Schweiz
Umwelt

Riesiger Erdspalt bedroht Val d'Anniviers im Wallis

Riesiger Erdspalt bedroht Dorf im Wallis

11.03.2026, 11:4911.03.2026, 13:47

Im Val d'Anniviers im Wallis wächst eine Erdspalte jeden Tag um zwei bis vier Millimeter – inzwischen ist sie schon 250 Meter lang und zwischen 80 Zentimeter und 1 Meter breit.

Der Riss entstand nach starken Hochwassern 2018 und 2024. Denn das Flussbett, das den Hang stützt, wurde durch das Wasser beschädigt. Dadurch begann die Erde abzurutschen.

La faille des Fios photographiee ce lundi 9 mars 2026 dans le val d'Anniviers au dessus de Chippis. La fissure atteint desormais 300 metres de long et s'elargit de 2 a 4 millimetres par jour ...
Die Spalte ist inzwischen 250 Meter lang und weitet sich täglich um zwei bis vier Millimeter.Bild: keystone
KEYPIX - La faille des Fios photographiee ce lundi 9 mars 2026 dans le val d'Anniviers au dessus de Chippis. La fissure atteint desormais 300 metres de long et s'elargit de 2 a 4 millimetres ...
Die Erdspalte befindet sich im Val d'Anniviers im Kanton Wallis. Bild: keystone

Um die Bewegung rund um die Uhr zu beobachten, haben die Behörden Messgeräte, einen Laserscanner und eine Webcam installiert. Zudem fliegt jede Woche eine Drohne über das Tal.

Nun befürchten die Behörden einen Hangrutsch. Die Bevölkerung wurde deshalb gebeten, sich dem Gebiet nicht zu nähern. Ausserdem werden für die Gemeinde Chippis VS Sicherheitsmassnahmen und Evakuierungspläne vorbereitet, wie SRF berichtet.

Behörden sind in Alarmbereitschaft

Wenn der Hang abrutscht, kann er das Flussbett der Navizence blockieren. Dadurch staut sich das Wasser und ein natürlicher Staudamm entsteht. Es könnte zu Überschwemmungen kommen, die das Tal und das Dorf Chippis gefährden. Rund 1500 Menschen leben direkt am Fluss.

La faille des Fios photographiee ce lundi 9 mars 2026 dans le val d'Anniviers au dessus de Chippis. La fissure atteint desormais 300 metres de long et s'elargit de 2 a 4 millimetres par jour ...
Die Bevölkerung wurde gebeten, sich dem Gebiet nicht zu nähern.Bild: keystone

Das schlimmste Szenario wäre, dass die gesamte instabile Masse auf einmal abrutscht. Geologinnen und Geologen gehen aber davon aus, dass dies schrittweise geschieht. Insgesamt könnten bis zu 500'000 Kubikmeter Erde und Gestein abrutschen. (cst)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hier ist direkt hinter Wohnhäusern ein 4 Kilometer langer Erdrutsch abgegangen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Steibocktschingg
11.03.2026 12:51registriert Januar 2018
Kleine Korrektur: Die Rutschung befindet sich nicht oberhalb von Chippis, das ist nämlich ausserhalb des Val d'Anniviers direkt neben Sierre. Fioz, der Ort, wo der Rutsch liegt, liegt neben Grimentz, direkt über der Navisence.

Die Rutschung gefährdet Chippis dadurch, dass die Navisence aufgestaut werden könnte.
570
Melden
Zum Kommentar
avatar
Chalbsbratwurst
11.03.2026 15:19registriert Juli 2020
Wir sollten die Berge mal renovieren... fällt ja langsam alles auseinander 🤔
260
Melden
Zum Kommentar
avatar
B-Meise
11.03.2026 12:12registriert Februar 2026
Die Isländer könnens besser. Dort kommt glühend heisse Lava aus den Spalten. Bei uns: nichts.
349
Melden
Zum Kommentar
20
Gewalt gegen Asylsuchende: Basler Polizist muss für über drei Jahre ins Gefängnis
Ein inzwischen freigestellter Basler Polizist muss für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Strafgericht verurteilte den 34-Jährigen wegen schwerer Gewalt gegen zwei Asylsuchende.
Schuldig gesprochen wurde der Polizist wegen Gefährdung des Lebens, der mehrfachen einfachen Körperverletzung und des Amtsmissbrauchs. Die Staatsanwaltschaft hatte mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten nur eine leicht höhere Strafe gefordert.
Zur Story