Schweiz
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ARCHIVBILD - ZUR HEUTIGEN MK DES LCH ZUR ARBEITSZEITERHEBUNG 2019 - Class 2A pictured during an English lesson with teacher Karl Stadler at the gymnasium of the Cantonal School Glarus, Switzerland, on May 8, 2018. The Cantonal School Glarus was founded in 1956 and consists of a gymnasium and a specialized upper secondary school (Fachmittelschule FMS). (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Gymi-Schüler sollen weniger Stoff lernen müssen, aber besser aufs Studium vorbereitet werden. Bild: KEYSTONE

Zu viel Stoff: Lehrer wollen Gymis entschlacken



In den Gymnasien muss zu viel Stoff in zu wenig Zeit unterrichtet werden. Darunter leiden unter anderem die Vermittlung grundlegender Fähigkeiten für das spätere Studium. «Entweder muss die Gymizeit verlängert werden oder der Inhalt reduziert», sagt der Vizepräsident des Vereins Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer Lucius Hartmann in der «NZZ am Sonntag».

Da ein längeres Gymnasium teuer wäre, kommt es im derzeitigen finanzpolitischen Umfeld kaum infrage. Daher bleibe wohl nur eins: «Wir müssen die Gymnasien entschlacken.» Hartmann sagt dies vor dem Hintergrund einer Diskussion über die Zukunft des Gymnasiums. Derzeit haben die Verbände Gelegenheit zur Stellungnahme zu einer knapp 100-seitigen «Auslegeordnung zur Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität».

Erarbeitet wurde sie im Auftrag des Bundes und der Kantone. Die Haltung der Gymilehrer trifft sich mit jener der Hochschulen. Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich und Präsident der Rektorenkonferenz, sagt: «Fachwissen, das über das für die Gesellschaftsreife Notwendige geht, ist Verhandlungssache.»

Das Vorwissen in einem bestimmten Fach sei für den späteren Erfolg im Studium nicht matchentscheidend. Einig sind sich Hochschulen und Gymilehrer auch darin, dass die Matur überdacht werden muss. Heute ist es möglich, eine ungenügende Note in Mathematik mit guten Leistungen in anderen Fächern zu kompensieren. Zur Diskussion stehen neue Berechungsmethoden für das Bestehen der Matur, schreibt die «NZZ am Sonntag».

(ohe)

