Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Schnapsidee»: Lehrer wollen keine Kühe im Klassenzimmer



Weil viele urbane Kinder noch nie einen Stall von innen gesehen hätten und daher nicht wüssten, wie die Milch von der Kuh in den Tetrapak kommt, will der Schweizerische Bauernverband eine Bildungsoffensive starten. Vorbild ist eine Methode aus den USA.

Markus Ritter, Praesident Schweizerischer Bauernverband (SBV), berichtet an der Jahres-MK des Bauernverbandes ueber die Zukunft der jungen Landwirte im globalisierten Markt am Dienstag, 5. Januar 2016 in Zollikofen. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

«Kinder werden irgendwann erwachsen und zahlen Steuern. Dann sollten sie wissen, warum sie mit ihrem Geld die Bauern unterstützen»: Bauernverbands-Präsident Ritter.
Bild: KEYSTONE

Seit 30 Jahren bereits gibt es das Projekt «Schule auf dem Bauernhof»: Kinder besuchen im Rahmen des Unterrichts einen Landwirtschaftsbetrieb. Doch weil die Nachfrage aufgrund des gedrängten Lehrplanes abnehme und die Kinder nicht mehr zu den Kühen gehen würden, müssten nun halt die Kühe zu den Kindern. «Unsere Kommunikationsverantwortlichen besprechen die Idee nächste Woche», bestätigt Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes im SonntagsBlick. «Wir sind im Gespräch mit Personen, die Erfahrung mit ähnlichen Projekten haben.»

Kalifornische Milchproduzenten etwa besuchen jährlich 400'000 Schüler mit ihrem «mobilen Klassenzimmer». Dazu fahren sie mit einem Viehtransporter vor, Kuh samt Kalb im Gepäck. Die Kinder dürfen die Tiere anschauen und anfassen, ein Instruktor referiert über Melktechniken und Milchentstehung.

Der Schweizer Lehrerverband ist nicht überzeugt und will das Projekt «unter keinen Umständen unterstützen», sagt Vizepräsidentin Marion Heidelberger. «Dieses Modell ist nicht vereinbar mit einem sorgfältigen Umgang mit Tieren. Da wird eine Kuh in den Lastwagen gesperrt, in die Schule gefahren und die Kinder sitzen da wie vor dem TV – was für eine Schnapsidee!» (kad)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Retarded Wizard 17.01.2016 17:14
    Highlight Highlight «Kinder werden irgendwann erwachsen und zahlen Steuern. Dann sollten sie wissen, warum sie mit ihrem Geld die Bauern unterstützen» Naja, denke nicht dass dieser Ansatz gut ist, denn seit ich weiss, wofür die Steuern verwendet werden, veweigere ich mich jeglicher Arbeit. Wer Tierversuche, Bauern, Strassen und Infrastruktur unterstützen will, darf dies gerne tun, aber aufzwingen is nicht. Diverse KMUs haben übrigens das gleiche Problem wie die Bauern und haben zu kämpfen mit Tiefpreisen aus dem Aus und Inland. Ohne Subventionen versteht sich. Sind diese unwichtiger für die Gesellschaft?
  • Bijouxly 17.01.2016 15:29
    Highlight Highlight ich finde das eine gute idee. ich bin immer wieder irritiert, wie wenig sogar jugendliche von solchen dingen wissen. auf die frage "vo wo chunt dmilch" schon mehrmals (nach langem studieren!) die antwort "ja usde migros" erhalten. das ist echt kein witz, an anfang fand ich es selbst lustig, aber ich bin "scho fängs" ziemlich resigniert. ich finde ja nicht, dass man grad bauernunterricht geben soll, aber vor allem in den städten gehört das irgendwie zu mensch&umwelt dazu.
  • Karl Müller 17.01.2016 14:01
    Highlight Highlight Wenn die Kinder wissen sollen, warum sie mit ihrem Geld dereinst die Bauern unterstützen, sollte man ihnen besser etwas über Lobbyismus beibringen, anstatt über Kühe.

