International
Natur

Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo

Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo

07.03.2026, 17:3307.03.2026, 17:33
Die Stadt Masisi liegt an der Grenze zu Ruanda.
Die Stadt Masisi liegt an der Grenze zu Ruanda.bild: screenshot google maps

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat eine Schlammlawine in einer Coltan-Mine mehr als 100 Menschen begraben. Der Erdrutsch sei in den frühen Morgenstunden in der Stadt Masisi in der Provinz Nord-Kivu durch heftige Regenfälle ausgelöst worden, sagte Polizeisprecher Robert Kasongo der Deutschen Presse-Agentur. Rettungskräften suchten weiter nach Toten und möglichen Überlebenden.

Bereits am Dienstag war es, ebenfalls in Masisi, zu einem ähnlichen Vorfall in einem anderen Steinbruch gekommen, in dem Coltan abgebaut wird. Dort waren zahlreichen Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch getötet worden. Auch im Januar kam es in dem Gebiet zu einer ähnlichen Katastrophe mit Dutzenden Toten.

Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als prekär – Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden, in zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.

Rohstoffe befeuern Konflikt

Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter Kontrolle der Rebellengruppe M23, die dort und in anderen Teilen des Ostkongo den Bergbau kontrolliert. Die reichen Rohstoffe des Landes – neben Coltan auch Gold und Zinn – befeuern den seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region, in der mehr als 100 bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda aktiv sind.

Coltan, aus dem vor allem das Metall Tantal gewonnen wird, spielt eine zentrale Rolle in der Mikroelektronik. Das Metall ist für viele elektronische Geräte unabdingbar, einschliesslich Mobiltelefonen, Laptops und Flachbildschirme. Aufgrund seiner Hitze- und Korrosionsbeständigkeit wird Tantal ausserdem in der Automobilindustrie und Luftfahrt sowie für medizinische Geräte benötigt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
US-Regierung dementiert Berichte zu Russlands Hilfe für Iran nicht
Die US-Regierung hat Medienberichte, wonach Russland dem Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert, zunächst nicht dementiert. Darauf angesprochen, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Sender CBS News, dass die USA alles beobachteten. «Wir verfügen über die besten Geheimdienstinformationen der Welt», betonte er.
Zur Story