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lilamanta 23.06.2019 14:49
    Highlight Highlight Ich hätte das Gymi wieder gerne nur für die echte intellektuelle Elite. Nur diejenigen, welche absoluten Spass und Interesse an Wissen haben, sollten hingehen können. Alle anderen können und sollten das durchlässige Bildungssystem ausnutzen.
    Seht doch das Gymi als etwas wie eine Lehre an. Ein jeder nach seinen Fähigkeiten und Interessen.
  • huerlio 23.06.2019 11:53
    Highlight Highlight Damit man dann in ein paar Jahren die Matur noch ein wenig früher machen kann, nur um danach festzustellen, dass man entweder die Ausbildungszeit verlängern oder den Stoffumfang verringern muss?
  • naherrawan 23.06.2019 10:45
    Highlight Highlight fragt doch die, die es ja am meisten betrifft, die Schüler selbst! Oder hat unser Bildungssystem dermassen versagt, dass sie nicht fähig sind mitzureden? 🤔
  • wintergrün 23.06.2019 10:16
    Highlight Highlight Super Idee.
    Habe nach einem Austauschjahr in den USA in Deutschland die 11. Klasse übersprungen.
    War auch kein Problem weil man dass meiste auch nicht mehr braucht.
    Nach mir persönlich hätte es auch nach der 10. zur Uni gehen können. Die stellt ohnehin andere Anforderungen als die Schule (habe Informatik studiert, Nebenfach Mathematik).
    Ebenfalls sehr interessant war im Austausch Jahr mal ein anderes Land und sein Schulsystem live erleben zu dürfen.
    • Garp 23.06.2019 11:47
      Highlight Highlight In Deutsch hättest Du aber ein Schuljahr mehr vertragen können 😁 . Ist bei Mint aber nicht ganz so wichtig.
    • victoriaaaaa 23.06.2019 12:31
      Highlight Highlight Klingt spannend mit den USA. Aus diesen Unterschieden, hätten sie da konkrete Dinge die man in der schweiz « nachmachen » sollte?
    • wintergrün 23.06.2019 19:04
      Highlight Highlight Victoriaaa
      Interessant war z.B. die Post, mit den Briefkästen an der Straße. Effizienter und preisgünstiger als bei uns.
      Die Schule ist grundsätzlich Gesamtschule und man kann und muss Fächer wählen. Das führte dazu dass schwierigere Kurse nur von interessierten Schülern belegt wurden. Sehr angenehm.
      Außerdem bot die Schule ein reichhaltiges Sport Programm an - das war sehr praktisch für mich.
  • Armend Shala 23.06.2019 10:08
    Highlight Highlight Ja genau 100% Akademisierungsgrad, jeden Schrott wie in Deutschland nachmachen. Wo man die Nase rümpft, wenn man eine handwerkliche Azubi Stelle annimmt. Und wo gehen die alle hin diese gscheiten Leute, weil Deutschland ihnen dann so gute Bedingungen bietet? Genau hier zu uns, wo dann HR‘s auch mit Deutschen besetzt sind, welche einen Bachelor für eine Sachbearbeiterstelle fordern! Unsere CH-Berufslehre verliert durch Bologna und die freie Personenfreizügigkeit immer mehr an Wert.
    • Mathis 23.06.2019 12:50
      Highlight Highlight Immer dieses Schimpfen auf die Ausländer.
      Zeig doch einfach, wieviel besser ein Schweizer Lehrling ist als ein ausländischer Akademiker.
      Taten statt Worte.
    • Armend Shala 23.06.2019 13:09
      Highlight Highlight @Mathis

      Was schimpfen auf Ausländer? Bin doch selber Secondo. Die Personenfreizügigkeit kritisieren = Rassist? Okeydokey da sieht man deine Haltung. Seit diese eingeführt wurde, steigen die Mieten, die Löhne sind eingefrohren, was glaubst du sind FDP und economiesuisse und wie sie alle heissen für einen schnellen EU-Beitritt. Die EU ist ein neoliberales Konstrukt, wo die Freiheit und Demokratie des einzelnen Individuums keinen Platz hat. Wieso lässt man die Deutschen keine Abstimmungen machen, sondern stellt sie immer vor vollendete Tatsachen.
    • Mathis 23.06.2019 20:08
      Highlight Highlight Du hast meinen Kommentar etwas falsch verstanden. Aber zu Klarstellung: Die Personenfreizügigkeit sollte kein Problem sein, wenn die Qualifikation der Schweizer wirklich so hervorragend wäre. Ich höre immer, wie gut die Berufsbildung in der Schweiz ist, aber dennoch herrscht Wut über die Neuzuzüger, die angeblich schlechter ausgebildet sind.
      Und noch etwas sollte dir zu denken geben: Die Personenfreizügigkeit wird von allen Schweizer Parteien ausser der SVP akzeptiert. Wenn du also gegen die Personenfreizügigkeit stimmen willst, hast du nicht viel Auswahl.
  • Avenarius 23.06.2019 10:02
    Highlight Highlight Der Mensch Arbeiter dort am besten, wo er begeistert ist und Informationen quasi wie ein Schwamm aufsaugt - eher mit Leichtigkeit als mit Mühe. Ich sehe den Entscheid, die Jugendlichen ins Gymi oder in eine Lehre usw. als wichtigste Element an. Fehlt die Begeisterung, fehlen auch die guten Noten. Es gibt nichts Langweiligeres, als etwas zu lernen, das einem Schnuppe ist. Also ... was haut dich aus den Socken? :-) Dann mach es.
  • pluginbaby 23.06.2019 09:47
    Highlight Highlight Wie wärs damit die Ausbildung unserer Jugend ans Leben anzupassen welches danach auf sie wartet? Umgang mit Drucksituationen, Umgang mit Geld und Lebensplanung generell werden nicht thematisiert. Und dann wundert man sich wieso so viele junge Menschen desillusioniert durchs Leben stolpern.
  • Töfflifahrer 23.06.2019 08:29
    Highlight Highlight Das mit der Kompensation von Mathe mit anderen Fächern verbieten? Warum? Nicht jeder will in diese Richtung studieren. Es gibt da tatsächlich auch andere Studienrichtungen und Interessen.
    Wie ich an diesen Aussagen aber sehe, sollte vermehrt in das Gesamtheitliche Denken investiert werden.
  • Beggride 23.06.2019 08:12
    Highlight Highlight Also liegt es jetzt bei eigenem Unvermögen nicht mal mehr am Lehrer sondern am gesamten Schulsystem? Come on!
    Ich fänd es zwar gut, wenn man die stundenlangen lesen und auswendiglernen irgendwrlcher mittelalterlichen Bücher streichen würde. Als Ersatz müssten aber heutig wichtige Dinge, wie psychologische Aspekte der eigenen Persönlichkeit, des Denkens etc. dazukommen, was aus meiner Sicht heute noch fehlt, denn das beeinflusst automatisch alle anderen Fächer auch positiv.
    • Beggride 23.06.2019 08:20
      Highlight Highlight Also ich will jetzt nicht sagen, dass das heutige Schulsystem super ist, aber nur den Lerninhalt kürzen, ist falsch. Bildung ist sehr wichtig und ebenso wichtig ist es, dass nicht 90 Prozent oder so eine Matur hat. Man müsste da schon tiefergehende Änderungen machen, was dann auch Sek und Primarschule betrifft.
  • De Flip 23.06.2019 07:50
    Highlight Highlight In den ersten 2 oder 3 Jahren ein Grundwissen aufbauen und ab dann die individuellen Bedürfnisse und Interessen durch Wahlkurse fördern.
  • Menel 23.06.2019 07:41
    Highlight Highlight "Heute ist es möglich, eine ungenügende Note in Mathematik mit guten Leistungen in anderen Fächern zu kompensieren."

