Russische Delegation fliegt von Moskau nach Genf – übers Mittelmeer
Am Montagabend ist eine russische Delegation zu Gesprächen mit der Ukraine nach Genf aufgebrochen. Für die Strecke von Moskau nach Genf benötigte die Regierungsmaschine vom Typ Il-96-300 insgesamt 9 Stunden und 13 Minuten – mehr als doppelt so lange wie üblich.
Grund für die massive Verzögerung des Teams um Wladimir Medinski ist die weiträumige Umfliegung des europäischen Luftraums. Während ein Direktflug normalerweise über Belarus, Polen und Deutschland führt, zwangen die geltenden Sanktionen die Crew auf eine Südroute.
Türkei statt Polen
Wie Daten von FlightRadar24 – einem Onlinedienst zur Echtzeit-Positionsdarstellung von Flugzeugen – zeigen, führte der Weg über das Schwarze Meer und die Türkei, ehe die Maschine über dem Mittelmeer rechts abbog und Italien überquerte.
Trotz des generellen Flugverbots für russische Maschinen im EU-Raum kursieren Medienberichte, wonach die USA bei der Einholung der nötigen Sonderbewilligungen behilflich waren.
Ein direkter Überflug Polens blieb dennoch ausgeschlossen: Warschau verweigert russischen Regierungsmaschinen seit den jüngsten Zwischenfällen mit russischen Drohnen konsequent den Transit.
Russland und die Ukraine haben unter US-Vermittlung in Genf ihre zweitägigen Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine aufgenommen.
