Trotz Massnahmen: Dreimal mehr Japankäfer in Gunzgen SO gefunden
Der Bestand der Japankäfer in Gunzgen SO hat sich verdreifacht: Während 2024 noch fünf Exemplare gefunden worden seien, seien es 2025 bereits 17 gewesen, sagt Micha Wyss vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Wie schon im Vorjahr wurden nun Massnahmen ergriffen, damit sich das Tier nicht weiter ausbreitet.
Welche Massnahmen wurden ergriffen?
Der Kanton Solothurn hat in Absprache mit den Nachbarkantonen Bern und Aargau zwei Zonen gebildet: Ein Radius von einem Kilometer um den Mittelpunkt der Population gilt als Befallsherd. Ein Radius von fünf Kilometern ab der Grenze des Befallsherds gilt als Pufferzone. Sowohl Befallsherd als auch Pufferzone betreffen die Kantone Solothurn und Aargau.
«Im Befallsherd ist das Bewässern von Rasen- und Grüngutflächen verboten», erklärt Wyss. Schnittgut sowie Pflanzen mit Wurzeln in Erde dürften weder aus dem Befallsherd noch aus der Pufferzone hinaus transportiert werden. Zudem dürften Topfpflanzen die Pufferzone nicht verlassen.
«Diese Massnahmen gelten bis 30. September, dem Ende der Flugzeit des Käfers», erklärt Wyss. In beiden Zonen seien ausserdem Fallen aufgestellt worden, die regelmässig kontrolliert würden, heisst es in der Medienmitteilung, die der Kanton Solothurn am Montag verschickt hat.
Gibt es Ausnahmen?
Gerade für Gartenbauunternehmen oder Baumschulen seien diese Massnahmen einschneidend, sagt Wyss. Daher gebe es Ausnahmen: Wer sein Schnittgut kleiner als fünf Zentimeter häckselt, darf es aus der jeweiligen Zone heraustransportieren. Denn man gehe davon aus, dass der Käfer den Häckselprozess nicht überlebt.
Wieso gelten die Massnahmen ab heute, 1. Juni?
Weil jetzt die Flugsaison beginnt, erläutert Wyss. Die Hauptflugzeit des Käfers sei im Juli und im August.
Wie erkenne ich den Käfer?
Hierzu gibt die Medienmitteilung des Kantons Hinweise: «Der Japankäfer hat auf dem hintersten Körpersegment auf beiden Seiten fünf und am Hinterleib nochmals zwei weitere weisse Haarbüschel, die sich von Auge gut erkennen lassen.» Die Flügeldecken des Japankäfers seien kupferfarbig. Die Körperlänge betrage rund einen Zentimeter.
Was muss ich tun, wenn ich einen Japankäfer finde?
Bei einem Verdacht auf Japankäfer sollte man den Käfer einfangen und auf die Merkmale überprüfen. Typisch seien die fünf weissen Haarbüschel auf der Seite und die zwei am Hinterleib. Der Käfer sei nicht grösser als ein Fünfrappenstück. Dann sollte man ein scharfes Foto an den kantonalen Pflanzenschutzdienst Solothurn schicken.
Wieso ist der Japankäfer gefährlich?
Im Vergleich zu vielen anderen Schädlingen könne der Japankäfer sowohl als Larve wie auch als erwachsenes Insekt Schaden anrichten, heisst es in der Mitteilung. «Die Larve befindet sich als Engerling im Boden von feuchten Grünflächen und frisst deren Wurzeln ab, sodass die Gräser absterben.» Deshalb seien Fussball- oder Golfplätze beliebte Eiablageflächen für den Käfer, da diese oft intensiv bewässert würden.
Die erwachsenen Insekten könnten über 400 Pflanzenarten befallen. Dazu gehören etwa anderem Reben, Gemüse und Wildpflanzen wie Ahorn. Die Käfer würden an den Blättern den typischen Skelettfrass hinterlassen. «Nebst den Blättern können auch Früchte oder Blüten der Pflanzen befallen werden.» (sda)
