Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Beliebt bei Touristen, aber ...

Wie dreckig geht's den Bernhardinern in Zermatt? Der Schweizer Tierschutz spricht von inakzeptablen Bedingungen



Des chiens St. Bernard devant le Cervin, au telecabine du Matterhorn Express, le samedi 6 janvier 2007. (KEYSTONE/Olivier Maire) === ,  ===

Zwei Bernhardiner mit Fässchen, vor berühmter Kulisse. Bild: KEYSTONE

Das Matterhorn im Hintergrund, einen Bernhardinerhund zur Seite: So lassen sich Touristen in Zermatt gerne ablichten. Doch der Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert die Haltung der dafür verwendeten Hunde. Der Kantonstierarzt hat Massnahmen ergriffen.

Zwei Hundehalter bieten in und um Zermatt ihre insgesamt zehn Hunde als Fotosujet an. Seit mehreren Jahren geraten sie deswegen immer wieder in die Kritik. Vor Kurzem berichteten verschiedene Medien erneut über das umstrittene Geschäft mit den Hunden.

«Für die Fototermine müssen die Hunde manchmal stundenlang stillsitzen», sagte Caroline Regenass, Tierärztin beim Schweizer Tierschutz. Wenn die Hunde nicht im Einsatz sind, seien sie sehr oft alleine, eingepfercht in einem leeren Haus oder ohne Auslaufmöglichkeit.

Im November haben sich die Tierschützer vor Ort ein Bild der Lage gemacht. Dabei trafen sie auch die Hundebesitzer. An ihrer Einschätzung änderte sich dadurch nichts: «Die Haltungsbedingungen dieser Hunde sind inakzeptabel», ist der STS weiterhin überzeugt.

Kontrollen verstärkt

Der Walliser Kantonstierarzt Jérôme Barras kennt die Fälle aus Zermatt gut. «Wir erhielten vor drei oder vier Jahren zwischen fünf und zehn Anrufe pro Jahr von besorgten Personen», sagte er. Das sei allerdings angesichts der vielen Personen, welche die Hunde täglich sehen, eher wenig.

Dennoch hat der Kantonstierarzt die Kontrollen verstärkt und verlangt, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Dazu gehört insbesondere die Konformität der Tiergehege, die Tierpflege, die tierärztliche Versorgung und der Sachkundenachweis der Hundebesitzer für die Fotografen.

«Im Moment gibt es nichts Illegales zu vermelden.»

Kantonstierarzt Jérôme Barras

Ein Wochenarbeitsprogramm wurde aufgestellt um zu verhindern, dass die Hunde sich überanstrengen. Einige Tiere, die zu alt oder zu schwach waren, arbeiten auf Geheiss des Verhaltenstierarztes nicht mehr.

«Eine Mitarbeiterin verfolgt die Situation eng. Sie hat sich mehrere Male vor Ort ein Bild der Lage gemacht und unangemeldet Kontrollen durchgeführt», sagte Barras. «Im Moment gibt es nichts Illegales zu vermelden.» Es sei aber auch klar, dass nicht immer alles überprüft werden könne.

La chienne Saint-Bernard Ranna et une partie de ses douze chiots prennent du bon temps ce lundi 31 mars 2014 a Martigny. Le 7 mars dernier, douze bebes chiots sont nes a Martigny. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

So sehen gesunde Hunde aus. Bild: KEYSTONE

Fondation Barry distanziert sich

Die Bernhardiner-Stiftung Fondation Barry, die sich für die Sicherung des Fortbestandes der Hunde vom Grossen Sankt Bernhard einsetzt, erhält viele Rückmeldungen zu den Hunden in Zermatt. Sie distanziert sich davon: Diese Hunde kämen nicht aus der eigenen Zucht. 

«Wir haben keine Zusammenarbeit oder Verbindung zu ihnen», sagte der Direktor der Stiftung, Rudolf Thomann. Gegenwärtig besitzt die Fondation Barry 25 Hündinnen und sieben Rüden. In der Zuchtstätte werden pro Jahr durchschnittlich 20 Welpen geboren.

Hund zu Tode gebissen: Maulkorbzwang

Anfang des Jahres hatte ein Bernhardinerhund in Zermatt einen Yorkshire Terrier zu Tode gebissen. Der Vorfall ereignete sich bei der Rückkehr von einem Fototermin, als die Tiere an der Leine geführt wurden, in der Anwesenheit ihrer jeweiligen Besitzer. Kantonstierarzt Barras verpflichtete die beiden Hundehalter, die Bernhardiner als Fotosujets anbieten, in der Folge dazu, ihren Hunden beim Hin- und Rückweg zu den Fotospots Maulkörbe anzuziehen.

Am besten wäre es, wenn jeder Halter nur einen Hund hätte und dazu verpflichtet würde, bei der Arbeit dabei zu sein, meint der Kantonstierarzt.

Für den Schweizer Tierschutz ist das Verhalten des Hundes in diesem Fall eine der Konsequenzen der schlechten Arbeitsbedingungen und der Haltung der Hunde. Der Kantonstierarzt hält diese Erklärung für «ein bisschen zu einfach». 

Trotzdem sieht auch er den Einsatz der Hunde als Fotosujets kritisch. Am besten wäre es, findet er, wenn jeder Halter nur einen Hund hätte und dazu verpflichtet würde, bei der Arbeit dabei zu sein. «Ich werde mich beim Bundesamt für Veterinärwesen erkundigen, ob es in diese Richtung eine gesetzliche Grundlage gibt.» (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

90
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

80
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

142
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

90
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Jack Sock hat ein süsses Date

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

80
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

120
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

142
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Markus Noach Meister 25.01.2015 21:41
    Highlight Highlight Es ist einfach nur traurig diese Hunde so zu missbrauchen!!!Die Leute können doch Postkarten kaufen ,das sollte doch reichen,immer diese Selbstdarstellung auf Kosten anderer Lebewesen,sollte verboten werden.
  • GreenBerlin 25.01.2015 12:15
    Highlight Highlight Modern (dog-)slavery.

Im Hitzesommer 2003 brannte der Leuker Wald – 16 Jahre später gibt's Good News

Der Wald bei Leuk VS hat Schlimmes hinter sich. Im Hitzesommer 2003 zerstörte ein Brand rund 300 Hektaren Bergwald. Mittlerweile ist das Leben auf die Fläche zurückgekehrt. Und wie: Dort haben sich insbesondere bedrohte Arten angesiedelt.

Tote und verkohlte Bäume zeugen noch von dem verheerenden Waldbrand von 2003. Doch die einst verwüstete Waldfläche ist mittlerweile ein Hotspot für bedrohte Arten, wie Forschende der Vogelwarte Sempach LU und der Universität Bern kürzlich im Fachblatt «Plos One» berichteten.

Das Leben kehrte mit Macht zurück: Bereits wenige Jahre nach dem Brand erreichte beispielsweise der seltene Gartenrotschwanz dort die schweizweit höchste Siedlungsdichte, wie die Vogelwarte am Mittwoch mitteilte.

«Wir konnten …

Artikel lesen
Link zum Artikel