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Fische im Bodensee: Erträge der Berufsfischer gehen drastisch zurück

Erträge der Berufsfischer am Bodensee gehen weiter drastisch zurück

21.06.2024, 13:21
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Felchensterben im Bodensee. Eine Reportage mit Berufsfischer Gallus Baumgartner, 31. August 2023
Gefangene Felchen aus dem Bodensee, 2023. Bild: watson

Die 61 Berufsfischerinnen und -fischer rund um den Bodensee haben im vergangenen Jahr 133 Tonnen Fische gefangen. Diese Erträge liegen deutlich unter dem Mittelwert von 318 Tonnen der letzten Jahre.

Die anteilsmässig wichtigste Fischart war der Barsch mit 38 Tonnen, gefolgt vom Hecht mit 16 Tonnen, schrieb die Internationale Bevollmächtigungskonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) am Freitag in einer Mitteilung. Weissfische wie etwa Rotaugen, Karpfen und Schleien hätten 46 Tonnen beziehungsweise 35 Prozent des Gesamtfangs ausgemacht.

Weiter drastisch eingebrochen ist der Fang von Felchen. Sie waren einst die Haupteinnahmequelle der Berufsfischer am Bodensee. Im vergangenen Jahr zogen diese jedoch nur noch zehn Tonnen dieser Fischart aus dem See.

Aufgrund der besorgniserregend tiefen Bestände beschloss die IBKF im vergangenen Jahr ein dreijähriges Fangverbot für Felchen, das Anfang 2024 in Kraft trat.

Erhebung aller Fischbestände im See

Im Dezember 2023 sei ein Laichfischfang auf Felchen durchgeführt worden, hiess es in der Mitteilung weiter. Dabei wird den Felchen Laich entnommen und ausgebrütet. Später werden die jungen Fische wieder im See ausgesetzt. Das soll sie vor dem Stichling schützen, welcher sich immer weiter ausbreitet und unter anderem den Laich der Felchen frisst.

Den Felchen im Bodensee setzen aber auch die invasiven Quagga-Muscheln und die sich stark vermehrenden Kormorane zu.

Im kommenden Herbst finde am Bodensee zum dritten Mal eine standardisierte Erhebung der Fischartenzusammensetzung statt, hiess es in der Mitteilung weiter. Eine solche sei aufgrund des sich durch den Klimawandel und der invasiven Arten verändernden Ökosystems des Sees zentral. (sda)

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9 Kommentare
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Viajero
21.06.2024 17:19registriert März 2020
Sieht niemand, dass in der Kiste gar keine Felchen drin sind, trotz der anderslautenden Bildbeschreibung? Ich erkenne nur Egli (Flussbarsche) und ein wunderschöner Seesaibling. Aber keine Felchen.
Bezüglich Fangerträge sind wir jetzt wieder auf dem Niveau von ca. 1910, wo der Bodensee noch oligotroph (nährstoffarm) war. Durch den Eintrag von Abwässern und Düngern (u.a. Gülle) wurde der See, wie alle Mittellandseen, eutroph (nährstoffreich), was zu einer massiven Zunahme der Erträge führte. Jetzt wirds Wasser wieder sauberer, ergo gehe die Erträge zurück. Invasive Arten tragen ebenso dazu bei.
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