Schweiz
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borto franck

Wegen einer Narbe alleine wird man bestimmt nicht untauglich. Man muss schon übergewichtig sein. Bild: keystone / watson

Danke, liebe User! Ihr seid einfach grossartig: Eure Top-13 der Militär-Ausreden

Wir wollten von euch wissen, mit welchen Tricks ihr die Untauglichkeit erlangt habt. Eine ganze Reihe von Anekdoten sind bei uns eingegangen – wir präsentieren die kreativsten.



Am vergangenen Montag hat für viele junge Männer in der Schweiz die Frühlings-RS begonnen. Wer um den Dienst herumkommen will, braucht eigentlich nur eine halbwegs kreative Ausrede. Wir haben die besten Ideen in der watson-Redaktion gesammelt. Was dabei herausgekommen ist, siehst du hier. Unsere User waren bei diesem Thema nicht minder kreativ – wie die folgende Liste zeigt:

1. Der Aggressive

aushebung abknallen

bild: keystone watson

Via Twitter liess uns Leser J.O.H. den folgenden Vorschlag zukommen: «Zwischendurch einfach den Spruch klopfen: ‹Und wann darf ich endlich einen abknallen?›»

Bei solch einem Statement wird wohl niemand lange zögern: Untauglich!

Dazu ein Klassiker von «TV Total»:

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video: youtube/eLmiiN1

2. Der Hotdog

Hotdog

bild: keystone / watson

Leser Matthias liefert eine «Urban Legend», die zwar unwahrscheinlich erscheint – aber ganz bestimmt zielführend ist: «Es soll doch mal einen Typen gegeben haben, der sich in einen Teppich eingerollt und geschrien hat: ‹Ich bin ein Hotdog!›»

Und hier kommt der Bildbeweis dafür, dass es sich nicht nur um eine Legende handelt:

Es gibt ihn wirklich – den Teppichroller!

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gif: youtube/ferretyal

3. Der Allergie-Trick

aushebung mit panda

bild: keystone / watson

Warum kompliziert, wenn's auch einfach geht? Laut Leser Liaa reichen sowohl eine Laktoseintoleranz als auch eine Nussallergie für eine Ausmusterung völlig aus.

Dieser Baby-Panda könnte bestimmt auch keinen Militärdienst leisten 

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video: youtube.com/jimvwmoss

4. Die Panikattacken

pferd, aushebung

bild: keystone / watson

User Primus Interruptus liess uns seine Ausrede ebenfalls via Twitter zukommen: Er hat bei der Musterung schlicht und einfach gesagt, dass er in Menschenansammlungen mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat. Und seiner Aussage nach hat das bestens funktioniert.

Wer es wirklich wagen will, mit so einer einfachen Ausrede bei der Musterung anzutanzen, sollte auf jeden Fall entsprechendes Beweismaterial mitliefern.

Zum Beispiel so was:

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gif: giphy

5. Der Patronen-Trick

Bild

bild: keystone / watson

Leser Fox_2_85 kommt mit einem etwas gewagten Vorschlag daher. Ausprobiert hat er diesen wohl selbst auch noch nicht – kreativ ist er aber allemal.

«Wenn du dich während des Dienstes noch untauglich schreiben lassen und noch ein paar Tage Ferien im Knast verbringen willst: Geh zum Kadi, gib ihm eine Patrone in die Hand und sag: ‹Beim nächsten Mal kommt sie schneller.› Vielleicht muss man mit Konsequenzen rechnen, funktioniert aber garantiert.»

Um glaubwürdig zu erscheinen, ist natürlich auch ein entsprechender Blick nötig:

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gif: giphy

6. Das Heimweh

Bild

bild: keystone / watson

Weicheier werden beim Militär offenbar nicht geduldet. Denn User Supermagic schreibt: «Bei mir hat's mit einer noch einfacheren Ausrede funktioniert: ‹ICH HAB HEIMWEH!› Ohne Witz!!»

Tja, wer würde da kein Mitleid bekommen?

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video: youtube/engelbertusaloysius

7. Die ausgeklügelte Taktik

Bild

bild: keystone / watson

Ganz so einfach wollte es sich Leser 1337pavian nicht machen. Deswegen ist er auf Nummer sicher gegangen und hat sich den folgenden ausgeklügelten Plan zurechtgelegt:

«1. Beim computerbasierten Persönlichkeitstest nur das Schlimmste anklicken: Ich konsumiere regelmässig Kokain/Heroin, reagiere auf Autoritäten/Druck mit Gewalt etc. Schon seid ihr für das Gespräch mit Psychologie-ExpertInnen gesetzt! 

2. Beim Gespräch mit dem Seelenklempner irgendwas Traurig-hoffnungslos-Empfindliches heucheln und dann noch Drogenabhängigkeit dranbinden. Et voilà: Versenkt ist der Dienst.»

