Schweiz
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VCS will einen Masterplan für Veloverkehr – und so sieht der aus



In Merlischachen soll unter anderem mit einem Radweg ein Schulweg sicherer gemacht werden. Der Kanton Schwyz hat das Projekt öffentlich aufgelegt. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) fordert vom Bund einen Masterplan und eine Anschubfinanzierung für ein lückenloses und sicheres Velonetz in der Schweiz. Im September 2018 hatte das Stimmvolk den Bundesbeschluss Velo deutlich gutgeheissen.

Dem klaren Bekenntnis für den Langsamverkehr müssen laut VCS jetzt Taten folgen. Er hat am Montag in Bern eine ganze Reihe von konkreten Vorschlägen präsentiert, wie der vom Volk abgesegnete Verfassungsartikel umgesetzt werden soll. Die wichtigsten Punkte sind:

Eigene Velo-Spuren

ARCHIVBILD ZUR MK DES BUNDESRATS ZUM BUNDESBESCHLUSS VELOWEGE, AM MONTAG, 2. JULI 2018 - Un velo circule sur une piste cyclable, l'usage illicite des sas a velos et des pistes et bandes cyclables par les motocyclistes devrait etre sanctionne dit la section genevoise de l'Association transports et environnement (ATE), ce mercredi 21 juin 2017 a Geneve. ATE demande a l'Etat de s'engager pour la promotion du velo. Les deux-roues motorises occupe moins de place qu'une voiture, le deux-roues motorise n'est reellement avantageux en termes de deplacements que s'il ne respecte pas les regles de circulation, constate l'ATE. Consequence: 20 a 30% des motocyclistes utilisent les amenagements cyclables pour avancer plus vite. Or cette utilisation abusive d'espaces qui ne leur sont pas destines est le principal obstacle a la pratique du velo. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Bild: KEYSTONE

Kernforderung ist eine Entflechtung des Verkehrs. Prinzipiell sollen für Velos eigene Wege oder zumindest Fahrstreifen umgesetzt und unterhalten werden.

Das volle Nutzungspotenzial des Zweirads lässt sich gemäss VCS allerdings nur umsetzen, wenn ein Alltags-Netz und ein Freizeit-Netz realisiert wird. Zudem müsse der rechteste Meter der Fahrbahn dem Velo gehören und beim Überholen müssten Fahrzeuge mit Motoren einen Abstand von mindestens anderthalb Metern einhalten.

Damit diese Velo-Offensive gelingt, forderte der VCS den Bund auf, in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden und Fachorganisationen einen behördenverbindlichen Masterplan zu erarbeiten. Dieser Masterplan müsse alle politischen Ebenen in die Verantwortung nehmen, Synergien nutzen und Ziele und Fristen festlegen zum angepeilten Mindestanteil des Velos am Verkehr.

Wer das Ganze bezahlen soll

Negativzinsen für Kleinsparer sind wenig wahrscheinlich: Ein Mann mit einer 200-Franken-Note (Archivbild).

Bild: KEYSTONE

Den nötigen Schub verleihen soll dem Masterplan eine Anschubfinanzierung, beispielsweise über die Agglomerationsprogramme. Wer vom Bund finanzielle Unterstützung will, soll etwa das Velo im kantonalen oder kommunalen Richtplan verankern müssen.

Aufstockung beim Bundesamt

ARCHIV - ZU DEN THEMEN AN DER SOMMERSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE AM DIENSTAG, 18. JUNI 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - View onto the highway section A1L between the interchange Aubrugg and the Schoeneich Tunnel, pictured in Zurich, Switzerland, on March 14, 2018. In collaboration with the City and the Canton of Zurich, the Federal Roads Office FEDRO is implementing the enclosure Schwamendingen. The enclosure will cover the highway between the interchange Aubrugg and the Schoeneich Tunnel over a length of 940 meters. The main construction work of the enclosure is scheduled to start in spring of 2019. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Blick auf den Autobahnabschnitt A1L zwischen dem Autobahnkreuz Aubrugg und dem Schoeneichtunnel, aufgenommen am 14. Maerz 2018 in Zuerich. Das Bundesamt fuer Strassen ASTRA realisiert in Zusammenarbeit mit Stadt und Kanton Zuerich das Projekt der Einhausung Schwamendingen. Die Einhausung wird die Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Aubrugg und dem Schoeneichtunnel auf einer Laenge von 940 Metern umhuellen. Der Beginn der Hauptarbeiten an der Einhausung ist fuer den Fruehling 2019 vorgesehen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Dem VCS schwebt zudem eine Aufstockung der Abteilung Langsamverkehr im Bundesamt für Strassen (Astra) samt Umbenennung in Abteilung «Fuss- und Veloverkehr» vor.

