Nationalrat pocht auf Beiträge für nachgeholte Ausbildungen
Erwachsene, die eine Berufslehre oder eine Matura nachholen, sollen in allen Kantonen mit finanziellen Beiträgen unterstützt werden können. Der Nationalrat verlangt mit einer Motion eine entsprechende Regelung vom Bund.
Mit 101 zu 90 Stimmen sagte er am Montag Ja zur Motion von Regina Durrer-Knobel (Mitte/NW). Heute hätten 90,1 Prozent aller jungen Erwachsene ein Berufslehre abgeschlossen oder ein Maturazeugnis in der Tasche, sagte Durrer im Rat. Doch das Ziel liege bei 95 Prozent der Erwachsenen mit nachobligatorischer Ausbildung.
«Dass wir uns von unserem Ziel entfernen, ist nicht akzeptabel.» Die Unterstützungsforderung betreffe Menschen, die Verpasstes nachholen wollten, sagte Durrer. Keine abgeschlossene Ausbildung zu haben, bedeute für die Betroffenen ein erhöhtes Armutsrisiko.
Heute beteilige sich der Bund nur an Ausbildungsunterstützungen für die Tertiärstufe, zum Beispiel für ein Studium, hielt Durrer fest. Auch bei vorgelagerten Ausbildungen wäre aber eine Bundesbeteiligung möglich. In gewissen Kantonen gebe es ab einem bestimmten Alter keine Ausbildungsbeiträge mehr. Deshalb brauche es eine Regelung.
«Der Bund soll Anreize setzen, nicht vorgeben, wie die Kantone die Stipendien gestalten sollen», sagte Durrer. Bundespräsident Guy Parmelin verwies auf die alleinige Zuständigkeit der Kantone für das Stipendienwesen ausserhalb der Tertiärstufe. Und zur Förderung von Weiterbildungen und Umschulungen sei ein Bericht in Arbeit.
Auch bei der Entflechtung von Aufgaben zwischen Bund und Kantonen seien die Stipendien ein Thema. Würde sich der Bund nun auch bei den Beiträgen für Berufslehren oder eine Gymnasialausbildung beteiligen, würde das dieser Überprüfung zuwiderlaufen.
Die Motion geht nun an den Ständerat. (sda)
