. Die einen könnten ihre Tagesstruktur gut selbst planen und stünden früh auf. Die anderen seien passiver. Diese Gruppe gab denn auch an, vier mal so viel Zeit mit Spielen von Video- und PC-Games zu verbringen als sonst üblich.

Das Schul-Barometer ist in der Zeit vom 24. März bis 5. April 2020 erhoben worden. (gb/bzb)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lilamanta 01.05.2020 20:09
    Highlight Highlight Die tragische Information: 8% haben keine ausreichenden technischen Mittel, um die Aufgaben zu erledigen.
    Das macht mich hässig. Weil ich glaube, dass sich die Eltern die Computer, Drucker und Patronen nicht leisten können. Es ist endlich Zeit für Chancengerechtigkeit und Existenzsichernde Löhne und Sozialleistungen!
  • waschbär 01.05.2020 18:52
    Highlight Highlight Uns wurde vom Zürcher Bildungsamt empfohlen, dass unsere DrittklässlerInnen täglich für 90 Minuten Arbeitsaufträge erhalten sollen. Wer mehr wollte, bekam mehr. Was ist also falsch daran, wenn sich Eltern, Kinder und Lehrpersonen an die Empfehlungen halten (Stundenangabe im Titel wäre ja im Rahmen dieser Empfehlung?)
  • 97ProzentVonCH68000 01.05.2020 15:56
    Highlight Highlight Ich kenne jemand, dessen Kids haben seit Corona nur Repitionsaufgaben erhalten, kein neuer Stoff, damit die ach-so wichtige Chancengleichheit dazu führt, dass alle nichts lernen.
    Die guten Schüler können daher seit 8 Wochen nur Däumchen drehen.
  • Toerpe Zwerg 01.05.2020 15:32
    Highlight Highlight Es setzt sich einfach fort, was im Präsenzunterricht stattfindet.
    • Ueli der Knecht 01.05.2020 23:45
      Highlight Highlight Du hast einfach keine Ahnung, was da draussen zur Zeit abgeht.

      Am besten suchst du dir in der Nachbarschaft ein Flüchtlingskind und bietest ihm deine Hilfe beim Homeschooling an (inkl. deinem Computer, Drucker und vorallem deiner Zeit und Aufmerksamkeit).

      Dann wirst du schon auch noch auf die Welt kommen.
  • tina76 01.05.2020 15:07
    Highlight Highlight Arbeitszeit ist nicht mit produktiver Zeit gleich zu setzen. Kenne viele, die "lange" arbeiten, aber doch nichts machen.
  • Varanasi 01.05.2020 15:04
    Highlight Highlight Erfahrung aus einem Haushalt mit Kindern:
    Die erste Woche war etwas chaotisch, auch weil die Kinder sich erst einmal in Teams einfinden mussten.
    Ab da klappt es wie am Schnürchen. Ich denke, so geht/ging es einigen Kindern.
    Viel hängt wohl am Alter und ja, ob jemand daheim ist, der unterstützen kann.
    • Ueli der Knecht 01.05.2020 23:47
      Highlight Highlight "ob jemand daheim ist, der unterstützen kann."

      Bei vielen Kindern ist diese elterliche Unterstützung zuhause schlicht nicht vorhanden, weil die Eltern selbst mit der ganzen Situation überfordert sind. In diesen Fällen brauchen die Kinder unbedingt externe Unterstützung.
  • fools garden 01.05.2020 15:02
    Highlight Highlight Meine Freundin nahm ihren 9jährigen Sohn 1985 mit auf unsere Reise von 6 Monaten.
    Schulbücher im Gepäck hatten wir jeden Tag ca. 3 Std. Schule × 5 Tage.
    Das langte völlig, zurück in der Schweiz musste er einen Test absolvieren und konnte mit der selben Schulklasse weiterfahren.
    • PaLve! 01.05.2020 18:15
      Highlight Highlight Wieso die Blitze?
    • fools garden 01.05.2020 20:29
      Highlight Highlight Für uns war das ne großartige Zeit.
      In Australien konnte der Kleine sogar ca. 4 Wochen mit seinem gleichaltrigen Cousin in die Schule.
      Irgend was hat er sicher verpasst, aber auch ganz sicher was Anderes gelernt.
  • djohhny 01.05.2020 14:38
    Highlight Highlight Das die Studie schon vor fast einem Monat fertig ist fände ich eine Info, die am Anfang stehen sollte. Auch biele Erwachsene hatten in den ersten 2-3 Wochen Mühe im Homeoffice zu arbeiten. Mitlerweile haben sich aber viele daran gewöhnt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies bei den Kindern nicht viel anders ist.
  • Gubbe 01.05.2020 14:27
    Highlight Highlight Da ist meine Enkelin eine Ausnahme. Sie lernt bis 28 h wöchentlich und findet, dass sie so mehr Stoff reinkriegt, als mit Direktunterricht. Ihr gefällt das so.
    • Toerpe Zwerg 01.05.2020 15:31
      Highlight Highlight Wie alt?
    • Gubbe 01.05.2020 15:59
      Highlight Highlight Toerpe Zwerg
      14
  • tolgito 01.05.2020 14:21
    Highlight Highlight Von welchen Schülern welchen Alters wird hier geredet?
    • fools garden 01.05.2020 14:53
      Highlight Highlight Sehr gute Frage.
    • Berner 01.05.2020 15:50
      Highlight Highlight Die Altersverteilung der Schülerinnen und Schüler ist wie folgt: 13 Prozent 6 bis 12 Jahre, 32 Prozent 13 bis 15 Jahre, 55 Prozent 16 bis 20 Jahre.
  • BVB 01.05.2020 14:10
    Highlight Highlight 9 Stunden reines lernen oder 9 Stunden für alles was mit der Schule zu tun hat? Werde auch im Artikel nicht ganz schlau.
  • partyarty 01.05.2020 13:54
    Highlight Highlight Naja man kann aus diesen Zahlen entnehmen, dass 20 Prozent der Schüler faule Säcke sind. Oder aber, 20 Prozent der Schüler nutzen ihre Zeit effizient und haben ein besseres Time Management als solche, die über 40 Stunden pro Woche lernen.

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