Schweiz
Thurgau

Fall Hefenhofen: Thurgau will beim Tierschutz über die Bücher gehen

Fall Hefenhofen: Thurgau will beim Tierschutz über die Bücher gehen

15.08.2017, 17:2115.08.2017, 17:39

Der Vollzug des Tierschutzes im Kanton Thurgau soll von einer externen Kommission analysiert werden. Das hat die Regierung am Dienstag beschlossen. Auslöser ist der Fall des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen, dessen Pferdehaltung schweizweit für Schlagzeilen sorgte.

Nachdem die Missstände auf dem Hof des Pferdezüchters von Hefenhofen aufgedeckt wurden, will die Thurgauer Regierung nun den Vollzug des Tierschutzgesetzes im Kanton Thurgau von einer externen Kommission systematisch analysieren lassen, wie es in der Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei heisst.

Lücken im Vollzug aufzudecke

Ziel sei es, das Tierschutzgesetz konsequent durchzusetzen sowie allfällige Lücken im Vollzug aufzudecken. Durch die fachliche und juristische Aufarbeitung solle weiteres Tierleid vermieden werden.

Der Thurgauer Regierungsrat will am Mittwoch vor dem Grossen Rat zu den Vorkommnissen der letzten Wochen und zur geplanten Aufarbeitung Stellung nehmen.

Pferde in schlechtem Zustand

Anfang August war publik geworden, dass auf dem Hof eines Tierhalters in Hefenhofen TG in den letzten Monaten mehrere Pferde verendet waren. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand.

Der Tierhalter wurde vergangene Woche von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der Mann ist zurzeit in einer fürsorgerischen Unterbringung.

Strafanzeige gegen Kantonstierarzt

Die rund 250 Tiere auf dem Hof wurden beschlagnahmt und gegen den mutmasslichen Tierquäler ein Tierhalteverbot ausgesprochen. Das Thurgauer Veterinäramt will die derzeit in Schönbühl BE bei der Armee eingestellten Pferde am kommenden Donnerstag verkaufen.

Der Fall erregt die Gemüter weit über den Kanton Thurgau hinaus. Der Verein gegen Tierfabriken (VgT) hat gegen den Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs eingereicht. Mehrere Thurgauer Kantonsräte kündigten parlamentarische Vorstösse an. (whr/sda)

Aktuelle Polizeibilder: Unfallverursacher ist abgehauen

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
2.3.2020, Bremgarten (AG): Mehrere Feuerwehren rückten nach Bremgarten aus, nachdem ein Brand in einer Liegenschaft ausgebrochen war. Personen wurden keine verletzt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.bild: kapo Aargau
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Coop machte es vor: Diesen Einfluss hatte die Grossfusion auf den Detailhändler
Was die Migros plant, hat Konkurrent Coop bereits vor 25 Jahren vorgemacht. Zwar gelang der grosse Wurf Coop nicht auf Anhieb. Letztlich brachte die Fusion der Regionalgenossenschaften zu einer einzigen Genossenschaft dem Detailhändler später aber tiefere Kosten und mehr Schlagkraft. Eine Übersicht.
Beim orangen Riesen war es eine längere Dauer, bis die Pläne umgesetzt wurden. Bereits 1997 hatte Coop mit einem Projekt namens «Regioforte» versucht, die Zahl der Genossenschaften auf sechs bis acht zu reduzieren. Doch einzelne Regionen bockten und blockierten die Reform. Erst der radikalere Plan «Coopforte», der die vollständige Zusammenlegung vorsah, fand 1999 breite Zustimmung.
Zur Story