Das mit dem Traurig-hoffnungslos-Empfindlichen Heucheln sollte in etwa so aussehen:

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gif: giphy

8. Der DJ-Star

Bild

bild. keystone / watson

Der folgende Input stammt aus unseren eigenen Reihen. watson-Praktikant Tobias Wüst gibt die folgende Anekdote zum Besten: 

«Und wieso können Sie nicht ins Militär?» 

«Ich starte gerade meine DJ-Karriere und habe mir bereits eine kleine Fanbase aufgebaut. Die kann ich jetzt ja nicht einfach im Stich lassen!» 

Wahre Geschichte.

Auch hier sollte man unbedingt einen entsprechenden Video-Beweis mitliefern:

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gif: giphy

9. Der Journalisten-Trick

schurni

bild: keystone / watson

Hätten sie das vorher gewusst, hätten sich die männlichen watson-Mitarbeiter wohl gar nicht so viel Mühe geben müssen beim Versuch, ausgemustert zu werden. Denn von User Ni De wissen wir jetzt, dass es viel einfacher geht: 

«Ich wollte nicht weitermachen und habe gesagt, ich wolle Journalismus studieren. Der Offizier wurde sofort hässig und warnte mich, ich solle nicht zum ‹Blick› gehen und hat mich nie mehr sehen wollen.»

Ja, wir Journalisten gehören eben nicht gerade zum beliebtesten Menschenschlag:

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gif: youtube/Jesse Edgar

10. Der Veganer

schurni

User Blueberry Muffin ist ebenfalls mit einem ganz simplen Trick davongekommen. Er schreibt: «Am einfachsten ist es, zu sagen, dass man seit vier Jahren Veganer ist.» Zack: Untauglich!

Ein veganer Soldat ist wohl ähnlich unglaubwürdig wie ein veganer Hund ...

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gif: youtube/Raghav Mo

11. Der Taube

Bild

Leser Matthias Studer hat ein Problem mit dem Gehör und ist darum für untauglich erklärt worden. Diesen Trick anzuwenden – wenn man eigentlich noch ganz gute Ohren hat – kann er jedoch nicht empfehlen. Er erklärt:

«Ich kam beim Gehörtest davon. Aber Achtung: Wer ein gesundes Gehör hat, sollte das nicht machen, denn danach ist es auf jeden Fall defekt.»

Sich beim Gehörtest taub zu stellen, ist keine sonderlich gute Idee:

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gif: giphy

12. Vom Narbenschmerz zum Übergewicht

borto franck

Auch die Anekdote von User Kettcar hat uns gut gefallen:
 

«1. Tag: 
Ich: ‹Ich muss zum Arzt, ich habe Angst, dass meine 1-jährige Operationsnarbe Probleme machen könnte.›

Beim Arzt das gleiche wiederholt. 
Arzt: ‹Das kann ich jetzt nicht beurteilen, sie müssen vor die Untersuchungskommission›

2. Tag, irgendwo an einer Aushebung im Zürcher Oberland, Untersuchungskommission.

Unmotivierter Zivilarzt: ‹Herr Kettcar, damit kommen Sie nicht durch. Ich nehme an, Sie wollen keinen Dienst leisten?›

Ich: ‹Genau›

Unmotivierter Zivilarzt: ‹Okay, Sie haben Übergewicht, da muss ich keine Röntgenbilder beilegen.›

Dank meinen 100 Kilo auf 187 cm Körpergrösse untauglich für Militär und Zivilschutz.»

Tja, so schnell kann's gehen. Fühlte man sich eben noch schlank, schon ist's passiert: 

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gif: youtube/Jason Wannabefat

13. Wenn aus Rückenproblemen ein Autoritätsproblem wird

Bild

bild: keystone / watson

Auch bei Leser Asmodeus ist am Ende alles ganz anders gekommen, als er anfangs dachte:

«Ich wurde damals – trotz Rückenproblemen – eingezogen und dann am zweiten Tag der RS genau deswegen wieder nach Hause geschickt. In Windisch durfte ich dann vor den Ausschuss und mich erklären. 

- ‹Sie haben also Probleme mit Autorität?›
- ‹Nein ich habe Probleme mit dem Rücken›
- ‹Sie haben also Probleme Befehle auszuführen?›
- ‹Nein. Ich habe Probleme 500 Meter ohne starke Schmerzen zu joggen›
- ‹SIE HABEN ALSO PROBLEME MIT AUTORITÄT?!›
- ‹Gut gut, dann hab ich halt Probleme mit Autorität.›
- ‹Okay, sehr gut. Untauglich.›»