    Das ist auch gut so! Oder wollen wir riskieren, dass wir MINT Talente nicht fördern, weil sie in Französisch ungenügend sind?
    Ich bin eh der Meinung, dass diesem Fach, Französisch, ein viel zu grosses Gewicht gegeben wird.
    • zeromaster80 23.06.2019 07:55
      Highlight Highlight Französisch ist wichtig aber ja, es sollte kein Stolperstein sein. Viel zu wichtig sind für mich aber Fächer wie Kunst/Musik, Religion, Sport, Geschichte, Geographie und ggf. weitere... Und nein, ich würde natürlich alle gleich weiter unterrichten aber mit dem Fokus die Schüler dafür zu begeistern. Wenn es einen Schüler nicht interessiert, sollten nicht schlechte Noten die Chancen in einem anderen Feld behindern. Bei den genannten Fächern würde ich Noten streichen...
    • Remo85 23.06.2019 08:00
      Highlight Highlight Genau meine Meinung! Mir ist eigentlich egal ob ein Arzt, der mich behandelt, gut Französisch spricht. Wenn er aber kein Studium machen kann, weil er mit Französisch möhe hat, dann fehlt uns ein weiterer Arzt.
    • ingmarbergman 23.06.2019 08:13
      Highlight Highlight Vielleicht sind auch die falschen Leute am Gymnasium.

      Die franz-Matur ist nicht sehr schwer. Eine genügende Note bekommt man, ohne dass man sich dann in der Westschweiz verständigen kann.
      Die Matur sollte ein anständiges Wissen in der Breite vermitteln. Ein „Arzt“ der die Matur nicht besteht, kann ja eine Lehre machen. Es muss nicht jeder Arzt werden. Aber wer studieren will, von dem soll eine gewisse Grundreifr erwartet werden.
      Es gibt genügend dumme die dank Papas Geld durch die Matur gelupft werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • derKuchen 23.06.2019 07:07
    Highlight Highlight Meine Damen und Herren: Harald Lesch.

