Schweiz
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Wenn die «schmutzige» Bombe explodiert: Bald stehen in der Schweiz die Roboter bereit

25.06.18, 12:38 25.06.18, 12:55


Die Schweiz ist gegen die Bedrohung durch Radioaktivität ungenügend gerüstet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) will deshalb Roboter anschaffen, die im Ernstfall radioaktive Quellen beseitigen können. Auch der Einsatz von Drohnen werde geprüft.

Die Bedrohung durch Radioaktivität sei heute gegenwärtiger als auch schon, sagte Babs-Direktor Benno Bühlmann gegenüber der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF. Grund dafür sei vor allem der Terrorismus. Zum Beispiel könnten «schmutzige» Bomben bei ihrer Explosion die ganze Umgebung radioaktiv verseuchen. Auf solche Ereignisse wolle der Bund vorbereitet sein.

2007 beschlagnahmte die Slowakische Polizei fast ein halbes Kilogramm Uran. Es war genügend angereichert, um damit eine «schmutzige Bombe» zu bauen. Bild: AP Slovak Police

Zwar könne die Schweiz bei einem atomaren Notfall Roboter aus Deutschland ausleihen. Doch eine genaue Analyse der Vereinbarung zwischen den Einsatzorganisationen der Schweiz und deutschen Partnerstellen habe gezeigt, dass es viel zu lange dauert, bis diese in der Schweiz verfügbar wären, sagte Kurt Münger, Kommunikationschef beim Babs.

Deshalb will der Bund nun eigene Roboter anschaffen. Konkret hat er den Kauf von drei unterschiedlich grossen Robotern öffentlich ausgeschrieben. Dadurch könnten sowohl kleine wie grosse Einsatzbedürfnisse bewältigt werden, erklärte der BABS-Sprecher.

Die sogenannten Fernlenkmanipulatoren seien fähig, die radioaktive Quelle zu messen, zu lokalisieren und in einem sicheren Behältnis zu bergen. Dadurch verfüge die Schweiz über Einsatzmittel, um eine solche Situation zu bewältigen, ohne dass Personen in die unmittelbare Nähe der Gefahrenherde gehen müssten.

Einsatz von Drohnen wird geprüft

Die Beschaffung der technisch anspruchsvollen Ausrüstung ist auf Ende November geplant. Danach folgen Schulungsmassnahmen für das Personal, organisatorische Aufgaben sowie logistische Vorkehrungen zum Beispiel für den Transport. Dies dauere einige Monate, sagte Münger. Betriebsbereit seien die Roboter im Jahr 2019.

Marktkenner schätzen die Kosten gemäss dem SRF-Bericht auf zirka eine Million Franken. Das konnte der BABS-Sprecher so nicht bestätigen. Die Ausschreibung laufe nach Verfahrensgrundsätzen der Welthandelsorganisation (WTO). Ein solches Verfahren sei für Ausschreibungen in der Höhe von mehr als 230'000 Franken vorgeschrieben.

Der Bund prüft derzeit auch den Einsatz von Drohnen. Sie sollen die Radioaktivität messen, sollte in der Schweiz plötzlich eine grosse Fläche verseucht sein. Die Anschaffung von Drohnen sei aber noch nicht ausgeschrieben, betonte Münger. Dazu führe das Babs noch technische sowie kommerzielle Vorabklärungen. (sda)

Wo sind Roboter bereits im Einsatz und was erwartet uns?

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rolf von Arx 26.06.2018 02:43
    Highlight Ungenügend gerüstet, gegen solche bomben, kann man sich nicht Rüsten oder Brüsten, es gibt keine Sicherheit, auch nicht in (Katakomben) Unterirdisch,Bunker etc. Bei den Vakuumbomben und Atombomben Verdampft man, der Unterschied der beiden Bomben ist, die Vakuumbombe gibt keine Strahlungen ab, die Atombombe Verseucht im umkreis von zirka 50 Kilometer alles.
    2 5 Melden
  • Bowell 25.06.2018 13:06
    Highlight Soweit mir bekannt ist sind alle Uranisotope radioaktiv, man braucht also gar kein angereichertes Uran um eine konventionelle, schmutzige Bombe herzustellen. Was die ganze Sache allerdings nicht wirklich besser macht.
    3 11 Melden
    • chrimark 25.06.2018 14:30
      Highlight Mit 238U und 235U dürfte es schwierig werden. Deren Halbwertszeit ist zu gross und die Strahlung entsprechend zu schwach für eine schmutzige Bombe. Die chemische Toxizität der U-Verbindungen ist da schon problematischer und letzteres zusätzlich A-Waffenfähig.
      12 0 Melden
    • bebby 25.06.2018 15:17
      Highlight Die Wahrscheinlichkeit eines AKW Unfalls mit Fallout ist vermutlich höher als der einer Bombe. V.a. bei diesen uralten Fabriken.
      19 7 Melden
    • Bivio 25.06.2018 16:01
      Highlight Man muss unterscheiden zwischen einer Schmutzigen Bombe gebaut und gezündet durch Terroristen, "richtigen" Atomwaffen und eines Reaktorunfalls.
      Oft haben Terroristen nicht das nötige Know-How bzw. Zugang zu hochradioaktivem Material. Das grössete Risiko geht von Medizinischen Abfällen, wie Cäsium u.a. aus, an welche solche leute eher herankommen als an Uran oder gar Plutonium.
      Ob die Wahrscheinlichkeit eines Rekatorunfalls ist grösser ist weiss ich nicht. Jedoch ist das Vorgehen total anders und ein solcher Roboter ist allemal gut, auch für andere Sachen).
      19 0 Melden
    • meine senf 25.06.2018 16:54
      Highlight Dafür ist das ein gutes Beispiel:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Goi%C3%A2nia-Unfall

      Und in diesem Fall wurde der Strahler, den man wohl in jedem grösseren Spital findet, nicht wie in einer Schmutzigen Bombe noch extra pulverisiert und verteilt. (Falls das klappt, nützt je nach Menge und Windverhältnissen auch kein Roboter mehr.)
      4 1 Melden
    • Bivio 25.06.2018 19:29
      Highlight @mein Senf
      Das Problem mit Robotern ist, das je nach Strahelnintensität die Funkverbindung gestört sein kann. Bei einer Schmutzigen Bombe wär dies jedoch vermutlich nicht der Fall. Aber Roboter/Drohnen sind immer besser als Menschen zu schicken und sei es nur um die Strahlenwerte zu messen, damit man sicher sein kann, dass Menschen in Schutzanszügen folgen können.
      Von daher denke ich, dass diese Anschaffung nicht sinnlos ist, sondern eine Investition in unsere Sicherheit, welche wir hoffentlich nie brauchen werden.
      2 1 Melden
    • Bowell 25.06.2018 21:25
      Highlight Also kennt einer der Blitzer ein stabiles Uranisotop, oder was:D?
      3 0 Melden
    • bebby 25.06.2018 22:15
      Highlight @Bivio: in Fukushima werden Roboter oft eingesetzt und trotzdem halten gewisse wegen der Strahlung nicht lange durch. Dort wird man allerdings in den nächsten Jahrzehnten vermutlich genügend Erfahrungen sammeln können, falls es uns nicht vorher nochmals um die Ohren fliegt.
      3 0 Melden

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