Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Tamara Funiciello, Praesidentin JUSO, spricht bei der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der SP, am Samstag, 29. September 2018 in Olten. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Überraschender Rücktritt: Funiciello will «einen Schritt weitergehen». Bild: KEYSTONE

Tamara Funiciello gibt Juso-Vorsitz ab



Laut Medienberichten tritt die Juso-Chefin per Ende August nach rund drei Jahren zurück. Dies erklärte die 29-Jährige am Samstagnachmittag an der Juso-Delegiertenversammlung in Aarau. Es sei Zeit für frisches Blut, «ich habe meine Ziele als Präsidentin erreicht», sagte sie TeleZüri.

Dem «Tages-Anzeiger» sagte die 29-Jährige in einem Interview, sie werde auch nicht jünger. «Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen.»

In den drei Jahren ihrer Präsidentschaft habe sie viel umsetzen können. Die 99-Prozent-Initiative sei eingereicht. Die Juso hätten Sitze in kantonalen Parlamenten erobert, ihre Exponenten seien hochmotiviert.

Die Empörung als Triebfeder ihrer Politik werde sie auch nach dem Rücktritt nicht ablegen. Frauen in der Öffentlichkeit seien nach wie vor Reizfiguren, gerade wenn sie jung, politisch und erst noch mit Migrationshintergrund anträten.

Zielscheibe von Hass

Funiciello wurde als Juso-Chefin schnell zur Zielscheibe von Hass, Beleidigungen und Drohungen. Besonders, nachdem sie den Song von Lo & Leduc «079» «sexistisch» nannte, wurde sie enorm angefeindet.

Das gehe nicht spurlos an einem vorbei, sagte Funiciello gegenüber TeleZüri. Doch es sei nicht der Grund für ihren Rücktritt; sie sei bereits länger im Amt als ihre männlichen Vorgänger.

Populismus ohne Abwertung anderer

Die Politik als Aufmerksamkeitsspektakel habe sich für sie gelohnt. Viele junge Frauen seien in die Juso eingetreten. Die Frage nach dem Populismus der Juso bejahte sie. Das sei aber nicht schlecht, denn es gehe um Inhalte. Im Populismus ihrer Jungpartei schwinge im Gegensatz zum rechten Populismus keine Abwertung anderer mit.

Tatsächlich zieht sich Funiciello nicht aus der Politik zurück. Im Gegenteil: Zum einen bleibt sie Berner Grossrätin, zum anderen kandidiert sie im Herbst auf der Berner SP-Liste für den Nationalrat. Mit Samantha Dunning besetzt die Kantonsparlamentarierin auf der SP-Frauenliste die besten Plätze gleich hinter den Bisherigen.

(dhr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Juso reicht 99-Prozent-Initiative ein

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

23 Jahre nach der Tat: Mann wegen Mord in Goldküsten-Villa angeklagt

Es war vor 23 Jahren: Im Juli 1997 wurde in einer Villa in Küsnacht (ZH) eine 86-jährige Frau tot aufgefunden. Die Polizei ging von einem Tötungsdelikt aus. Während der Spurensicherung stiess sie auf die DNA eines unbekannten Mannes. Doch die Spur verlief ins Leere. 2001 stellten die Behörden ihr Verfahren gegen Unbekannt ein.

Dann, im November 2016, plötzlich eine Übereinstimmung: Im Rahmen einer Ermittlung zu einem Raubüberfall in Thun sicherte die Kantonspolizei Bern eine DNA-Spur, die zum …

Artikel lesen
Link zum Artikel