    Ich stimme ihm da auf der ganzen Linie zu. Unser Sparkurs im Bildungssystem, sowie der unglaubliche Druck alles noch schneller in kürzerer Zeit erledigt haben zu wollen treibt unsere Kinder und Jugendliche irgendwann über die Klippe...
    Play Icon
    • Lexxus0025 23.06.2019 10:34
      Highlight Highlight Tut es doch jetzt schon, wenn man sich die zahlen psychhischer auffälligkeiten bei jugendlichen mal ansieht.
  • Borki 23.06.2019 06:46
    Highlight Highlight Gute Sache! Und wenn ihr schon dabei sind, schafft etwas mehr Praxisbezug! Die alten Klassiker auf Altfranzösisch zu lesen ist natürlich eine feine Sache. Aber nicht wenn 3/4 der Klasse noch nicht einmal ein Gespräch, das über die Touristen-Situationen herausgeht, auf Französisch führen könnte...
    • satyros 23.06.2019 07:09
      Highlight Highlight Die gymnasiale Matur ist nicht ein Sprachkurs. Die grundlegenden Fähigkeiten in Fremdsprachen sollten eigentlich bereits durch die Volksschule vermittelt werden. In der Mathematik wird ja auch nicht noch einmal Bruchrechnen gelehrt.
    • Lienat 23.06.2019 08:45
      Highlight Highlight @satyros: "...SOLLTEN eigentlich durch die Volksschulen...".

      Sollten ist genau das richtige Wort. Lieder ist es auch auf Grundschulniveau wichtiger, sämtliche Gramatikregeln inklusive aller Spezialfälle auswendig zu lernen, als eine normale Alltagskonversation zu führen (das kann man ja auch viel einfacher prüfen).

      Und wenn ich höre, von was für Problemen unsere Mathematikdozenten an der Fachhochschule so berichten, dann wäre es wohl doch nicht so falsch, wenn man im Gymnasium noch einmal das Bruchrechnen durchnehmen würde 😉
    • Beat-Galli 23.06.2019 09:43
      Highlight Highlight Willst du uns damit sagen, dass das Gymnasial Niveau nicht mal mehr Sekundar Niveau erreich aus meiner Zeit.

      Dann würde ich eher die Klassen reduzieren und die Anforderung erhöhen.

      Gleichzeitig die „nicht Gymeler“ damit stärken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cédric Wermutstropfen 23.06.2019 04:50
    Highlight Highlight Ganz sicher nicht. Die Kanti ist nun mal nicht für jeden gemacht. Passen wir doch unser Niveau nicht den Schülern an, die von der Leistung her offensichtlich besser an der Sek aufgehoben wären. Hört auf unsere Schulen von innen zu torpedieren und haltet das Niveau!
    • Nausicaä 23.06.2019 08:33
      Highlight Highlight Sie wäre auch dann nicht für jeden gemacht. Im Moment ist sie zu elitär, dies auf Kosten vieler Kinder in der Schweiz.
      Die AkademikerInnen holt man sich dann aus dem Ausland, weil man hier einfach stur ist und nicht mehr Kindern das Gymnasium ermöglichen will.
    • Frances Ryder 23.06.2019 08:38
      Highlight Highlight Ich glaube die Idee ist nicht, dass Gymi einfacher zu machen, sondern anstatt nach Schiller,Goethe, Brecht und Dürrenmatt nicht auch noch Hesse zu lesen, sondern lieber etwas vermitteln was fürs Studium von Vorteil ist zB wie man eine wissenschaftliche Arbeit schreibt.
    • Lienat 23.06.2019 08:39
      Highlight Highlight Ich bin einverstanden, dass man das Niveau nicht nach unten anpassen soll. Allerdings setzt ein Wechsel von Quantität zu Qualität die Messlatte nicht tiefer - ganz im Gegenteil!

      Gerade in der Mathematik herrscht in den Gymnasien heute eine ausgeprägte "teaching to the test" Mentalität mit einer Unmenge an Stoff. Das gibt zwar schöne Resultate in den Maturitätsprüfungen, ein vertieftes Verständnis der Materie erarbeitet man sich dadurch aber nicht. Dann doch lieber weniger Stoff, diesen aber wirklich verstehen.
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