Jetzt ist klar, woher die Fäkalbakterien im Trinkwasser in Stettfurt TG stammen
Vergangene Woche löste verunreinigtes Trinkwasser in der Thurgauer Gemeinde Stettfurt bei vielen Leuten Magen-Darm-Beschwerden aus. In der Folge verhängte das Dorf für diverse Orte ein Trinkwasserverbot. Wie die Gemeinde Stettfurt am Montag mitteilte, ist nun klar, wie es zu dieser Verunreinigung kam.
Analysen des kantonalen Labors zeigten, dass zu Beginn der vergangenen Woche im Leitungsnetz der Gemeinde eine grössere Menge Wasser aus der Lauche vorhanden war – einem Bach, der durch das Dorf fliesst. «Dieses hat sich mit dem Trinkwasser vermischt und zur Verunreinigung geführt», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde.
Das Wasser gelangte über einen Gemüsegrossbetrieb ins Leitungsnetz. Dieser darf das Wasser unter anderem zur Reinigung der Aussenplätze und Maschinen verwenden. «Weil Verbindungen zwischen Lauchewasser und Netzwasser im Betrieb möglich sind, kann die Verunreinigung nur dort passiert sein», schreibt die Gemeinde.
Gemäss Geschäftsführerin Michaela Lüthi liess man das Leitungsnetz intern und durch einen externen Spezialisten prüfen. Auch die Gemeinde liess das Leitungsnetz des Betriebs durch Fachpersonen inspizieren. Vieles bleibt auch jetzt noch unklar. «Bei allen Kontrollen konnte keine direkte Handlung für die Verunreinigung festgestellt werden. Es ist für uns unklar, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte», sagt Michaela Lüthi. Dennoch wolle man sich bereits jetzt «bei allen Einwohnern der Gemeinde Stettfurt von Herzen entschuldigen».
Wegen der Verunreinigung durch Kolibakterien litten vergangene Woche viele Stettfurterinnen und Stettfurter an Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit. Am Dienstag war ein Drittel der rund 150 Schülerinnen und Schüler der Gemeinde krank gemeldet.
Auch knapp eine Woche nach der Verschmutzung ist die Lage noch nicht ganz entschärft. Das Wasser werde laufend kontrolliert, so die Gemeinde. Die Werte würden sich verbessern. Am Dienstag sollen weitere Ergebnisse vorliegen. (dab)