    Natürlich bemüht sich die Lehrerschaft, dass auch auf ihrer Seite alle Klischees eingehalten werden, und moniert in erster Linie, dass die arme Kuh in den Lastwagen gesperrt wird, anstatt dass sie in freier Wildbahn von Ast zu Ast fliegen darf, oder irgendwie so.
  • Angelo Hediger 17.01.2016 11:14
    Highlight Highlight Denen gehts ja nicht um die Bildung, sondern darum dass ihnen den Geldhahn nicht abgedreht wird. Das geben die sogar noch zu. Ein schöner Verein.

    Meine Meinung
  • piewpiew 17.01.2016 11:11
    Highlight Highlight Können wir aufhören Amerika als Bildungsvorbild zu nennen?
  • Kimbolone 17.01.2016 11:00
    Highlight Highlight Diese Milchmafia widert mich an. Ist bei Schwangeren genau dasselbe: Da bekommt man in den Spitälern ein Rezeptheft für gesunde Speisen während der Schwangerschaft. Natürlich gesponsert von SwissMilk. Den Inhalt kann man sich ja vorstellen: Milch Milch Milch.
    • Hierundjetzt 17.01.2016 11:32
      Highlight Highlight *Milchmafia 😂 das kann nur ein Mann schreiben. Ihre Mutter hat Sie den wie gestillt? Mit Coci?

      Erzählen Sie uns doch wie Sie Ihr Bébé stillen, mit Reismilch? 😂😂😂
    • Kimbolone 17.01.2016 12:07
      Highlight Highlight Hätte ich es für sie spezifizieren müssen auf KUH-Milch oder konzentrieren sie sich immer auf Nichtigkeiten?

      Sie sind sicher ne Spassgranate auf jeder Party.

      Und ja, ich wurde mit Muttermilch gesäugt, aber nicht mit Kuhmilch.

    • Hierundjetzt 17.01.2016 14:50
      Highlight Highlight Sie vergleichen in völliger Absenz von Bildung einen absolut ehrenhaften Verein mit Kinderprostitution und Drogenhandel, selbstverständlich OHNE Begründung. (Anwürfe reichen im 2016 völlig aus).

      Alle anderen Geschenke haben Sie natürlich angenommen, Büchlein, alle Spielsachen aus Plastik mit Weichmacher etc.

      Aber die Milch von der Kuh ist Pöse. Pöses Tier, dass den Menschen bereits 10'000 Jahre begleitet. Zum Glück macht uns Kimbolone im 2016 endlich darauf aufmerksam.

      Ja ne is klar...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Regula Sterchi 17.01.2016 10:44
    Highlight Highlight Ich bin dafür, dass Kinder einen Bauernhof besuchen. Allerdings müssen dann auch unschöne Dinge wie der Weg zum Schlachthaus inkl. Schlachtung gezeigt werden, wo das süsse Kälbchen landen wird.
    Ansonsten ist mE die Aktion "Kuh im Klassenzimmer" nichts als ein weiterer Versuch, Milch bei Kindern zu bewerben - mit Bildung hat das wenig zu tun.
    • Amboss 17.01.2016 11:39
      Highlight Highlight bestimmt bist du Vegetarierin...
      So tönt sich dein Kommentar an... Das böse Fleisch...

      Bin auch dafür, die Landwirtschaft so darzustellen wie es ist, aber dafür ist eine Exkursion auf einen Bauernhof nicht das richtige.

      Wichtiger wäre es, das die Kinder die Natur wieder spüren. Dass es halt auch garstig, kalt, nass, brutal sein kann..

Schweizer Eierproduzenten suchen Alternative zum Töten von männlichen Küken

Für die Eierproduktion sollen künftig keine männlichen Küken mehr getötet werden. Die Branche will eine Alternative suchen. Diese Lösung müsse aber ethisch vertretbar und nachhaltig sein, und Konsumenten müssten bereit sein, die Kosten zu tragen, schreibt Gallosuisse.

Die 41 Delegierten der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten hiessen einen Antrag des Vorstandes einstimmig gut, eine Alternative ohne Küken-Töten zu suchen, wie Gallosuisse am Donnerstag mitteilte. Als Methode mit Potenzial …

Artikel lesen
Link zum Artikel