Schweiz
Tier

Feuerwerkverbots-Initiative erhält seltene Unterstützung vom Zoo Zürich

Initiative will Verbot von Feuerwerken – und erhält seltene Unterstützung vom Zoo Zürich

04.01.2023, 08:2104.01.2023, 14:54

Auch wenn das Schauspiel am Himmel schön ist, Feuerwerke sind laut. Dies stösst vielen Menschen sauer auf. Vor allem denjenigen, die Tiere halten.

Dazu gehört im weiteren Sinne auch der Zoo Zürich. Ihm geht es in dieser Hinsicht allerdings weniger um die im Zoo Zürich lebenden Tiere, sondern um Wildtiere. Zoodirektor Severin Dressen erklärt gegenüber dem «Tagesanzeiger»:

«Während Zootiere an die Präsenz von Gästen gewöhnt sind, sind überraschende Knall- und Schiessgeräusche sowie grelle Lichtreflexe für zahlreiche Tiere mit Stress verbunden.»

Aus diesem Grund steht nun der Zoo Zürich auch auf der Unterstützerliste der Feuerwerksinitiative, welche die Böllerei einschränken möchte. Eine der sehr seltenen Momente, in der sich der Zoo Zürich zu politischen Belangen äussert. Das letzte Mal geschah dies 2019, als er das Referendum gegen das revidierte Jagdgesetz unterstützte. Dieses hätte das Abschiessen von Wölfen, Bibern und anderen Wildtieren erlaubt, ohne dass diese zu diesem Zeitpunkt Schaden angerichtet haben.

Nun also meldet sich der Zoo Zürich wieder zu Wort. Nebst ihm wird die Initiative auch von vielen anderen Tier- und Naturschutzorganisationen unterstützt. Auch von solchen, von denen der Zoo Zürich für seine Tierhaltung üblicherweise Kritik einstecken muss. Dass nun der Zoo mit diesen Organisationen im selben Boot sitze, zeige auf, dass sie doch sehr deckungsgleiche Ziele des Natur- und Artenschutzes verfolgten, so Dressen. Die grosse Bandbreite der Unterstützer zeige damit auch die Relevanz des Themas auf.

Weshalb die Tiger-Pflegerin angefallen und t
Zoodirektor Severin Dressen.Bild: sda

Der Zoo Zürich und Tier- und Naturschutzorganisationen sind aber bei Weitem nicht die Einzigen, die sich ab der lärmigen Böllerei stören. Viele Menschen wurden wohl während dieser Silvestertage wieder an ihre Abneigung erinnert, denn die Zugriffe auf die Website der Feuerwerksinitiative war sprunghaft angestiegen. Dies teilte Mitinitiant Roman Huber auf Anfrage des «Tagesanzeigers» mit. Viele Menschen beklagten sich darüber, dass massiv mehr Feuerwerke als in früheren Jahren abgefeuert würden. Dies gebe der Initiative Auftrieb, so Huber weiter.

In Deutschland sorgte die Böllerei für Furore:

Die Initiative, die am 3. Mai 2022 gestartet war, brachte bisher 41'000 Unterschriften zusammen. Die Initiantinnen und Initianten haben noch bis am 3. November Zeit, die benötigten 100'000 Unterschriften zusammenzubringen, um das Anliegen zu einer Volksabstimmung zu bringen.

Bereits in der letzten Zeit ist es zu einem Umdenken bezüglich der Feuerwerke gekommen. So hat beispielsweise der Gemeinderat der Stadt Zürich entschieden, dass das Züri-Fäscht 2026 ohne Feuerwerk über die Bühne gehen wird. Auch bei der am 18. August stattfindenden Badenfahrt wird darauf verzichtet. (saw)

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