Schweiz
Uri

Neues Staumanagement in Uri besteht Feuerprobe

Neues Staumanagement in Uri besteht Feuerprobe

10.04.2023, 12:5610.04.2023, 12:56
Mehr «Schweiz»

Das neue Management für den Stau vor dem Gotthardtunnel in Uri hat über Ostern eine erste Feuerprobe bestanden. Die Kantonspolizei zog am Montag eine positive Bilanz aus den drei Pilotmassnahmen. Ausweichverkehr über die Kantonsstrasse blieb aus.

Der Reiseverkehr staut sich bei Erstfeld im Kanton Uri in Richtung Sueden vor dem Gotthard- Tunnel zwischen Gueschenen und Amsteg auf mehrere Kilometer, am Freitag, 7. April 2023 in Wassen. Die Kanton ...
Es gab am Karfreitag zwar wieder Stau im Kanton Uri, dieser blieb aber kürzer als im Vorjahr.Bild: keystone

Die Staulänge war mit einer Spitze am Karfreitag mit 19 Kilometern drei Kilometer kürzer als im Vorjahr, wie der Urner Polizeikommandant Thorsten Imhof auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Am Freitagmorgen hatte die Polizei zwei besondere Situationen zu bewältigen.

So war der Strassentunnel gegen 04.00 Uhr wegen eines Unfalls eineinhalb Stunden gesperrt. Um 10.00 Uhr klebten sich Klima-Aktivisten vor dem Nordportal in Göschenen fest, was zu einer weiteren Sperrung von 40 Minuten führte.

Ausweichverkehr deutlich reduziert

Die Kantonspolizei testete über die Ostertage seit Mittwoch drei Pilotmassnahmen. Sobald sich die Fahrzeuge vor dem Gotthardunnel-Norportal Richtung Süden stauten, schloss sie die Barriere an der Autobahneinfahrt Göschenen.

Ab einer Staulänge von vier Kilometern folgte die Sperrung der Einfahrt Wassen Richtung Süden. So war ab der Einfahrt Amsteg das Weiterkommen Richtung Süden nur noch auf der Autobahn A2 möglich.

Das führte gemäss Imhof an der Einfahrt Wassen zu unschönen Szenen: Wegen Tätlichkeiten gegen Angehörige des Verkehrsdienstes musste die Polizei mehrmals anrücken. Zudem stoppten die Beamten zwei Transitreisende, die sich über die Autobahnausfahrt Wassen als Geisterfahrer Richtung Süden aufmachten. Sie wurden verzeigt.

Die Massnahmen reduzierten den Ausweichverkehr über die Kantonsstrasse, wie Imhof weiter berichtete. Die Strasse war damit zu keinem Zeitpunkt überlastet. Ab acht Kilometern Staulänge trat zudem auf den Autobahnen A2 ab Beckenried NW und A4 ab Goldau SZ bis Brunnen SZ eine Temporeduktion auf 80 km/h in Kraft, um den Verkehr durch Uri zu verflüssigen.

Weitere Massnahmen möglich

Insgesamt zeigten die Pilotmassnahmen die gewünschte Wirkung, wie der Polizeikommandant erklärte. Die Arbeitsgruppe Staumanagement Uri werde sie auswerten. Auch prüft die Gruppe im Hinblick auf den Sommerreiseverkehr weitere Schritte.

Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter des Urner Amts für Tiefbau, der Kantonspolizei, des Amts für den Betrieb der Nationalstrassen, der Gemeinden Erstfeld, Göschenen und Wassen sowie des Bundesamts für Strassen (Astra) und externe Fachberater an. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
13 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lai Nair
10.04.2023 14:18registriert Dezember 2016
funktioniert so weit so gut bis auf jene "Autofahrer" welche glaubten, sie müssten die Sperre in Wasen oder Airoli ignorieren und selbst Sicherheitsleute und ie Polizei mit unflätigen Äußerungen eindecken auf sie losgehen. Aber eben, es gibt immer noch Leute, welche das Wort Anstand nicht kennen und meinen, sie hätten das "Recht" Anweisungen nicht Folge leisten zu müssen.
260
Melden
Zum Kommentar
13
«Nur noch krank!» – am ESAF kosten zwei Nächte im Wohnwagen 2500 Franken
Am Wochenende beginnt das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Mollis. Noch nie war ein Schwingfest so gross, noch nie ein Austragungsort so klein. Während einige Einheimische einen Kollaps befürchten, wittern andere das grosse Geld.
Sechseinhalb Meter lang und gut zwei Meter breit, ein kleines Doppelbett, eine Kochnische, ein winziges WC. Eine Dusche gibt es nicht. Kostenpunkt: über 2500 Franken. Für zwei Nächte im Wohnwagen.
Zur Story