Unter- und Überführungen

ZUR ETH ATMOSPHAERENPHYSIKERIN PROFESSOR ULRIKE LOHMANN STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Ulrike Lohmann, professor for experimental atmospheric physics at the Institute for Atmospheric and Climate Science of the Swiss Federal Institute of technology,  ETH Zurich, rides to work on her bike in Zurich, Switzerland, photographed on July 19, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ulrike Lohmann, Professorin fuer Atmosphaerenphysik am Institut fuer Atmosphaere und Klima der Eidgenoessischen Technischen Hochschule Zuerich ETH, unterwegs zur Hochschule in Zuerich mit dem Fahrrad, fotografiert am 19. Juli 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Zudem muss der Bund laut VCS eine Vorbildrolle bei der Um- und Neugestaltung von velogerechten Knoten bei Autobahnanschlüssen übernehmen. Dazu gehörten durchgehend befahrbare Unter- oder Überführungen auf Veloschnellrouten und Hauptverbindungen bei Nationalstrassen und Bahngeleisen.

Basis-Netz

Eine Verkehrstafel mit der Aufschrift

Bild: KEYSTONE

VCS-Präsident Ruedi Blumer sagte an der Medienkonferenz gemäss Mitteilung, es brauche in der Schweiz ein Basis-Netz für den Alltagsverkehr, das die Hauptorte verbinde. Dieses müsse vom Bund definiert werden. An den Kantonen sei es dann, darauf basierend ein Ergänzungsnetz Veloverkehr zu definieren.

Blumer hatte an vorderster Front für den direkten Gegenentwurf zur Veloinitiative gekämpft, der vom Stimmvolk am 23. September 2018 mit einem Ja-Anteil von 73.6 Prozent gutgeheissen wurde. Die Initianten hatten ihr Begehren zugunsten des Gegenvorschlags des Parlaments zurückgezogen. Die Initiative hätte den Bund verpflichtet, Velowege finanziell zu fördern.

Keine Subventionen erlaubt

ARCHIV -- ZU DEN HEUTE VEROEFFENTLICHTEN VOTO ANALYSEN UEBER DIE ABSTIMMUNGEN VOM 23. SEPTEMBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- ARCHIV -- Der Fahrradweg neben dem Peter Merian Haus, fotografiert in Basel am Donnerstag, 26. Februar 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Der Artikel, der schliesslich vom Stimmvolk angenommen wurde, erlaubt dem Bund, Fördermassnahmen zu unterstützen, schafft aber keine neuen Subventionen. Konkret kann der Bund künftig Kantone und Gemeinden unterstützen und koordinieren. Das Parlament erhielt den Auftrag, ein Velogesetz zu formulieren, das Fahrradwege mit Fuss- und Wanderwegen gleichstellt.

Der Verband Pro Velo Schweiz, der den Bundesbeschluss vor Jahren ins Rollen gebracht hatte, erwartete noch am Abstimmungssonntag viel: In zehn Jahren sollen alle Kantone über entsprechende Richt- oder Sachpläne verfügen. (aeg/sda)

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101 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
MarGo
24.06.2019 14:11registriert June 2015
"der rechteste Meter gehört den Velofahrern und überholt werden darf nur mit Mindestabstand von 1,50m"
hmm... da brucht ganz schö breiti Strosse...
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24.06.2019 14:17registriert August 2015
Wenn man als Besitzer pro Velo, sagen wir mal, jährlich 50 Franken Veloverkehrsförderungsabgabe zahlen müsste, käme schnell ein hübsches Sümmchen für ein Radwegnetz zusammen.
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fidget
24.06.2019 15:23registriert December 2018
Ich bin im Sommer auch gerne mit dem Velo unterwegs und finde es toll, wenn es schöne Velowege hat. Der VCS hat vielleicht noble Absichten, aber sie fordern einfach wieder sehr viel. Ein Alltags- und ein Freizeitnetz, Unter-/Überführungen. Wer soll das alles bezahlen? Ich komme sehr gut von A nach B mit dem Velo und fühle mich auch sicher. Was viel zur persönlichen Sicherheit auf dem Velo beiträgt ist eine etwas defensivere Fahrweise. Wer Rücksicht nimmt, der hat weniger heikle Situationen. Und das kostet keine Millionen.
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