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Das Strandbad Mythenquai könnte bald gratis sein.
Das Strandbad Mythenquai könnte bald gratis sein. Bild: KEYSTONE

Wie die kommunistische PDA die Freibäder in Zürich kostenlos machen will

Am 29. November stimmen die Stadtzürcher über Gratis-Badis ab. Die Idee entspringt der Feder der kommunistischen PDA, ist aber bei weitem nicht neu.
12.11.2020, 15:0012.11.2020, 15:50

Einmal ein bisschen Strand-Feeling, auf frisch gemähten Wiesen fläzen und ein Drei-Meter-Springturm? Das macht dann acht Franken, bitte. Oder bald nicht mehr? Die Stadtzürcher stimmen am 29. November über die Gratis-Badi-Vorlage ab. Wie der Name schon verrät, geht es darum, alle Freibäder der Stadt für Besucherinnen und Besucher kostenlos zu machen. Für den Eintritt ins Hallenbad müsste man weiterhin bezahlen.

Wer hat die Initiative lanciert?

Die Initiative «Sportstadt Züri» stammt aus der Feder der kommunistischen Kleinpartei PDA und wurde im Juni dieses Jahres vorgestellt. Neben Gratiseintritten in städtische Bäder verlangt die Initiative auch einen Gebührenerlass für Sportvereine mit weniger als 100'000 Franken Einnahmen. Mit der Initiative soll der Sport und die Gesundheit der Bevölkerung gefördert werden.

Abgestimmt wird nun aber über den Gegenvorschlag des Zürcher Gemeinderats. Dieser ist jedoch fast identisch mit der eigentlichen Initiative, mit dem Unterschied, dass nur noch Freibäder und nicht mehr alle städtischen Bäder gratis für alle werden sollen. Die PDA ist mit dem Gegenvorschlag einverstanden und hat ihre Initiative zurückgezogen.

Ein PDA-Mitglied mit parteitypischen Zeichen in einem Zürcher Freibad.
Ein PDA-Mitglied mit parteitypischen Zeichen in einem Zürcher Freibad. bild: pda

Was kostet das alles?

15 Millionen Franken pro Jahr, oder 0,2 Prozent des Budgets der Stadt Zürich. Die Kosten würden sich wie folgt verteilen:

  • Freibäder: 9.6 Millionen Franken (Zwei Drittel für die Gratiseintritte, ein Drittel für übrige Mehrkosten)
  • Wegfallende Eintritte anderer Sportstätten: 1.5 Millionen Franken
  • Verzicht auf Gebühren: 3.7 Millionen Franken

Wird die Initiative auch von rechter Seite unterstützt?

Nein. Es war die linke Ratsmehrheit, die dem Gegenvorschlag zugestimmt hat. Schul- und Sportvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) warnte bei der Debatte im Gemeinderat vor Badetourismus von ausserhalb der Stadt: «Wir werden kein bestehendes Problem lösen, sondern neue Probleme schaffen», sagte er. Der Einlass werde wegen des drohenden Andrangs beschränkt werden müssen.

«Wenn ich meine Kalorien nur in künstlich beheizten Becken verbrennen will, dann darf das auch 4 Franken kosten.»
Stefan Urech (SVP)

Stefan Urech von der SVP gab bei der Debatte zu bedenken, dass es bereits viele Gratis-Sportangebote gebe in der Stadt. «Wenn ich meine Kalorien nur in künstlich beheizten Becken verbrennen will, dann darf das auch 4 Franken kosten.»

Gibt es schon gratis Freibäder in der Schweiz?

Ja. In Bern ist der Eintritt in Fluss- und Freibäder bereits seit langem kostenlos. So kann man in die Flussbäder Lorraine und Marzili oder in die Freibäder Weyermannshaus und Wylerbad, ohne etwas bezahlen zu müssen.

Ob es in Bern wegen den Gratis-Badis zu einem Ansturm an Badi-Touristen kommt, kann nicht beantwortet werden, da Vergleichswerte fehlen. Schwimmbad-Experte Daniel Schmid vom Schweizer Bäder-Portal Badi-info.ch sagte jedoch gegenüber dem Tagesanzeiger, dass er an dieser Theorie zweifle. Mehr noch, er glaube sogar an das Gegenteil: «Es könnte zu einer Umverteilung kommen, was die oft überfüllten Gratis-Badis Unterer und Oberer Letten etwas entlasten würde.»

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