So dürfte diese Unterhaltung in etwa ausgesehen haben (links = Ausschuss, rechts = User Asmodeus):

abspielen

video: youtube/OrangeCabinet

Guckt mal was wir gefunden haben: Bilder von einer Aushebung aus dem Jahr 1988

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    Alle Leser-Kommentare
  • sambeat 15.03.2015 22:34
    Highlight Highlight Ganz ehrlich: Die heutigen Rekruten sind einfach verwöhnte Pussies! Jedenfalls die meisten davon. Ganz unabhängig davon, ob man den Militärdienst befürwortet oder nicht: Die RS hat keinem geschadet. Disziplin, Ordnung und Pünktlichkeit vermögen offenbar heutzutage nur die wenigsten Eltern zu erziehen, ist doch so!
    Ich gebe zu, ich mochte die RS auch nicht. Gar nicht! Aber im Nachhinein muss ich definitiv eingestehen, dass es mir doch sehr viel gebracht hat. Ich lebe noch und habe einige wichtige Dinge gelernt! Nicht nur vom Dienst selber, sondern auch von den daraus entstandenen Kontakten und Freundschaften. Ihr solltet das durchziehen! Ein wohlgemeinter Rat.
    • Kian.IBenutzMeldeAlsSuperblitzer 16.03.2015 10:19
      Highlight Highlight keinem geschadet? mein onkel ist nach einem WK in der anstalt gelandet. Er hat Tinnitus bekommen, weil sich ein schuss neben seinem ohr gelöst hat (vom Gewehr des Typen neben ihm) Seine behandlung wurde natürlich nicht vom Militär gedeckt. Wehnigstens geht es ihm jetzt gut in der offenen Anstalt.
  • Ilovepies 15.03.2015 22:31
    Highlight Highlight Ich ging in die RS und UO. So what. Macht doch einfach die RS. Irgendwas lernt man immer und ein paar nette kollegen findet man auch. Hatte coole erlebnisse.
  • Kevegoal 15.03.2015 21:47
    Highlight Highlight Authoritätsprobleme und Rücken und Knieprobleme funktionieren auch sehr gut
  • goschi 15.03.2015 21:40
    Highlight Highlight Immer daran denken, die Militärärzte sind verpflichtet, Informationen weiterzugeben, die das Wohl anderer gefährden könnten, zB. führen Morddrohungen (direkt oder indirekt) zu strafrechtlicher Verfolgung und Psychiatrischer Untersuchung, alles was die Fahrfähigkeit beeinträchtigen könnte wird an das Strassenverkehrsamt weitergeleitet, usw.
    Ausserdem sind die Rekrutierungsärzte keine Vollidioten und die dortigen Psychologen verstehen was von ihrem job und ihr seid nicht die ersten, die bei ihnen aufschlagen.

    So lustig manch ein Tipp sein mag, er geht idR vollständig nach hinten los.
    • Cox 16.03.2015 09:55
      Highlight Highlight Das etwas ans Strassenverkehrsamt geht ist völlig ausgeschlossen.
      Die Schweigepflicht gilt auch für Militärärzte und gilt nur dann nicht, wenn erhebliche Gefahr besteht, dass jemand sich selbst oder jemand anderem etwas antun könnte.
    • smoe 16.03.2015 11:07
      Highlight Highlight Absolut. Es ist naiv zu glauben, dass man gut ausgebildete Ärzte so einfach auf die Schippe nehmen kann. Es ist aus meiner Sicht viel mehr so, dass Ärzte halt Verantwortung haben und ihr Gegenüber ernst nehmen müssen. Wenn dieser sein "Krankheitsbild" glaubhaft und ohne sich zu widersprechen darstellt, kann ein Arzt ohne weitergehende Untersuchungen kein Urteil fällen. Das Militär wiederum scheint nicht dermassen auf die potenziellen Rekruten angewiesen zu sein, dass es solche durchführen möchte und sortiert sie lieber aus.

      Für das Militär sind die negativen Konsequenzen grösser, wenn Leute fälschlicherweise tauglich eingestuft werden, als wenn fälschlicherweise untauglich. Deshalb kommt man mit Ausreden so vermeintlich leicht durch denke ich.

      In Anbetracht, dass heutzutage der Zivildienst keine Gewissensprüfung mehr verlangt, finde ich es aber etwas absurd noch auf UT zu machen. Zumindest ich würde mich deshalb nicht nochmals stundenlang mit Schlafwandel und dessen Symptomatik beschäftigen :)
  • Donald 15.03.2015 19:12
    Highlight Highlight Ich ging vor meiner RS zum Doktor, um mir zur Sicherheit einen Asthma-Spray zu geben, da ich leicht davon betroffen bin. Der Doktor hat mir voller Freude erzählt, dass ich keinen Dienst leisten muss und er mir gleich ein Zeugnis schreiben kann. Natürlich ging ich aber in die RS. Den Spray habe ich nie gebraucht.
  • gabomartini 15.03.2015 18:53
    Highlight Highlight Ich hatte "Schlafprobleme" und musste deshalb regelmässig Schlaftabletten konsumieren. Zumindest hat dies mein Hausarzt so bescheinigt. ;-)

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