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sexting pro juventute

Kampagne der Pro Juventute.

Sexting soll ein eigener Straftatbestand werden



Der Nationalrat will im Strafgesetzbuch den Straftatbestand Sexting aufnehmen. Er nahm am Donnerstag eine Motion von Viola Amherd (CVP/VS) mit 124 zu 43 Stimmen bei 18 Enthaltungen an.

Amherd kritisiert, dass im geltenden Strafrecht bei Sexting insbesondere die Regelungen zur Pornografie zur Anwendung kommen. Diese setzten aber voraus, dass die Aufnahme pornografisch sei, argumentierte sie. Beim Sexting gehe es aber um Bilder, die nicht direkt pornografisch seien.

Wegen Gruppendynamik unter Druck

Amherd reichen Sensibilisierung und Medienkompetenz zur Prävention nicht aus. «Es braucht zusätzlich eine klare gesetzliche Regelung, welche das Weiterverbreiten intimer Fotos oder Videos von anderen unter Strafe stellt», hält sie in ihrer Motion fest.

Die Verbreitung und der Austausch selbst produzierter intimer Fotos und Videos von sich oder anderen über Internet und Mobiltelefon nähmen immer mehr zu, begründet sie ihren Vorstoss. Jugendliche liessen sich manchmal von der Gruppendynamik beeinflussen oder unter Druck setzen, erklärte sie. «Die Zahl ist nicht hoch, die Betroffenen leiden aber umso stärker darunter.»

Kritik an geltendem Strafrecht

Der Bundesrat sei der Meinung, dass es keine neue Strafnorm brauche, weil es schon solche gebe, die beim Sexting zur Anwendung kämen, erklärte Justizministerin Simonetta Sommaruga.

Neben den Bestimmungen im Strafrecht zu Pornografie sowie Drohung und Nötigung sei dies auch der Schutz der Persönlichkeit im Zivilgesetzbuch: Personen, von denen ein intimes Bild ohne oder gegen ihren Willen verbreitet wird, werden in der Regel in ihrer Persönlichkeit widerrechtlich verletzt, auch wenn sie die Aufnahme selbst erstellt haben.

Bundesrat setzt auf Sensibilisierung

Beim Versenden von intimen Videos oder Fotos bestehe immer das Risiko, dass diese missbräuchlich verwendet würden, sagte Sommaruga. Der Umgang mit dem Internet biete «viele Chancen, aber auch viele Risiken», sagte Sommaruga.

Es gehe vor allem darum, zu sensibilisieren, Kinder und Jugendliche «kompetent zu machen im Umgang mit diesem tollen Medium», aber auch auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Es gehe darum zu verhindern, dass solche Bilder überhaupt erstellt und anderen geschickt würden. Das Strafrecht sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fumo 17.06.2016 08:34
    Highlight Highlight "Die Zahl ist nicht hoch"

    Die hat aber ein optimistisches Bild der Situation ;)
  • Emperor 17.06.2016 00:43
    Highlight Highlight Und was stellen die sich vor? Das man sich strafbar macht, wenn man selbst ein intimes Bild verschickt...

    Alles, was gegen den eigenen Willen geshcieht ist shcon strafbar... Für mich klingt das mehr nach der Profilierung einer Politikerin als nach sinnvoller Sachpolitik...
    • http://bit.ly/2mQDTjX 17.06.2016 01:21
      Highlight Highlight Finde ich auch, Emperor. Die geltenden Gesetze reichen aus.

      Ich finde es auch heuchlerisch, wenn die Profilitiker so tun, als ob ihnen etwas am Schutz unserer Privatsphäre läge, währenddessen gleichzeitig Facebook, Google, Apple & Co. unsere Schlaf- und Badezimmer ausspionieren und sich mit unserer Intimsphäre bereichern dürfen, und ein offensichtlich hilfloser (!) Staat seinen Bürgern empfiehlt, Kameras und Mikrofone abzukleben. Was für ein grandioser Schutz! Da fehlen offensichtlich die griffigen Gesetze!

      http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/39214.pdf
  • pamayer 16.06.2016 20:23
    Highlight Highlight Gut so.
    Soll strafbar werden.

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